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Weit mehr als bloß Verzehr von Speisen

Weit mehr als bloß Verzehr von Speisen

Ab Freitag richtet sich das Augenmerk von Köchen und Gourmets der Region auf das Bio-Weidelamm aus dem Biosphärenreservat. Dann startet die Bliesgau Lammwoche, bei der Kochkunst und Nachhaltigkeit zusammengebracht werden.

Zum 13. Mal findet in diesem Jahr die Bliesgau Lammwoche statt, die jedoch länger als eine Woche läuft: Von Freitag, 2. Oktober, bis Sonntag, 11. Oktober, werden in elf Spitzenrestaurants im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Lothringen wieder Lammgerichte aufgetischt. "Auch diesmal werden gemäß den Leitgedanken der Leader-Region Biosphärenreservat Bliesgau ausschließlich Bio-Weidelämmer verarbeitet", erklärt Organisator und Kunst-Schäfer Rudolf Schwarz aus Ballweiler. Mitveranstalter ist das saarländische Umweltministerium. Wie Umweltminister Reinhold Jost erklärt, könne man häufiger beobachten, "dass Essen auf eine mit möglichst geringen Kosten und geringem Aufwand zu erledigende Nahrungsaufnahme reduziert wird". Die Lammwoche schärfe dagegen das Bewusstsein dafür, dass ein gut und liebevoll zubereitetes Menü ein Kunstwerk darstelle und das Essen zweifelsohne ein wichtiger sozialer und kultureller Akt sei - und keine lästige Notwendigkeit. Die Kunst des Kochens sei bei aller Kreativität zuallererst auf die Qualität der Zutaten angewiesen. Vor diesem Hintergrund werde die Lammwoche auch in diesem Jahr wieder den Beweis antreten, dass hochwertige regionale Produkte die Basis aller Kunst am Herd bilden. Wie Kunst-Schäfer Rudolf Schwarz erläutert, seien die Grundprinzipien der biologischen Schafhaltung das Wirtschaften im Einklang mit der Natur, der Schutz der Ressourcen, die artgerechte Tierhaltung und neue Entwicklungsmöglichkeiten für den ländlichen Raum.
Anfang liegt Jahre zurück

Rudolf Schwarz, 80 Jahre alt und immer noch voller Schaffensdrang als (Objekt-)Künstler und Ideengeber, hatte die erste Bliesgau Lammwoche bereits 1993 angestoßen. Schon zum Start war ihm die Betrachtung des Kochens und Essens als künstlerischer Akt ein Anliegen. So ist für Schwarz die Lammwoche mehr als der Verzehr von Speisen. Gerne zitiert er Peter Kubelka, den Kunstprofessor aus Wien: "Kochen ist die älteste Bildende Kunst der Menschheit. Kochen und Essen sind Ereignisse. Ihre Botschaften sind nicht übertragen; sie sind Botschaften. Nicht auf dem Papier, sondern im Mund werden sie gelesen. Die essbaren Botschaften sind Ereignisse, die im Sinne des Koches ausgewertet werden. Der Genuss prägt sich unvergesslich ein." Wie Rudolf Schwarz betont, bringe die Bliesgau Lammwoche "die Kochkunst, die Esskultur, die Bildende Kunst , das Genießen und die Wertschätzung für qualitätsvolle regionale Nahrungsmittel und nachhaltiges Denken zueinander". Damit entstehe Wohlbefinden, Zugehörigkeit und Verortung. In dieser Versammlung würden die Sinne für regionale Identität geschärft. So könne das Bewusstsein wachsen, unseren menschlichen Lebensraum zu schützen, damit er auch für künftige Generationen lebenswert bleibe. Der Kunst-Schäfer lebe dieses Zueinanderbringen. Seine Kulturprojekte, wie die Lammwoche oder der Bliesgauhocker, stünden immer auch im Zeichen der Bewusstseinsbildung für die zentralen Themen, die zur nachhaltigen Entwicklung unseres Lebensraumes von überlebensnotwendiger Bedeutung seien, ist er überzeugt.

Weitere Informationen gibt es beim Kunstschäfer Rudolf Schwarz in Blieskastel-Ballweiler unter der Telefonnummer (0 68 42) 16 93.

kunstschaefer.de