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Wirtschaftsförderung Saarpfalz zieht zufriedene Corona-Bilanz

Wirtschaftsförderung und Investitionskreditbank zogen an einem Strang : Unterstützung für Corona-gebeutelte Firmen

Für Wirtschaftsförderung Saarpfalz und die Saar-Investitionskreditbank sind sonst etwa Hilfen bei Firmengründungen Topthema. In Corona-Zeiten hat sich der Fokus allerdings geändert.

Eigentlich sollte der Montagnachmittag im Gründerzentrum des Saarpfalz-Parks in Bexbach „nur“ der Moment sein, in dem die Wirtschaftsförderung Saarpfalz und die Saarländische Investitionskreditbank (SIKB) ihrer lange bestehenden Zusammenarbeit mit einer offiziellen Vertragsunterzeichnung einen formellen Rahmen geben.

Doch wenn zwei Institutitionen der Wirtschafts-Unterstützung in diesen Tagen an die Öffentlichkeit treten, dann ist es vor allem die Corona-Pandemie, die den Scheinwerfer ausrichtet – so auch am Montag. Wie hat man als SIKB und saarpfälzische Wirtschaftsförderung in den zurückliegenden Monaten Unternehmen geholfen, die durch den Corona-Lockdown in existentiell bedrohende Schieflage geraten sind? Wieviel Geld wurde da in die Hand genommen? Wie sieht die aktuelle Lage und die Zukunft aus? Diese Fragen und einige mehr kreisten um die eigentliche Vertragsunterzeichnung, geleistet von Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo und Doris Woll, der Vorstandsvorsitzenden der SIKB. Woll machte einleitend aus Sicht ihres Hauses deutlich, dass man trotz Corona bislang ein gutes Jahr 2020 für Unternehmensgründungen melden könne. „Das lässt auch zuversichtlich sein. Unternehmensgründer gehen trotz Corona ihren Weg.“ Ähnlich positiv zeige sich auch der Bereich der Unternehmensnachfolgen, „das ist eine Leistung, die wir gut gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Saarpfalz gestalten können“. Ein große Aufgabe in diesen Zeiten, so Woll weiter, sei die Stabilisierung des Mittelstandes. „Das ist eine besondere Aufgabe, die wir uns im Februar so nicht vorgestellt haben.“

Für die Wirtschaftsförderung Saarpfalz bestätigte deren Geschäftsführerin Doris Gaa die Lage-Beschreibung von Doris Woll, „an den Schwerpunkten unserer Arbeit hat sich in Corona-Zeiten nichts geändert, das können wir auch feststellen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben wir genauso viele Existenzgründungs-Beratungen und Ansiedlungsanfragen.“ Doch natürlich sei es in den zurückliegenden Monaten darum gegangen, Unternehmen aus den Branchen zu helfen, deren Geschäftstätigkeit von einem Tag auf den anderen durch den Corona-Lockdown komplett zum Erliegen gekommen sei. „Da bestand die Herausforderung darin, die laufenden Kosten dieser Unternehmen aufzufangen.“ Die Soforthilfen von Bund und Land seien hier, so Gaa, ein „Tropfen auf den heißen Stein“ gewesen. „Ein Teil unserer Arbeit waren danach Corona-Kredithilfen und Zuschüsse.“ Von hier aus habe sich, vornehmlich zur Liquiditäts-Überbrückung, dann der Bogen zur SIKB geschlagen. Michael Schmidt, Abteilungsleiter Vertriebsmanagement der SIKB, rückte hier vor allem den „Sofort-Kredit-Saarland“ in den Fokus. Dieser sei mit insgesamt 25 Millionen Euro aus der Landeskasse dotiert, rund 200 Kreditanträge mit einem Volumen von knapp 20 Millionen Euro lägen zwischenzeitlich bei der SIKB vor. Schmidt betonte dabei zwei Besonderheiten: Zum einen sei es bei diesem Fonds möglich gewesen, Kredite sowohl über die Hausbank als auch direkt über die SIKB zu beantragen – um so schnell reagieren zu können. Und: Hausbanken seien vom Haftungsrisiko für ausfallenden Corona-Kredite zu Lasten der SIKB und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) freigestellt worden. Damit, so Schmidt, habe man Kreditunterstützung auch für die Unternehmen ermöglicht, die zwar keine „Top-Bonität haben, aber unverschuldet in diese Krise geraten sind. Die Haftungsfreistellung hat es den Hausbanken leichter gemacht, in dieser Krisensituation ihren Kunden Geld zu geben. Das hat die Verfahren auch beschleunigt.“

Doris Woll machte aber deutlich, dass es sich eben um Kredite handele. Und die müssten natürlich auch zurückgezahlt werden. „Das ist ein wichtiger Punkt, dem wir Rechnung tragen müssen.“ So sei es bei einer Kreditvergabe unabdingbar, dass es sich beim Antragsteller um ein gesundes Unternehmen handeln müsse. „Das sind Prämissen, die trotz Corona gelten.“ Man wolle, wie Woll versicherte, vielen Unternehmen helfen, „man muss aber ehrlich sein: Allen Unternehmen kann man nicht helfen, weil da schon vor Corona Krisenindikatoren da waren.“ Hier kämen dann eher Zuschüsse als Unterstützung in Frage.

Landrat Theophil Gallo für die Wirtschaftsförderung Saarpfalz und die SIKB-Vorstandsvorsitzende Doris Woll machten die schon Jahre währende Zusammenarbeit der beiden Institutionen per Unterschrift offiziell. Foto: Thorsten Wolf

Theophil Gallo erinnerte vor dieser Gesamtkulisse daran, dass man gegenwärtig nicht einschätzen könne, was die Zukunft in Sachen Corona noch bringe. „Was dann passiert, wissen wir nicht. Wir wissen auch nicht, ob die Wirtschaft so etwas noch mal so verkraften wird wie jetzt, durch die Unterstützung vieler. Wir werden sehen. Aber wir sind zuversichtlich.“