Wiesn Umzug: Wiesn-Umzug wie im Bilderbuch

Wiesn Umzug : Wiesn-Umzug wie im Bilderbuch

Thorsten Bruch war mit dem Oktoberfest mehr als zufrieden - Zelt war der beliebteste Treffpunkt von Homburg.

Da saß er nun in der Kutsche, neben sich Bierprinzessin Natalie – und strahlte ein klein wenig mit der Feiertagssonne um die Wette. Aber dafür hatte Thorsten Bruch, Veranstalter und Festwirt der Homburger Wiesen, gestern beim großen Umzug durch die Homburger Innenstadt auch allen Grund. Der Tag der Deutschen Einheit präsentierte sich in einem ordentlichen Frühherbst-Wetter, weit über 30 Gruppen folgten Bruch auf dem Zug durch die Innenstadt vom Enklerplatz aus in Richtung Festzelt am Forum. Und damit präsentierte sich der Schlusstag der zehnten Homburger Wiesn so erfolgreich wie das ganze Fest. „Es war toll“, fasste Bruch vor Beginn des großen Umzugs um 13.30 Uhr die Jubiläums-Wiesn 2017 knapp zusammen,  „es war eine klasse Veranstaltung mit einer wahnsinns Stimmung. Die Wiesn war friedlich, mit einem tollen Publikum. Das zeigt uns, dass das Konzept, wie wir es auch im Detail umsetzen, wirklich gut ankommt. Wir gestalten das Zelt mit viel Liebe, legen viel Wert auf eine gute Ablauforganisation – und die Gäste danken uns das auch.“ Bei all diesem Erfolg wähle man kleine Schritte, um die Wiesn Jahr für Jahr zu verbessern. „Wir hatten in diesem Jahr zum ersten Mal eine LED-Leinwand in der Bühnenkonstruktion, die eine ganz andere Atmosphäre schafft.“ So gebe es, wie Bruch schilderte, in jedem Jahr kleine Veränderungen, „um uns Schritt für Schritt weiter nach vorne zu entwickeln“. Das hört sich nach Evolution an, eine Revolution stehe, trotz des anhaltend großen Erfolges, auch nicht ins Haus. Bruch: „Wenn wir uns erweitern wollten, dann müssten wir nach außen wachsen und Fahrgeschäfte mit dazunehmen.“ Hier zeigte sich der Festwirt allerdings einigermaßen zurückhalten bei der Bewertung einer solchen Veränderung. „Wenn man so etwas tun würde, dann müsste man es richtig tun. Dann darf ich nicht, mit Verlaub, alte Fahrgeschäfte platzieren, sondern man muss dann was Modernes bringen, das die Massen anlockt und attraktiv ist.“ Mit einem solchen Schritt würde man sich dann weg vom reinen Zeltfest in Richtung Oktoberfest im Münchner Stil entwickeln. „Die Schwierigkeit besteht  darin, dass in dieser Jahreszeit in vielen Großstädten viele ähnliche Veranstaltungen stattfinden. Und damit sind die großen ‚Knaller‘-Fahrgeschäfte blockiert. Und da sehe ich  die Gefahr, dass ich die Fahrgeschäfte, die ich haben will, nicht bekomme.“ Damit dürfte für die Zukunft feststehen, dass die Homburger Wiesn das bleibt, was die ist: Ein überaus erfolgreiches Zeltfest. Und das hat sich in den zurückliegenden zehn Jahren seines Bestehens sichtlich gemacht, an den acht Veranstaltungstagen besuchten mehr als 20 000 Gäste die Wiesn am Forum. Und die präsentiere sich, da war sich Bruch gestern sicher, eben im Vergleich zum Münchner Oktoberfest mit einigen deutlichen Vorteilen. „Man feiert hier nicht nur wie in Bayern, sondern man feiert hier auch mit Freunden. Wenn man nach München in ein Festzelt geht, dann trifft man nicht immer Bekannte. Hier in Homburg feiert man hingegen mit Freunden, man kann im Zelt umherwandern und die unterschiedlichen Angebote nutzen. Und man bekommt auch ein Bier, wenn man steht. All das ist in München im Zelt so nicht möglich. Da bleibt man auf seinem Sitzplatz , manchmal sogar bis zum Umfallen und die Sache ist erledigt.“ Als er vor zehn Jahren an der Mainzer Straße die erste Homburger Wiesn gefeiert habe, da habe er schon das Ziel gehabt, das Fest in der heutigen Form in Homburg zu etablieren. Und genauso soll es für ihn auch bleiben, neben den vielen anderen Veranstaltungen, die Bruch über das Jahr hinweg in der Region organisiert. „Genauso wie ich das Weihnachtsdorf organisiere, so mache ich auch den Festwirt bei der Wiesn. Das erfüllt mich mit Spannung, das mache ich gerne – für mich und für alle Homburger.“