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Wie die Homburg den Betrieben helfen will

Maßnahmen der Wirtschaftsförderung in der Corona-Krise : Wie die Stadt Homburg den Betrieben helfen will

Der Corona-bedingte Shutdown macht auch in Homburg den Unternehmen zu schaffen. Läuft man etwa durch die Saarbrücker Straße, sieht man nur geschlossene Geschäfte und Entschuldigungs- und Erklärzettel an den Türen.

Immerhin, sagt die Homburger Wirtschaftsförderin Dagmar Pfeiffer, sehe sie kein Unternehmen, „das jetzt schon kritisch dasteht. Ich hoffe, dass das so bleibt.“ Und welche Unterstützung erfahren die Betroffenen vonseiten der Behörden?

Pfeiffer erklärt, die Stadt habe auf ihrer Homepage und bei Facebook alle Unternehmen aufgelistet, die geöffnet blieben und die hätten schließen müssen. „So schaffen wir Klarheit“, sagt Pfeiffer. Stark nachgefragt hätten auch Handwerksunternehmen hinsichtlich Kurzarbeitergeld. Daher habe man entsprechende Informationen auch im Netz und bei Facebook aufgelistet – neben den aktuellen Hilfsprogrammen und Korrekturen der Saar- und Bundes-Ministerien, etwa zu Sofortkrediten. Alle vier Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung seien im Einsatz, um Fragen zu beantworten und schnell zu helfen. „Das sind meistens keine Standard-Probleme“, schildert Pfeiffer. So gehe es schon mal darum, einen Ansprechpartner im Land zu vermitteln, wenn beim Jobcenter niemand abhebt. Oder einer Unternehmerin einen Kontakt bei der Bank zu nennen.

Über die genannten Kanäle und eine angedachte Anzeige bewerbe man auch die Angebote von Restaurantbetreibern. Die Gastronomen habe man angeschrieben und abgefragt, wer einen Lieferservice oder Mittagstisch anbiete – via Mail, Facebook und per Post. „Ich telefoniere den ganzen Tag, aber viele reagieren nicht. Die Rückmeldung ist relativ gering. Wir haben nicht von allen eine Telefonnummer, denn manche sind nicht im Restaurant und haben ihr Telefon nicht umgestellt“, erklärt Pfeiffer. Ein Problem sei hier auch die Datenschutzgrundverordnung: Weiß man von einem Gastronom, das er ein einen Dienst anbietet, erreicht ihn aber nicht, darf man ihn nicht bewerben. „Daher ist es wichtig, dass sie Kontakt zu uns aufnehmen.“

Die überraschende Schließung habe vor allem den Einzelhandel „richtig hart“ getroffen. Insbesondere die inhabergeführten Einzelhändler der Altstadt versuche man dafür zu begeistern, ihre Produkte in der Krise online anzubieten. Das funktioniert über die Website www.wir-in-homburg.de und das dahinter gestehende Unternehmen Atalanda, das deutschlandweit versucht, regionale Märkte auf den Weg zu bringen. Während die Händler einen Vertrag abschließen müssten, um die Verkaufsfunktion zu nutzen, könnten sie nun auch ohne solche Bindung Gutscheine verkaufen. „Man braucht keine eigene Homepage oder einen Onlineshop oder ein Warenwirtschaftssystem, kann seine Produkte individuell einstellen. Die Schnelligkeit sehe ich als Vorteil“, wirbt Pfeiffer für eine Teilnahme, doch: „Viele sind leider der Meinung, dass es auch alleine geht. Wir glauben, effektiver ist es, gemeinsam zu gehen.“

Pfeiffer appelliert auch an den Zusammenhalt der Homburger: „Bitte unterstützen Sie gerade in diesen schwierigen Tagen die lokale Geschäftswelt und schauen Sie sich nach einem Lieferservice vor Ort um, bevor Sie online bei den großen Internethändlern bestellen. Auch nach überstandener Krise möchten wir schließlich alle noch eine belebte Innenstadt mit einem bunten Geschäfts- und Gastronomieangebot haben.“

Einzelhändler und Gastronomen werden gebeten, ihr Liefer- und Abholangebot inklusive Öffnungszeiten, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und gegebenenfalls der Webseite mitzuteilen. Die Angaben können per E-Mail an stadtmarketing@homburg.de geschickt werden.

Auch der Gewerbeverein Homburg unterstützt seine Mitglieder derzeit mit einer Sammlung von Links und aktuellen Infos etwa zu Hilfsprogrammen, die per Mail verschickt werden. Gewerbevereinsvorsitzender Marcel Schmitt: „Manche freuen sich, dass wir das machen.“

www.homburg.de/index.php/wirtschaft/wirtschaft/stadtmarketing https://atalanda.com/homburg