Ziemlich stiller Rosenmontag

Der Homburger Rosenmontag ist sittsam geworden. Ein paar verkleidete Faasenachter in der Talstraße, fröhliche Musik in den Kneipen - aber gähnende Leere auf den Straßen. Wer feiern wollte, musste schon entschlossen auf die Suche gehen.

Auch die Crew des Minenjagdbootes Homburg ging gestern beim Rosenmontag längsseits. Foto: Thorsten Wolf. Foto: Thorsten Wolf

Ist der Rosenmontag in Homburg tot? Naja, wohl nicht ganz, zumindest einen Puls konnte man gestern in den Homburger Kneipen schon noch spüren, mal deutlicher, mal schwächer. Aber, im Guten wie im Schlechten: Den gestrigen Tag als Höhepunkt der Faasenacht in der Kreis- und Universitätsstadt zu bezeichnen, wäre schlicht die Unwahrheit gesagt. Wo andernorts die Hölle los ist, herrschte gestern in Homburg eher gediegen ruhige Stimmung. Vorbei scheinen die Jahre, in denen man um elf Uhr am Morgen in den Homburger Kneipen kaum noch einen Fuß in die Tür bekam. Stattdessen zur gleichen Zeit im Jahr 2015: Leere, zumindest mal bis zum Mittag. "Zwischen 13 und 14 Uhr geht's richtig los", wagte so mancher Unverdrossene die Prognose und hoffte auf genau den Schwung an Faasebooze, der früher die Homburger Rosenmontags-Kneipenfaasenacht zu einem echten Magneten in der Region gemacht hatte - mit all den schaurigen und schönen Auswirkungen. Ein positiver Nebeneffekt des augenscheinlich abebbenden Zuspruchs: Zu Ende sind auch amtlich die Zeiten, als sich meist überalkoholisierte Jung-Narren neben ihrem Leergut auf der Talstraße stapelten und Polizei und DRK alle "Flaschen voll zu tun" hatten. Was gestern blieb? Der eiserne Wille, trotzdem zu feiern, es sich gut gehen zu lassen und darauf zu hoffen, dass es einfach noch ein bisschen voller wird - getreu dem Motto "Je später der Abend ...". Und ja, diejenigen, die gestern feierten, hatten sich so manche schräge Kostümierung einfallen lassen, auch Heike Albrecht und ihre Freundin Biggi. Geschickt griffen die beiden die Themen "dahinsiechender Rosenmontag " und "Schließung von kleineren Homburger Friedhöfen" in einem einzigen Kostümentwurf auf: Als sichtlich lebendige Untote . Mitten in der Feiergemeinde fand sich auch ein Teil der Crew des Minenjagdboots Homburg auf Landgang.

Und wiederum mitten unter den Paten-Soldaten stand HNZ-Elferrat Manfred Abel. Der korrigierte bestens gelaunt einen kleinen Fehler unserer Zeitung im Bericht zur Sitzung der Homburger Narrenzunft. So hätten nicht die Promillos musikalisch auf die Fußball-WM zurück geblickt, sondern der Singende Elferrat mit Walter Loos an der Spitze.

Mehr von Saarbrücker Zeitung