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Weihnachtsdorf ohne Silvesterparty

Weihnachtsdorf ohne Silvesterparty

Eisbahn, Buden, die Alm-Hütte, Musik- und Kinderprogramm: Das Homburger Weihnachtsdorf setzt in diesem Jahr aufs Bewährte. Allerdings läuft es nur bis zum 30. Dezember. Die beliebte Silvesterparty entfällt – einfach weil an diesem Termin kein Personal zu finden sei, sagt Veranstalter Thorsten Bruch.

Markus Müller muss sich ranhalten: Er ist sozusagen der Eismann und muss ordentlich sprühen, damit das Eis auch dick genug ist, für alle, die beim Homburger Weihnachtsdorf auf Kufen unterwegs sein wollen: Die Eisbahn ist nämlich eines der Pfunde, mit dem die zweite große Vorweihnachts-Veranstaltung in Homburgs Mitte wuchern will. Das Weihnachtsdorf geht in seine mittlerweile fünfte Runde. Am Dienstag, 9. Dezember, ist Eröffnung - und es wird wieder das geboten, was man so gewohnt ist, wenn sich der Nikolausmarkt verabschiedet hat: die Eisbahn, Buden, Kinderprogramm und Musik. Thorsten Bruch, Organisator des Ganzen, ist zufrieden mit den vergangenen Jahren. "2012 war arg verregnet", sagt er, denn: "Wetter brauchen wir auch. Wenn es permanent regnet, dann merkt man es auch an den Besucherzahlen."

Ob es hier im kommenden Jahr wieder ein Weihnachtsdorf geben und ob Bruch es stemmen wird, ist noch unklar. 2010 hatte die Stadt die Organisation des Weihnachtstreibens auf dem Christian-Weber-Platz in die Hände des erfahrenen Feste-Machers gelegt. Zuvor war Homburg auf die Nase gefallen mit dem barocken Sternenmarkt, den die Besucher nicht annahmen.

Bruch wagte den neuen Versuch am alten Platz, investierte ordentlich in Hütten, die Technik, in die Heizung für Wasserschläuche, die man für Veranstaltungen im Winter brauche, und in die Deko - insgesamt "weit über 200 000 Euro" seien es gewesen, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu fielen immer weitere Kosten an für die Lagerung, die Instandhaltung und anderes. Bruch bekam damals eine Anschubfinanzierung von 50 000 Euro vom Förderkreis Stadtmarketing, eine längerfristige Zusage über fünf Jahre Weihnachtsdorf und jährliche Zuschüsse - kleiner und nicht vergleichbar mit der Anfangssumme, so Bruch. Die fest zugesagte Zeit ist fast zu Ende. "Ich habe nur noch einen Vertrag für dieses Jahr", informiert er.

Nach dem Ende des Weihnachtsdorfes werde es Gespräche geben. Er habe Interesse, es weiter zu betreiben. Allerdings sei dies ohne die Zuschüsse der Stadt, "nicht in der Form" möglich. Natürlich sei auch das Engagement von Sponsoren wichtiger Baustein für das finanzielle Bestehen des Weihnachtsdorfes. Insgesamt ist er mit Blick aufs Weitermachen "guter Dinge".

Homburgs Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff bestätigte, dass Bruchs Vertrag mit Ende dieses Weihnachtsmarktes auslaufe. Für den Winter kommenden Jahres werde also eine neue Entscheidung benötigt, erläuterte Kruthoff und gab allgemeine Beispiele, was denkbar sei: So könnte der Rat beispielsweise beschließen, dass das Winterdorf weiter bestehen bleiben soll. In diesem Fall wäre im Frühjahr oder Frühsommer eine neue Ausschreibung denkbar. Da es dazu kommen könne, sei es derzeit nicht möglich, über die genaue Summe der Zuschüsse Auskunft zu erteilen, so Kruthoff weiter.

Jetzt können sich diejenigen, die Lichterzauber und Glühweinduft lieben, aber erst einmal auf das Weihnachtsdorf freuen. Doch es gibt eine Änderung: Das Dorf schließt mit dem 30. Dezember seine Pforten, die Silvester-Party mit Spaß in den Hütten wird es diesmal nicht geben. Das liegt nicht an mangelndem Interesse der Besucher, sondern am Personal . "Die Leute möchten an diesem Abend nicht arbeiten", sagt Bruch. Es sei so gut wie nicht möglich, genug Personal zu finden. Doch vor dem Schlusspunkt, kommt die Eröffnung. Bruch hofft auf viele Besucher und trockenes, kaltes Wetter. Schnee satt steht dabei nicht auf seiner Liste. "Wenn es schneit, dann bleiben viele zu Hause", sagt er. Gegen ein bisschen Weiß von oben -sozusagen als letztes i-Tüpfelchen für die Deko - hätte er allerdings nichts einzuwenden.

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HintergrundDas Homburger Weihnachtsdorf auf dem Christian-Weber-Platz wird am Dienstag, 9. Dezember, 18 Uhr, eröffnet. Eine Marchingband werde mit als Nikolaus verkleideten Musikern unterwegs sein. In über 30 Holzhütten bieten Händler Weihnachtliches an - auch Essen und Getränke. Auch die Eislaufbahn wird es wieder geben. Für Kinder bietet das Weihnachtsdorf ein Mitmach- und Unterhaltungsprogramm. Schulchöre, Theater- und Instrumentalgruppen gestalten das weihnachtliche Programm auf der Bühne. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch, 11 bis 21 Uhr, Donnerstag bis Samstag, 11 bis 22 Uhr, Sonntag, 12 bis 20 Uhr. An Heiligabend kann es von 10 bis 14 Uhr besucht werde, am 25. und 26. Dezember ist das Weihnachtsdorf geschlossen. Infos: www.homburger-weihnachtsdorf.de . ust