Wie man Rekord-Witzbold wird

Homburg/Ludwigsthal. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Adolf Müller ist so ein Kandidat. Zwar verlor der Ludwigsthaler im Dezember bei "Verstehen Sie Spaß?" haushoch das Witzduell gegen den Rheinländer Stefan van den Eertwegh. Viele munkelten damals, es sei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen

 Adolf Müllers erstes Buch beschreibt seinen Aufstieg zum Rekord-Witzbold. Hier zeigt er sein Manuskript. Foto: Willi Hiegel

Adolf Müllers erstes Buch beschreibt seinen Aufstieg zum Rekord-Witzbold. Hier zeigt er sein Manuskript. Foto: Willi Hiegel

Homburg/Ludwigsthal. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Adolf Müller ist so ein Kandidat. Zwar verlor der Ludwigsthaler im Dezember bei "Verstehen Sie Spaß?" haushoch das Witzduell gegen den Rheinländer Stefan van den Eertwegh. Viele munkelten damals, es sei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Aber noch hält Müller mit dem dreimaligen Gewinn des Titels "Witzbold des Jahres" den Rekord. Dass der Weg dahin turbulent und manchmal hanebüchen komisch war, belegt sein Tatsachenbericht "Wie wurde ich Witzbold der Nation". Erschienen ist das mit vielen "Beweisfotos" bestückte Buch jetzt im Leipziger Engelsdorfer Verlag. Auf 177 Seiten hat der Mann mit dem Strohhut (dem Müllerschen Erkennungszeichen ist sogar ein Kapitel gewidmet: "Nicht ohne meine Kreissäge") seine Erlebnisse der vergangenen drei Jahre verarbeitet. Los geht es mit dem schicksalsträchtigen Anruf an einem verregneten Mai-Nachmittag 2004: "Hier ist das Frank Elstner-Team. Wir möchten Sie nach Köln zu 'Verstehen Sie Spaß' einladen." "Klar, und der Papst melkt Hühner. Veralbern kann ich mich auch alleine", beschreibt Müller seine erste Reaktion und legt wenig später "vor lauter Schreck" auf. Zwei Stunden später meldete sich Köln erneut. Der Rest ist Geschichte. Die Essenz des Ganzen sind natürlich Witze: Müllers eigene, auf saarländisch und hochdeutsch, und die seiner Konkurrenten. Dass er mit seinem Buch einen Nerv trifft, davon ist der 67-Jährige überzeugt. "Die ersten zehn Exemplare hatte ich zu Thalia ins Center gebracht. Ich musste nur kurz zum Auto, und als ich wieder kam, waren schon acht Stück verkauft", freut sich Müller, der ebenfalls erfolgreich bei der Homburger Narrenzunft im Einsatz ist. Öffentlich vorstellen würde er sein Erstlingswerk am liebsten zusammen mit Frank Elstner. "Das könnte klappen", ist der Stuckateur und Bauzeichner im Ruhestand zuversichtlich. Langweilig wird es Müller ohnehin nicht so schnell. Permanent erhält er Anfragen für Auftritte bei Shows und privaten Feiern. "Ich sage mehr ab als zu", gesteht der "lustige Opa". So bleibt noch Zeit für sein kurioses Hobby: "Führerscheine ablegen" nämlich. Die Sportboot-Führerscheine "Binnen" und "See" sowie das UKW-Sprechfunkzeugnis "für den Binnenschifffahrtfunk" nennt er bereits sein eigen. Jetzt fehlt nur noch der Funk-"Lappen" für die See. Um die 648 potenziellen Fragen samt Antworten zu verstehen, muss Müller allerdings erst mal fleißig englisch büffeln. "Das hält geistig fit." Spätestens ab dem 11.11. dreht sich dann wieder alles um die Fastnacht. "Für die große Prunksitzung in der Kaiserslauterer Fruchthalle hab ich bereits den Vertrag unterschrieben."