Wenn Jugendliche im Netz gefangen sind

Wenn Jugendliche im Netz gefangen sind

Homburg. Das Internet hat die Welt der Jugendlichen nachhaltig verändert, da sind sich die Experten sicher. Doch ob Segen oder Fluch, da scheiden sich die Geister

Homburg. Das Internet hat die Welt der Jugendlichen nachhaltig verändert, da sind sich die Experten sicher. Doch ob Segen oder Fluch, da scheiden sich die Geister. Alleine in den vergangenen 14 Tagen haben zwei Studien recht unterschiedliche Ergebnisse präsentiert: Spricht die eine davon, dass das Internet und die mit ihm verbundenen neuen Kommunikationswege durchaus die Sozialkompetenz junger Menschen stärken können, so warnt die andere davor, dass ein zu ausgedehnter Konsum zu nachhaltigen Beeinträchtigungen führen könne. Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, da sind sich auch Nathalie Gessner und Denise Schindler sicher. Die beiden Schauspielerinnen des Weimarer Kulturexpress' waren am Mittwoch mit ihrem Zwei-Personen-Stück "Sprich mit mir!!!" zu Gast am Homburger Gymnasium Johanneum. Ihr Thema: der sinnvolle Umgang mit den neuen Medien im Spannungsfeld zwischen Realität und Virtualität. Ihr Instrument: Die Geschichte der jungen Jule und ihrer alleinerziehenden Mutter. Nach einem beruflich bedingten Umzug muss sich Jule, eindrucksvoll gespielt von Nathalie Gessner, in einem neuen sozialen Umfeld zurecht finden. Das gelingt nicht wirklich gut. Die Mutter, hier überzeugte Denise Schindler als Opfer einer (über-)fordernden Berufswelt, hat wenig Zeit und kaum ein Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Tochter. Schnell werden Gameboy und Handy zum Ersatzstoff, eine neue Qualität erhält die Situation, als Jule zum Geburtstag einen Laptop erhält. Im Internet entdeckt das junge Mädchen eine neue Welt mit neuen Menschen, die Jule das Gefühl geben, ihr zuzuhören. Doch die neue Welt hat ihren Preis, Jule vernachlässigt ihr wirkliches Leben, am Ende droht sogar ihr Tod.Eine allzu einfache Lösung wollen Gessner und Schindler mit ihrem Stück nicht bieten, dass das eine zwangsläufig zum anderen führe, das halten die beiden für wenig nachvollziehbar. "Es gibt keine Regelmäßigkeiten. Es ist nicht jeder Mensch gleich, es kommt auf die Gesamtsituation an", ist sich Denise Schindler sicher. Und auch Nathalie Gessner hat eine reflektierte Position zu den neuen Medien. "Das Internet darf man nicht verdammen. Es ist ein gutes Medium, aus dem man viel erfährt." So ist die Geschichte Jules "eine Möglichkeit, wie sich so etwas entwickeln kann. Wir wollen so erreichen, dass die Schüler über ihr eigenes Verhalten nachdenken." thw

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