Wünschenswerte Synergieeffekte

Fünf Kommunen in der Saarpfalz haben bereits die Prüfung des Jahresabschlusses und seiner Anlagen an das Rechnungsprüfungsamt des Saarpfalz-Kreises übertragen. Nun ist auch die Stadt Blieskastel als sechste Kommune in diese Kooperation mit eingestiegen.

Nach der Genehmigung durch den Kreistag haben Landrat Theophil Gallo und Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener die öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die Wahrnehmung von Prüfungsaufgaben durch die Rechnungsprüfung des Saarpfalz-Kreises unterzeichnet. Damit ist die Stadt Blieskastel die sechste Kommune, die die Prüfung des Jahresabschlusses und seiner Anlagen an das Rechnungsprüfungsamt des Saarpfalz-Kreises überträgt. Bereits seit 1990 bestehen in diesem Bereich Kooperationen mit Bexbach, Gersheim, Kirkel und Mandelbachtal. 2011 übergab Homburg sogar alle Aufgaben des Rechnungsprüfungsamtes an den Kreis. "Durch diese Kooperationen entstehen deutlich erkennbare und wünschenswerte Synergieeffekte. Zum einen profitieren die Partner von den langjährigen Erfahrungen der Kreisverwaltung, zum anderen können zudem auch enorme Kosten eingespart werden", betonte Gallo.

Haushalt spürbar entlastet

Den jährlichen Aufwendungen für die Stadt Blieskastel, die bei rund 17 000 Euro liegen, stehen nach einer Berechnung der Stadt Blieskastel immerhin Einsparungen von rund 170 000 Euro gegenüber, so der Kreis in einer Presseerklärung. Stolz sei Gallo auch auf die Eigenständigkeit des Saarpfalz-Kreises in dieser Frage: "Wir sind nicht auf Dienstleistungen von Wirtschaftsprüfungsunternehmen angewiesen. Unsere Mitarbeiter sind in der Lage, das selbst zu stemmen". Die Verwaltung des Saarpfalz-Kreises habe sogar die Umstellung des Finanz- und Rechnungswesens von der Kameralistik zur Doppik - im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen - in Eigenregie und ohne externe Unterstützung vollzogen.

Dazu gehöre auch die nicht einfache Erstellung der Eröffnungsbilanz. Zudem liege der Saarpfalz-Kreis im Vergleich zu den anderen saarländischen Gebietskörperschaften in Bezug auf den Stand der Jahresabschlüsse mit an vorderster Stelle, heißt es weiter.

Weitere wichtige Kooperation

Auch die Blieskasteler Verwaltungschefin zeigt sich mit der Lösung sehr zufrieden: "Nach der vor Kurzem in Forstangelegenheiten beschlossenen Zusammenarbeit zwischen Blieskastel und Homburg folgt nun ein weiterer wichtiger Kooperationsschritt auf dem Weg zu einer verantwortungsvollen und sparsamen Personalpolitik. Die im Rathaus frei werdenden Kapazitäten werden an anderen Stellen dringend benötigt, zumal bis 2020 rund 30 Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet werden. Ich sehe solche Veränderungen daher nicht zuletzt auch als Chance für Optimierungen im Verwaltungsablauf." Die Vereinbarung mit der Stadt Blieskastel trete am 1. Juli 2016 in Kraft und gelte zunächst bis zum 30. Juni 2020. Eine Verlängerung um jeweils fünf Jahre erfolge, sofern nicht einer der Beteiligten die Vereinbarung fristgerecht kündige, heißt es abschließend aus dem Landratsamt.

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