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Jennifer Waack war schon mit Glasperlenspiel auf Tournee

Musikerinnen und Musiker in der Region : Jennifer Waack gibt Freude am Singen weiter

Erste Bühnenerfahrungen machte die 34-Jährige schon in der Kindheit. Auch in der Region Homburg war sie schon zu Gast.

Unter den saarländischen Musikerinnen und Musikern können nur wenige von sich behaupten, schon mal vor über zehntausend Zuschauern aufgetreten zu sein. Sängerin Jennifer Waack gehört zu diesem erlauchten Kreis, denn sie hat als Background-Sängerin das erfolgreiche Pop-Duo Glasperlenspiel auf einer Tournee begleitet. Auch in Homburg trat sie bereits erfolgreich auf  – per Online-Konzert, aber auch live mitten in der Pandemie im vergangenen Sommer an der Gustavsburg in Jägersburg. Sie ist also auch im Osten des Saarlandes inzwischen vielen Musikliebhabern bekannt.

Beim Open-Air-Konzert in der Berliner Wuhlheide waren im Jahr 2016 knapp 15 000 Zuhörer anwesend. Waack war dabei nicht etwa Teil eines mehrköpfigen Chores, sondern die einzige Sängerin, die Glasperlenspiel gesanglich unterstützte. „Das liest sich ganz gut in der Vita“, meint sie heute, „aber ich wollte nicht ewig nur Background singen.“

Musikalische Bühnenerfahrungen macht die 34-Jährige bereits in der Kindheit. „Meine Eltern hatten ein Duo, da wurde ich manchmal mitgenommen und durfte schon ein paar Lieder trällern. ‚Time to Say Goodbye‘, das war immer mein Abschiedslied, bevor Opa und Oma mich abgeholt haben.“

Die kleine Jenny ist damals erst sechs Jahre alt. Mit acht bekommt sie Gesangsunterricht, sowohl klassischen als auch modernen. „Ich könnte theoretisch beides singen, aber mein Herz schlägt für den modernen Gesang.“ Kurz vor dem Abitur schmeißt sie die Schule: „Ich habe gemerkt, dass mir die Schule reicht und wollte eh nie groß studieren.“ Also beginnt sie zunächst eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Parallel singt sie in der saarländischen Coverband Remax, später auch in der Mannheimer Formation From Da Soul.

Die Ausbildung zur Hotelfachfrau soll eigentlich auf das Wunschziel hinführen, als Stewardess die Welt zu bereisen. „Da ist mir aber irgendwann klar geworden, dass ich dann gar nicht mehr singen könnte.“ Allerdings ist auch der Job in der Hotellerie nicht unproblematisch, denn oft kollidieren die Arbeitszeiten am Wochenende mit den Auftrittszeiten.

Also wechselt die Sängerin zu einer Krankenversicherung, wo sie halbtags arbeitet. „Da war der Wunsch nach Sicherheit im Kopf, aber das war keine Erfüllung.“ Jennifer lernt ihren späteren Mann Sascha Waack kennen, der schon lange als Profi-Schlagzeuger gut gebucht ist. Die beiden spielen in Begleitbands für Stars wie Kate Ryan, Sandy Mölling, Dante Thomas, Emma Lanford oder Peter Freudenthaler von Foolsgarden.

2016 heiraten die zwei, im selben Jahr kommt der Anruf von Glasperlenspiel. „Der Kontakt kam über die ehemalige Background-Sängerin, die wir kennen. Das ging dann ganz persönlich, nicht übers Management.“ Waack spricht erst mit Daniel Grunenberg, dann mit Carolin Niemczyk („die sind ganz umgänglich, einfach nette, bodenständige Leute“), absolviert einen Probeauftritt und tourt mit den beiden ein Dreivierteljahr.

Danach wagt sie es, sich als Sängerin selbstständig zu machen: Sie gründet ihre Gesangschule, die sich etwa zur Hälfte an Kinder und Erwachsene richtet. Darin ist auch das von ihr entwickelte Konzept „Sing-Glöckchen“ enthalten: Das ist eine musikalische Förderung von Kindern im Alter bis elf Jahren in Form von Kursen. Lange betreibt sie ihre Gesangsschule in zwei Räumlichkeiten parallel in Ensdorf wie auch in Saarbrücken. „Das hat Sinn gemacht, mit zwei Standorten habe ich einen größeren Kundenkreis ansprechen können.“

Erst die Corona-Krise zwingt sie, den Raum in Ensdorf aufzugeben. Aktuell gibt sie ihren Unterricht online. Ansonsten mag sie es sehr, im Duo aufzutreten: „Das ist persönlicher als in einer Coverband, da mache ich die Songs, die ich gerne singe.“ Entweder tut sie das mit den Keyboardern Achim Schneider oder Bernhard Wittmann oder als „Tom & Jenny“ mit Gitarrist Thomas Wainer. Nur dass die Livemusik ja derzeit brach liegt. „Letztes Jahr habe ich auf einer einzigen Hochzeit gesungen, das war’s.“

Dazu kam noch im ersten Lockdown ein Online-Konzert in einer Reihe der Arbeitskammer, die sowohl Musiker als auch Musikkneipen unterstützen sollte. Waack war zu diesem Zeitpunkt schon hochschwanger, jetzt ist ihr Töchterchen ein halbes Jahr alt. „Die reagiert schon extrem auf Musik“ – wen wundert’s bei diesen Eltern.

Für ihre Sing-Glöckchen-Kurse hat Waack eigene Lieder geschrieben und auf drei CDs verewigt. „Ich habe wohl echt eine Begabung für Kinderlieder. Die bleiben im Kopf hängen, das bestätigen mir die Eltern oft.“ Prominente Hilfe erfährt sie von Guildo Horn, in dessen Band ihr Mann Sascha trommelt.

„Ich hatte 2018 ein Duett mit ihm auf seinem Album ‚Strumpf ist Trumpf‘. Er hat mich gefragt, was ich dafür haben will? Ich sagte: ,Nix, sing du einfach auf meinem Album’.“

jenniferwaack.com 
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