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Kirmes Einöd
Zum Abschluss wird die Kerb beerdigt

 Auch 2017 fand die Einöder Kerb ganz tradionell mit Kerbestrauß, Umzug und Kerberede statt.
Auch 2017 fand die Einöder Kerb ganz tradionell mit Kerbestrauß, Umzug und Kerberede statt. FOTO: Markus Hagen
Einöd. Bei der Einöder Kirmes wurde zünftig gefeiert. Am heutigen Dienstag ist Kehraus mit den Whisky Boys. Von Markus Hagen

Kerbeumzug, Kerbestrauß, Staußmädels- und Straußbuben, dazu Kerberede? Wo gibt es das noch? Diese alte Tradition der Kerwebräuche ist fast ausgestorben. Sei es mangels Intersse oder auch weil es keine Jugendlichen mehr gibt, die dies bei der Kerb umsetzen. In Einöd aber ist dies anders, wie man am Wochenende deutlich sehen und hören konnte.


Nach dem traditionellen Fassbieranstich durch Ortsvorsteher Karl Schuberth am Samstag zur offiziellen Eröffnung der Einöder Kerb mit Livemusik und richtig großem Zuschauerbesuch auf dem Dorfplatz, ging es am Sonntagnachmittag so richtig rund bei der Einöder Kerb. Über 20 Straußbuben und Straußmädchen, die schon seit vielen Jahren von ihren Kollegen aus Zweibrücken-Ernstweiler begleitet werden, zogen durch die Hauptstraße von Einöd. Die „Ohrentaler Musikanten“ aus Rubenheim fuhren auf einem Anhänger von einem Traktor gezogen mit und sorgten für die passende Begleitmusik. Fünf mit Tausenden von bunten Bändern verzierte Kerbe-Sträuße wurde an Gaststätten des Orts befestigt. Zudem gab es einen Kerbe-Strauß am Sportheim der Spielvereinigung Einöd, und auf dem Dorfplatz wurde mit reichlich Treiben zuletzt der siebte Baum am Bürgerhaus angebracht. Kerwepfarrer Felix Eispick berichtete von einigen heiteren Geschichten aus Einöd.

Vor der offiziellen Eröffnung der Einöder Kerb am Samstag hatten die Straßmädels und -jungs bereits am Freitagabend zum Livekonzert der Band Elliot eingeladen.



Tobias Niepagen, viele Jahre selbst bei den Straußbuben dabei und auch lange Zeit ehrenamtlicher Organisator der Einöder Kerb: „Unser Angebot kommt gut an. Am Freistag war schon sehr viel los.“ Genau so auch am Sonntagnachmittag. Der Dorf- und Kerbeplatz war dicht bevölkert. Die Kerwerede fand großen Anklang, und da machte es auch nichts aus, dass das Fahrgeschäfteangebot sich auf ein Kinderkarussell beschränkt. Zudem gibt es einen Schießstand, eine Losbude und einige Süßigkeitenstände. „Die Einöder Kerb ist noch lebendig, und ich freue mich, dass es sie überhaupt in der Form noch gibt. Ich jedenfalls komme sehr gerne immer wieder“, meinte die Einöderin Caroline Fromm, die selbst früher bei den Straußmädchen aktiv dabei war. Caroline Fromm war mit ihrer dreieinhalbjährigen Tochter Mia am Sonntagmittag dabei. Den Auftritt der Straußbuben und -mädchen und die Kerberede ließ sie sich nicht entgehen.

Dirk Steis aus Erbach vermisst die Erbacher Kerb von früher. Am Sonntag kam er extra nach Einöd zu Besuch von Freunden. ,,Toll, dass es in Einöd auch noch die Kerb in traditioneller Art und Weise gibt“, meinte er.

Nach dem Ständeln (Geldsammeln) der Straußmitglieder am Montag, findet am heutigen Dienstag die „Beerdigung“ der Einöder Kerb statt. Zum Finale spielen ab 16 Uhr die Whisky Boys aus Einöd im großen Festzelt auf, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern.