Zu Beginn die Zauberflöte

Kirkel-Neuhäusel. Mit einem nicht gerade alltäglichen Konzert erfreute das Bläserensemble Divertimento celistiale am Sonntag die Besucher in der Kirkeler Friedenskirche. Unter dem Titel "Tiere, Töne, Tänze" hatte das Quintett eine Mischung aus klassischen und modernen Kompositionen einstudiert und traf damit genau den Publikumsgeschmack

Kirkel-Neuhäusel. Mit einem nicht gerade alltäglichen Konzert erfreute das Bläserensemble Divertimento celistiale am Sonntag die Besucher in der Kirkeler Friedenskirche. Unter dem Titel "Tiere, Töne, Tänze" hatte das Quintett eine Mischung aus klassischen und modernen Kompositionen einstudiert und traf damit genau den Publikumsgeschmack. Das Ensemble erwies sich als sehr versiert und eindrucksvoll auf die doch recht schwierige Literatur des Konzerts eingestellt.Divertimento celistiale, vor zwölf Jahren als Holzbläser-Quartett gegründet, hat ein ausgesprochen breit gefächertes Repertoire. Seit Ute Bähr (Fagott), Petra Jung (Oboe und Englisch Horn), Sabine Jung (Querflöte) und Hans-Jürgen Geiger (Klarinette) sich mit der Hornistin Sandra Nisius verstärkt haben, ist das Ensemble noch variabler und klangvoller geworden. Allein dadurch könne das Ensemble seinem aus dem Lateinischen stammenden Namen "Divertimento celestiale" (zu Deutsch "Himmlisches Vergnügen") noch mehr Ehre machen, sagte Pfarrer Florian Geith zu Beginn. Natürlich hoffte er auch, dass sich die Freude des Publikums auch in einer kleinen Spende zu Gunsten des protestantischen Kirchenbauvereins äußere.

Klassisch begann das muntere Konzert mit der Ouvertüre aus Mozarts "Zauberflöte", die so toll gespielt wurde, dass die Zuhörer nicht mehr daran dachten, dass hier eigentlich ein Orchesterwerk erklang. Schön verspielt ging es weiter mit Ausschnitten aus George Bizets "Carmen". Fünf populäre Sätze hatte das Ensemble einstudiert, und es weckte bei den Zuhörern merklich Begeisterung. Etwas wirklich Besonderes war der "Karneval der Tiere", in der Klassik komponiert von Camille Saint-Saens. Vor jedem Satz las Albrecht Bähr ein Kapitel aus Loriots "Karneval der Tiere" einfühlsam vor. Das Schmankerl dabei waren die Bilder, die Sabine Jung zu jedem Kapitel gemalt hatte. Die zeigten, dass Sabine Jung nicht nur ausgezeichnet musizieren, sondern mindestens genau so gut malen kann.

Die originellen Bilder vom Löwen, den Hühnern, dem Fuchs, den Elefanten oder den Schildkröten, um nur einige herauszugreifen, waren wunderschön und wurden am Ende mit Extra-Applaus bedacht. Nach diesem Ausflug ins Tierreich ging es mit "The Entertainer" von Scott Joplin ins Gangster-Milieu. Sehr gut kam auch "Le petit nègre" von Claude Debussy an. Ob jemals zuvor schon in der Friedenskirche Henry Mancinis "Pink Panther" gespielt worden ist, blieb an diesem Abend offen. Bemerkenswert war auch hier, dass ein perfekt arrangiertes Holzbläser-Quintett die Stimmung des für ein Studio-Orchester geschriebenen Titels genau so gut rüberbrachte.

Fünf kleine Tänze von Denes Agay ließen das Konzert offiziell ausklingen. Der anhaltende Applaus des Publikums wurde aber mit einer Zugabe belohnt. Die bestand in einem flotten Marsch, der "Liberty Bell" aus den USA, deren Klänge auch bei uns bestens bekannt sind.