Historische Sichtungen unter der Lupe Spurensuche in der Region: Woher die Angst vorm bösen Wolf in der Saarpfalz kommt

Saarpfalz-Kreis · Schon seit dem 18. Jahrhundert gibt es immer wieder (falsche) Berichte über Wolfssichtungen in der Region. Wir sind auf Spurensuche gegangen.

 Wölfe im Saarpfalz-Kreis? Bisher gibt es keinen Nachweis, auch wenn das Saarland „Wolfserwartungsregion“ ist.

Wölfe im Saarpfalz-Kreis? Bisher gibt es keinen Nachweis, auch wenn das Saarland „Wolfserwartungsregion“ ist.

Foto: dpa/Ingo Wagner

Angst bis hin zur Hysterie, Aufregung, aber auch Vorfreude und Begeisterung, Neugierde und nicht zuletzt tief sitzende Skepsis: Groß und vielfältig ist die Bandbreite der Reaktionen und Emotionen, die an der Tagesordnung sind, wenn wieder einmal das Gerücht kursiert, es sei in der Region ein Wolf erspäht worden. Zumeist sind das abgelegene Stellen im weitläufigen und nur vereinzelt von Verkehrswegen zerschnittenen Kirkeler Wald, an denen der „Isegrim‟ aus der Fabel gesichtet worden sein soll. Der Wörschweiler Klosterbezirk, die Anhöhe über Bierbach („Schucht‟), beim „Franzosenkopf‟ und „Am Husar‟ zwischen Kirkel-Neuhäusel und Niederwürzbach … immer wieder ist von „sicheren‟ Beobachtungen und glaubwürdigen Spuren die Rede, auch wenn sich im Nachhinein ausnahmslos alle bisherigen Befunde als Irrtümer herausgestellt haben. Dass allenthalben mit dem Auftreten von Wölfen gerechnet wird, liegt nicht zuletzt am behördlichen Verhalten. „Wolfserwartungsregion‟ ist das Saarland, schließlich könne in der Tat jederzeit ein Tier aus der Eifel oder den Vogesen die Grenzen überschreiten. Entsprechend haben das Umweltministerium und nachrangige Ämter vorsorglich schon einmal einen „Wolfsmanagementplan‟ auf die Beine gestellt.