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Zickzack-Weg zur Klosterruine Wörschweiler nicht begehbar

Sicherheit geht in Wörschweiler vor : Fußweg zur Klosterruine ab sofort gesperrt

Die Stadt Homburg kann die Sicherheit der Fußgänger auf dem steilen Pfad in Wörschweiler nicht mehr gewährleisten.

Viele Wege führen nach Rom und einige zur Klosterruine Wörschweiler. Genau dort muss man nun aber auf einen davon verzichten, denn: Der so genannte Zick-Zack-Weg hinauf zu Wörschweilers Wahrzeichen ist geperrt. Da gewinnt der Begriff eines „schwierigen Weges“ eine völlig neue Bedeutung, hat die Route doch eine sehr wechselhafte Geschichte. Anfang der 1990-er war der steile Aufstieg hinauf zum Klosterberg von Stürmen zerstört worden. Danach sollte es rund 20 Jahre dauern, bis der Weg wieder offiziell eröffnet wurde – anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Barockgartens im nahegelegenen Römermuseum im Jahr 2011. Damals war man einigermaßen stolz auf die Neugestaltung der Strecke, die ausgestaltet wurde mit Trittbohlen. Das machte den Auf- und Abstieg ein bisschen komfortabler – für nicht trittsichere Besucher blieb der Zick-Zack-Weg aber weiherhin ein echte Herausforderung.

Nun aber sorgt gerade der Ausbau des Weges im Jahr 2011 für dessen sofortige Sperrung. Die Begründung dafür ist dabei einigermaßen kurios, aus Sicht der Stadt aber wohl nachvollziehbar. Das Schlüsselwort heißt „Verkehrssicherungspflicht“. Die besagt: „Derjenige, der eine Gefahrenquelle schafft oder unterhält, hat die Pflicht, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um Schäden anderer zu verhindern.“

Nun hat die Stadt mit dem Ausbau des Weges eben etwas erschaffen, was sich jetzt als Gefahrenquelle erweist. Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff: „Generell ist das Wandern auf Waldwegen, die lediglich als eine Art ,Trampelpfad’ angelegt sind, damit verbunden, dass die Nutzerinnen und Nutzer mit waldtypischen Gefahren rechnen müssen.“ Ist ein Weg aber angelegt wie der Zick-Zack-Weg hinauf auf den Klosterberg, „sei es in Form von Stufen oder Geländern“, dann müssten die Wanderer davon ausgehen, dass ein solcher Weg auch sicher ist. „Eine solche Sicherheit ist auf dem recht steilen und beschwerlichen Weg zur Klosterruine hinauf allerdings aktuell nicht gegeben.“ Damit kämen zu den waldtypischen Gefahren auf diesem Weg auch walduntypische Gefahren hinzu, beispielsweise solche, die von den rutschigen oder verrotteten Treppenstufen selbst ausgingen.

Und wenn nun ein Wanderer auf eben diesem Weg im jetzigen Zustand zu Schaden kommt, dann wäre die Stadt verantwortlich. Also hat diese den Aufstieg dicht gemacht. Und wie soll es nun weitergehen? Das hängt, wie so oft, von der Haushaltslage der Stadt ab. Klar ist: Sobald die Finanzen geklärt sind, soll der Weg wieder zurückgebaut werden. „So sollen ein aufgestelltes Schild unmittelbar und später auch die Treppenstufen entfernt werden. Damit verliert dieser Weg dann den Charakter eines sicheren Weges und gelangt wieder in den Status eines Waldweges, den alle Wanderinnen und Wanderer auf eigenes Risiko nutzen“, verdeutliche Kruthoff

Damit fällt die beschwerliche „Abkürzung“ hinauf auf den Klosterberg also auf Sicht weg und wird später als echter und naturnaher Trampelpfad wieder denen zur Verfügung stehen, die sich einen solchen Auf- oder Abstieg zutrauen. Bis dahin empfiehlt die Stadtverwaltung den teilweise asphaltierten Weg zu nutzen, der von der Ortsmitte Wörsch-weiler zur Klosterruine führt.