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Zehn Jahre Kibiss im Saarpfalz-Kreis

Jubiläum : Brücken bauen in eine frühe Bildung

Das Projekt Kibiss feierte im Saarpfalz-Kreis seinen zehnten Geburtstag und kann eine positive Bilanz vorweisen.

Im Rahmen des zehnjährigen Jubiläums des Projektes Kibiss (Kinder-Bildung-Sprache-Sozialisation) fand in Kooperation mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ ein Fachkräfte-Forum zum Thema „Frühe Präventionsangebote im Saarpfalz-Kreis“ statt. Dabei blickte das Projekt Kibiss mittlerweile auf zehn Jahre erfolgreiche Netzwerkarbeit mit elf Kindertagesstätten des Saarpfalz-Kreises zurück, wie es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung heißt.

In Homburg gehören dazu die katholische Kita Maria vom Frieden, die protestantische Kita Arche Noah, das Awo-Kinderhaus „Du Bonheur“, das Awo-Kinderzentrum Birkensiedlung I und II, die katholische Kita Charlottenburg und das Awo-Kinderhaus Reiskirchen. Von St. Ingbert sind die städtischen Kitas Luitpoldschule, Rohrbach, Oberwürzbach und Rentrisch im Projekt vertreten.

Landrat Theophil Gallo betonte bei der Begrüßung der Gäste: „Das Projekt Kibiss im Saarpfalz-Kreis ist immens wichtig für die Prävention von Kinderarmut und für gleiche Bildungschancen in den Kitas. Ich danke allen, die hier seit zehn Jahren an einem Strang ziehen, um dieses nachhaltige und vernetzende Hilfesystem zu realisieren.“

Die Ministerin für Bildung und Kultur, Christine Streichert-Clivot, ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. In ihrem Grußwort unterstrich sie den großen Einfluss der Sprachförderung in den Kitas, und dass das Projekt Kibiss für die Zielgruppen einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Bildung und Teilhabe leiste. Ines Wahle vom Projekt bedankte sich beim Ministerium für Bildung und Kultur, bei der Stadt Homburg, beim Kreis, bei den Netzwerkpartnern und bei allen, die das Projekt begleiten, fördern und am Leben halten.

Nach den Ansprachen standen die Fachthemen im Vordergrund. Referentin Marianne Lück-Filsinger von der sozialwissenschaftlichen Fakultät der HTW Saar hatte das Projekt Kibiss in den ersten drei Jahren wissenschaftlich begleitet. Sie zeigte in ihrem Vortrag die Ergebnisse ihrer Untersuchung auf, dabei wurde die Bedeutung von Kooperationen klar hervorgehoben.

Uwe Sandvoss ist Präventionsbeauftragter der Stadt Dormagen. Er erläuterte das Dormagener Modell mit dem Netzwerk aus unterschiedlichen Akteuren, das sich in den vergangenen 15 Jahren stark erweitert hat und sich inzwischen „Netzwerk für Familien“ nennt. Beide Referenten betonten, dass das Projekt Kibiss ohne ein großes und breit gefächertes Netzwerk nicht handlungsfähig sei. Im Saarpfalz-Kreis gebe es sehr gute Kooperationen innerhalb des Netzwerkes für frühe Bildung. Dafür sei auch die enge Zusammenarbeit des Projektes mit dem Bundesprogramm Kita-Einstieg ein gutes Beispiel, heißt es in der Mitteilung weiter.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion mit Professor Detlef Krüger aus Hamburg („healthcompany“) wurden lokale Strategien zur Vernetzung vorgestellt. Ein Beispiel ist der Arbeitskreis „Kooperationsjahr“ der Grundschule Langenäcker mit den beteiligten Kitas, der vom Projekt Kibiss koordiniert wird. Ein wichtiger Beitrag zur Darstellung von Bildungsmöglichkeiten ist das Bildungsportal der Leitstelle „Lebenslanges Lernen“ des Saarpfalz-Kreises. Nähere Informationen unter www.lernwelt-saarpfalz.de.

Es konnte schließlich festgehalten werden, dass es im Saarpfalz-Kreis ein großes Angebot an präventiven Maßnahmen gibt. Die Projekte, Kitas, Schulen und Beratungsstellen arbeiten gut zusammen. Trotzdem sei es wichtig, die Zusammenarbeit weiter auszubauen und neue Angebote zu schaffen, um vor allem auch die Übergänge in der Kindheit und dem Jugendalter individuell und entsprechend der Bedürfnisse gestalten zu können. Dafür sei eine dialogische Haltung der verschiedenen Akteure von entscheidender Bedeutung, so der Tenor.

Kinder so früh wie möglich zu fördern, das ist derzeit eines der großen gesellschaftlichen Themen. Foto: dpa/Oliver Berg

Das Fachkräfte-Forum endete in einem anregenden Austausch aller Beteiligten – begleitet von der Musik des Trios Be Saits – bei dem auch auf das Projekt Kibiss angestoßen wurde.