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Kein Närrischer Saarpfalz-Kreis in der Stadthalle St. Ingbert

Fastnacht im Saarpfalz-Kreis Närrischer Saarpfalz-Kreis : Saarpfalz-Narren müssen kapitulieren

Strenge Auflagen und Trainingsrückstand bei Aktiven sind die Gründe für die Absage der großen Auftaktveranstaltung in der Stadthalle St. Ingbert.

Der Närrische Saarpfalz-Kreis (NSK), der Zusammenschluss der Karnevalsgesellschaften und der Vereine, die in unserem Landkreis das Fastnachts-Brauchtum pflegen, hat erst Mitte Oktober die Session abgesagt. Das erzählt Andreas Lauer unserer Zeitung. „Wir haben uns zusammengesetzt und beschlossen: Wir machen nichts“, blickt der Vorsitzende des Zusammenschlusses von 20 Karnevalsclubs zurück. Zwar habe man zu diesem Zeitpunkt noch gehofft, die Zahl derer, die mit Corona infiziert sind, würde sinken. Doch daraus wurde bekanntlicherweise nichts.

Man hätte sehr große Auflagen in der gewohnten Narrhalla, sprich der Stadthalle von St. Ingbert gehabt, die man hätte bei der Narrenschau in unserem Landkreis erfüllen müssen. Damit meint Lauer den Stand vor dem zweiten Lockdown. Immer vorausgesetzt, das Veranstaltungsverbot wäre aufgehoben worden. Als Beispiel führt er die Obergrenze von 120 Personen im städtischen Kulturtempel an. „Das hätte alleine schon deshalb nicht geklappt, da wir meist gut 400 Akteure sind. Hinzukommen nochmals rund 600 Besucher“, fasst Lauer die Situation zusammen.

Ein weiteres Problem bei den Mitgliedsvereinen zwischen Bexbach und Gersheim sowie zwischen St. Ingbert und Blieskastel ist der Trainingsrückstand. Viele Tänzer der Showtanzgruppen, Männerballets und Garden konnten nicht oder nicht ausreichend trainieren, so Andreas Lauer, der selbst auch Chef eines Karnevalsvereins im südlichen Mandelbachtal ist. Manche Hallen im Saarpfalz-Kreis waren nicht nur beim Lockdown im Frühjahr und bei der „Light“-Version jetzt gesperrt, sondern wurden von den Kommunen über Sommer auch nur sehr verspätet wieder freigegeben. Das Ergebnis: Die Garden und Tanzgruppen wären für die seit dem 11. November offiziell begonnene Session gar nicht einsatzfähig.

Somit wären, für eine – theoretisch denkbare – Narrenschau auch nicht genügend Programmpunkte vorhanden gewesen, erklärte der Kreis-Karnevalist. Viele Vereine haben von sich aus frühzeitig abgesagt. „Das bringt alles nichts“, sei ein Satz gewesen, den man immer wieder hören konnte und somit auch zum Fazit von Andreas Lauer wurde. Deshalb beschloss der Vorstand eine Woche vor der Jahreshauptversammlung die Absage der Sitzung. Die Delegierten selbst konnten die Entscheidungsempfehlung nachvollziehen und schlossen sich ihr an. Es habe zwar Überlegungen gegeben, die Sitzung des Närrischen Saarpfalz-Kreises digital zu zeigen, doch von diesem Plan sei man schnell wieder abgekommen. „Das hätte zu Unmut in den Vereinen geführt und das wollten wir nicht“, wirbt Andreas Lauer um Verständnis.

Die Narren können voraussichtlich keine Sitzungen im kommenden Januar/Februar durchführen. Wenn sie beim NSK aufgetreten wären, hätte ausgewählt werden müssen. Dann hätte es Unmut, bei denen, die nicht hätten online auftreten dürfen, gegeben. Von möglichen Auswirkungen auf das Ehrenamt ist Lauer bislang nichts bekannt. Niemand habe bislang wegen Corona das Handtuch geworfen. Um die Vereine zu entschädigen, habe man jedoch die Ausschüttung aus dem Erlös von Veranstaltungen, die erst in etwa zwei oder drei Jahren erfolgt wäre, vorgezogen.

Lauer und seine Vorstandkollegen hoffen jetzt auf die nächste Session 2021/2022. Denn der „Närrische Saarpfalz-Kreis“ begeht dann sein erstes Jubiläum: einmal elf Jahre wird er dann alt.