Zeitreise in die Zeit der Römer in Bliesbruck-Reinheim

Eintauchen in die römische Epoche : Und zur Stärkung gab es dann ein Wildschwein

Vita Romana in Bliesbruck-Reinheim: Raus aus dem Alltag, rein in die Antike. Ausbau der deutsch-französischen Freundschaft.

Der Zuspruch war groß, die Warteschlange der Besucher am Eingang zeitweise 70 Meter lang, als der europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim an zwei Tagen mit der Vita Romana zu einer Zeitreise in die römische Epoche einlud und einen tollen Einblick in das Alltagsleben in der Antike ermöglichte. „Die Vita Romana ist ein großartiges Ereignis, das von französischer Seite aus veranstaltet wird. Dafür gebührt den französischen Freunden über das Département Moselle hinaus besonderer Dank“, betonte Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo bei der Eröffnungsfeier. Seit exakt 30 Jahren gebe es den europäischen Kulturpark, wobei die Inhalte des Aachener Vertrages (siehe Info-Kästchen) als gemeinsame Verantwortung mit Veranstaltungen wie der Vita Romana prima umgesetzt würden. „Es ist der gemeinsame Wunsch, ein Stück Europa in der Region zu realisieren und dabei nicht mehr über Grenzen reden zu müssen“, sagte Theophil Gallo.

Der Präsident des Départements Moselle, Patrick Weiten, freute sich, dass das Angebot des Kulturparks stets verbessert werde, so seien ab sofort die Überreste aus keltischer und galloromanischer Zeit mit Hilfe digitaler Technologie zu bestaunen. „Durch Bilder aus der erweiterten Realität werden die Überreste der Stadt der Thermen und der Villa zu neuem Leben erweckt“, merkte Patrick Weiten an. Nächstes Ziel, so Gallo und Weiten, sei bis zum kommenden Jahr die Gründung eines gemeinsamen Vereins, der das Kulturgut Bliesbruck-Reinheim verwalten und managen soll. Vorgestellt wurde vom Saar-Bevollmächtigten für Europaangelegenheiten, Roland Theis, eine neue Broschüre in deutscher und französischer Sprache über pädagogische Ausflugsziele im Département Moselle und im Saarland.

„Für den Blick in die römische Epoche hatten die Organisatoren und Mitwirkenden ein Programm zusammengestellt, das Alt und Jung begeisterte“, hatte Gersheimes erster Beigeordneter, Klaus Hussong, festgestellt. Wie er ließen sich auch Theophil Gallo und Roland Theis die Antike in den Tagen von Kaiser Titus (80 nach Christus) genau erklären, probierten die Leder-Helme der Untertanen von Lucius Maternus, dem Würdenträger des Senats von Divodurum und seinen Kumpanen an und tauchten so kurz ein in das Leben der Bewohner des Vicus von Bliesbruck. Daneben begeisterten Gladiatoren wie Murmillo, Hoplomachus und Provocator mit realitätsnahen Kampfvorführungen, es gab spektakuläre Wagenrennen, und kleinere Besucher durften in der Gladiatorenschule Kampftechniken erlernen, was sichtlich Spaß machte. Das mythologische Universum der Götter und Musikhelden brachte der Musiker und Geschichtenerzähler Pascal Minne den Gästen näher, und das Militärleben der gallo-römischen Zeit mit einer rebellierenden Legion wurde mit viel Beifall von den stets voll besetzten Tribünen belohnt. Bewunderung löste neben der Falknerei das Know-how der römischen Handwerker aus, etwa bei Lederarbeiten, der Fertigung von Öllampen oder der Kunst der Glasbläserei. Zur Stärkung gab es – wie damals – Wildschwein am Spieß.

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