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Young Voices Einöd treffen sich im Netz in der Corona-Zeit

Chor-Leben während der Krise : Young Voices Einöd treffen sich in der Corona-Zeit im Netz

Die Corona-Krise trifft viele kulturelle Gruppen und Vereine der Musikwelt immer noch sehr hart, gerade die Gesangvereine, Chöre und Orchester. Hier liege ein Probenbeginn noch in weiter Ferne, was die Sänger sehr traurig stimmt.

Genauso auch die Chorleiter. Denn das bedeutet auch: kein gemeinsames Singen, keine Konzerte, keine Einnahmen. Den Menschen in diesen Vereinen fehle vor allem der soziale Kontakt zu ihren Mitsängern. Schließlich habe die wöchentliche Chorprobe einen festen Platz im Alltag eingenommen und dies bei vielen schon seit langem. So etwas verbinde und natürlich vermisse man dies auch.

Was tun? Das fragten sich auch die Mitglieder des Chores Young Voices in Einöd. Martina Schulte, Vorsitzende des GV 1876 Einöd-Ingweiler, und die Chorleiterin Isabel Meiser haben daher nach einem Telefonat beschlossen, dass sich die Sänger in einer Videokonferenz virtuell am Bildschirm treffen wollen. Gesagt, getan: Bereits seit Mitte März finde nun immer zur Probenzeit am Mittwochabend ein Treffen im Netz statt. Chorzeit im Homeoffice sozusagen. „Gesungen wird zwar nicht, das lässt die Technik bei uns nicht zu.“ Grund sind hier etwa Verzögerungen, die ein gleichzeitiges Singen im richtigen Takt und Tempo unmöglich machen.

„Doch wir sehen uns und können miteinander reden, das ist schon echt was wert“, berichtet Martina Schulte weiter. „Ansonsten halten wir schon immer regen Kontakt in unserer Whats-App-Gruppe, das sind immerhin über 30 Mitglieder.“ In den Gesprächen während des virtuellen Treffens im Netz erfahre man dann etwa, dass sich viele in den Medien über den aktuellen Stand in der Corona-Krise auf dem Laufenden halten. Jeder will ja wissen wie sich alles so entwickelt mit den Virus. Arbeitsplatz, Gastronomie, Abstandsregeln, Reisen, Grenzschließungen und vieles mehr.

Nicht zu vergessen sei die Frage: Wann dürfen wir endlich wieder singen? Die könne leider niemand beantworten. Trotz allem: Bei den virtuellen Treffen der Young Voice herrscht keine Trübsal. Es werde viel Quatsch gemacht vor der Kamera und auch gelacht. „Wir sind ein sehr lustiger Haufen und halten fest zusammen. Das spürt man einfach. Auch wenn jetzt bei den virtuellen Treffen nicht alle mit dabei sein können. Das wechselt – so wie die Leute gerade Zeit haben. Das ändert nichts an unserem Zusammenhalt.“

Ferner schaue sich der Chor die vielen Beiträgen von anderen Chören im Netz an, die ihre im Homeoffice entstandenen Aufnahmen dort einstellen. Da gibt es viele tolle Beiträge.

Im Gesangverein Einöd-Ingweiler gibt zudem den Gemischten Chor mit seinen ebenfalls knapp 30 Sängerinnen und Sängern. Hier gebe es aber leider keine Möglichkeit, per Videokonferenz in Kontakt zu treten. „Da ich hier nur von einigen wenigen einen Handykontakt habe, musste ich mir was anderes einfallen lassen, um die Verbindung zu allen herzustellen. Ich habe mich hingesetzt, und allen im gemischten Chor einen Brief geschrieben“, erzählt die erste Vorsitzende weiter. Den sollen nun alle erhalten. Einige wenige Mitglieder hat Martina Schulte auch zufällig getroffen, auf der Straße, beim Spazierengehen oder beim Einkaufen. Dabei immer wieder ein Thema: Die sozialen Kontakte im Chor, die jeder sehr vermisst. Viele seien schon seit Jahrzehnten dabei und die so entstandenen Freundschaften müssen nun aus der Ferne gepflegt werden.

Alles in allem seien beide Chöre und ihre Chorleiter aber sehr glücklich und dankbar, dass bis dato keiner in diesem Gesangverein an Corona erkrankt sei. Was in anderen Chören in Deutschland durchaus der Fall war – darunter auch Infizierte, die sehr schwer getroffen waren.

„Wir hoffen natürlich auf ein baldiges Ende der Zeit ohne Gesang und Musik. Und wir freuen uns drauf uns alle wieder persönlich zu treffen, ohne Angst vor Ansteckung. Mit Umarmung und allem Drum und Dran, das wird ein Fest.“