Jäger wollen keine weiteren Einschränkungen

Jäger wollen keine weiteren Einschränkungen

Homburg/Blieskastel. Zurzeit finden in allen Stadt- und Gemeinderäten die erste Anhörung zu einer geplanten landesweiten Verordnung zur Ausweisung von Naturschutzgebieten unter dem Begriff Natura 2000 statt

Homburg/Blieskastel. Zurzeit finden in allen Stadt- und Gemeinderäten die erste Anhörung zu einer geplanten landesweiten Verordnung zur Ausweisung von Naturschutzgebieten unter dem Begriff Natura 2000 statt. "Die meisten der Stadt- und Gemeinderäte, die über die Verordnung gehört werden müssen, sind sich über die Auswirkungen auf die Eigentumsrechte der Bürger nicht ausreichend im Klaren", glauben der Vorsitzende Günther Koch aus Niedergailbach und Schriftführer Stefan Schwarz aus Blieskastel von der Vereinigung der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Saarpfalz-Kreis (VJE). Alle Grundbesitzer der freien Landschaft seien flächendeckend und in den jeweiligen Jagdgenossenschaften vertreten. Die VJE vertrete im Saarpfalz-Kreis mehr als 20 000 Hektar Grundbesitz in 53 einzelnen Jagdgenossenschaften. Wie die Vereinigung weiter mitteilt, sollen bei der Natura 2000 in einem ersten Schritt insgesamt 36 Gebiete unter dem besonderen Begriff rechtlich abgesichert werden. Dies bedeute, dass alle Besitzer von Grundstücken, die von der jeweiligen Gebietskulisse betroffen sind, künftig einen Eintrag in das Grundflächenverzeichnis bekommen sollen. Dies könne sich für den Einzelnen sehr nachteilig auf den Wert des Grundstückes herausstellen. Insbesondere können zum Beispiel bei der Bewertung aufgrund von Vererbung von Grundstücken erhebliche Wertminderungen auf die Grundbesitzer zukommen. In den nächsten Wochen würden die einzelnen Gebiete und die Texte der Verordnung öffentlich ausgelegt, und jeder einzelne betroffene Grundbesitzer habe die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Bei den Gebieten handele es sich zum Teil bereits um bestehende Naturschutzgebiete, teilweise um neue Flächen. Eine Herausnahme sei angeblich nicht mehr möglich. Für die einzelnen Gebiete sollen so genannte Managementpläne mit den Betroffenen erarbeitet werden, in denen die zukünftigen Nutz- und Schutzfunktionen fixiert werden. "In keinem der betroffenen Schutzgebiete war bisher der Jagdbetrieb dem Schutzzweck abträglich", so die VJE. cas/red

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