Kein Platz mehr für die Kunst

Kein Platz mehr für die Kunst

Bexbach. Die Stadt Bexbach ist um eine künstlerische Einrichtung ärmer. Nach fünf Jahren und insgesamt 21 außerordentlich erfolgreichen Ausstellungen mit teilweise hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern musste der Bexbacher Künstler Peter Köcher die Außenstelle seiner Produzentengalerie, die Galerie "Temporärer Schauraum", in der Rathausstraße in Bexbach schließen

Bexbach. Die Stadt Bexbach ist um eine künstlerische Einrichtung ärmer. Nach fünf Jahren und insgesamt 21 außerordentlich erfolgreichen Ausstellungen mit teilweise hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern musste der Bexbacher Künstler Peter Köcher die Außenstelle seiner Produzentengalerie, die Galerie "Temporärer Schauraum", in der Rathausstraße in Bexbach schließen. Grund sei die Auflösung einer Hauserbengemeinschaft, die das Haus mit den von Peter Köcher angemieteten Räumen zum Verkauf angeboten hat. "Ich wäre gerne noch einige Jahre in dem Haus geblieben", erklärte Köcher, der sich von der "schlagartigen" Kündigung überrascht zeigte. Obgleich die Produzentengalerie und das "Offene Atelier" von Peter Köcher im Steigerweg als interdisziplinäre Kunstorte die Besucher in Bexbach weiterhin empfangen könnten, schmerze die Aufgabe des zweiten Ausstellungsortes ungemein. Schließlich habe sich der "Temporäre Schauraum" mit seinen viel beachteten Ausstellungen zu einem Magneten für Kunstliebhaber von unkonventioneller, aufregend-innovativer Gegenwartskunst entwickelt. Die Schließung der Galerie reiße "eine schmerzhafte Wunde in die saarländische Kunstlandschaft", betonte auch Verena Paul, die schon mehrmals die Laudatio bei Ausstellungseröffnungen gehalten hatte. Es sei immer ein Ort gehaltvoller Dialoge, der Kulturen, Nationen und der unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen gewesen. Mit dem "Temporären Schauraum" habe nicht nur die Stadt Bexbach, die sich gerne mit ihren Kunst- und Kulturschaffenden schmücke, sondern auch das Saarland ein wichtiges Mosaiksteinchen in der Galerienlandschaft verloren. "Der Bürgermeister ist zwar immer glücklich und kommt auch zu Ausstellungen, aber die Stadt Bexbach ist so arm wie ich", verweist Köcher auf die Probleme der Stadt. Peter Köcher schmiedet bereits neue Pläne, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erzählte. So laufe der Ausstellungsbetrieb in der Produzentengalerie im "Offenen Atelier" im Steigerweg weiter, versicherte der Bexbacher Künstler. Hier präsentiert er auf annähernd 250 Quadratmetern Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsfläche - wie gewohnt - neben den eigenen auch die Werke von Gastkünstlern. Zudem sei er, so Köcher, auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in Bexbach und in Homburg. re

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