Wenn der Nikolaus rockt

Erbach. Hart oder zart? Diese Frage stellt sich inzwischen in fast jedem Jahr am Nikolausabend - zumindest seit dem Zeitpunkt, seitdem die Sportgemeinde (SG) Erbach mit ihrem Nikolausrock-Konzert für Besinnlichkeit der etwas anderen Art sorgt

Erbach. Hart oder zart? Diese Frage stellt sich inzwischen in fast jedem Jahr am Nikolausabend - zumindest seit dem Zeitpunkt, seitdem die Sportgemeinde (SG) Erbach mit ihrem Nikolausrock-Konzert für Besinnlichkeit der etwas anderen Art sorgt. Genießen die einen auf einem der Weihnachtsmärkte das Fest rund um den Mann mit der roten Mütze eher zart bei Glühwein und Zimtwaffel, so schätzen andere es eher hart, wenn ihnen mit einer ordentlichen Anzahl von Dezibel die Weihnachtszeit förmlich um die Ohren geblasen wird. So geschehen am vergangenen Samstag, als Groove Effect als Vorband und die Revengers als Haupt-Act beim Nikolausrock für ordentlich Dampf unter der roten Mütze sorgten. Das Repertoire der beiden Bands hob sich dabei deutlich vom allgegenwärtigen Weihnachtsbegleitsound ab, mit Songs von Sunrise Avenue, Him, Bon Jovi oder auch den Ärzten zeigten schon Groove Effect, dass sich Weihnachten auch anders anhören kann, als es Bing Crosbys "White Christmas" gemeinhin vorgibt. Mit Bill Withers "Ain't no sunshine" gab es vor der Umbaupause von den Jungs um Leadgitarrist Johannes Bay aber auch noch deutlich besinnlichere Töne zu hören. Genau diese Umbaupause gestaltete sich fast als Achillesferse des Abends, schier endlos lange dauerte es, bis die Revengers als Headliner des Abends endlich spielfertig die Bühne in Besitz genommen hatten, über 50 Minuten mussten die Fans auf den ersten Ton aus der Gitarre von Charly Fottner warten. Einigen Gästen dauerte es zu lange. "Ich habe jetzt schon meine dritte Zigarette geraucht und friere mich langsam hier draußen zu Tode", stöhnte Martin Welsch über die lange Zwangspause, die der Kuseler zum Großteil wartend vor der Halle verbracht hatte. Doch was lange währte, wurde dann doch richtig gut: Überaus rockig und dem Anlass angemessen, legten die Revengers endlich los, sehnsüchtig erwartet von den Fans in der Halle. Mit Songs von Steppenwolf und Reamonn zeigten Sänger Rick de Soto, Gitarrist Charly Fottner und die anderen Revengers gleich zu Beginn, wo beim Nikolaus der Hammer hängt. Und auch die Fans waren mehr als versöhnt. Martin Welsch: "Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt." "Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt."Martin Welsch