Wasserstofftechnologie: Gibts Expertenhilfe für Homburg?

Förderantrag gestellt : Wasserstofftechnologie: Gibt’s Expertenhilfe für Homburg?

Die Stadt Homburg hofft auf Expertenhilfe beim Thema Wasserstofftechnologie. Man beteilige sich an einem Förderantrag des saarländischen Wirtschaftsministeriums an den Bund. Ziel sei es, dass ein Experte Homburg und andere in den Antrag involvierte Kommunen berate, schildert Stadtsprecher Jürgen Kruthoff.

Konkret geht es um das Bundesförderprogramm „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“, wie das Wirtschaftsministerium erläutert.

Den Förderansatz habe das Bundesverkehrsministerium im Dezember 2018 vorgestellt – bewerben könnten sich als „HyExperts“ Regionen, die den sauberen Energieträger Wasserstoff im Rahmen einer regionalen Wasserstoffwirtschaft einsetzen wollen. Das Saarland habe dies Anfang Oktober als „H2-Modellregion_Saar“getan. Eine Jury bewerte nun die eingereichten Konzepte und küre Anfang 2020 die Gewinner. Im ersten Schritt habe sich das Wirtschaftsministerium um 200 000 Euro für externe Unterstützung und 30 000 Euro für Sachkosten wie einen Abschlusskongress beworben. Im Vorfeld der Antragstellung hätten sich 23 Partner zusammengefunden, die bereits Potenziale identifiziert oder erste Erfahrungen mit Wasserstoff und Brennstoffzelle gesammelt haben, um die gemeinsame Projektidee zu formulieren. Darunter Homburg und die Stadtwerke Homburg.

Ein wichtiges Thema hier ist die geplante Wasserstofftankstelle, die in der Stadt errichtet werden soll und die sich noch in einem „sehr frühen Stadium“ befinde. Daher könne man zu zeitlichem Ablauf, möglichen Kosten und späterem Betreiberkonstrukt nichts sagen.

Das Gelände der heutigen Erdgastankstelle der Stadtwerke Homburg in der Berliner Straße gilt als möglicher Standort. Er sei aber noch nicht festgelegt, er hänge besonders von der genehmigungsrechtlichen Situation ab. Dort kann man auf eigene Grundstücke zurückgreifen und durchläuft womöglich leichter ein Genehmigungsverfahren, weil es die Erdgastankstelle dort schon gibt, so Kruthoff. Die Stadtwerke hätten allerdings „in ersten Gesprächen bereits positive Signale gesendet und grundsätzlich die Bereitschaft erklärt, den Standort für die Errichtung der Tankstelle zur Verfügung zu stellen“. Bürgermeister Michael Forster (CDU) sei von der Zukunftsfähigkeit der Technologie überzeugt und bei einigen Firmen in Homburg und Umgebung auf offene Türen gestoßen. Zum Teil forschten diese Firmen bereits seit längerem im Bereich der Brennstoffzelle. Er nehme momentan eine moderierende Rolle ein, um die verschiedenen Akteure, die an der Wasserstofftechnologie interessiert sind, zusammen und das Thema voran zu bringen. Die entsprechenden Schritte müssten zu gegebener Zeit noch in den Gremien vorgestellt werden.

„Somit soll mittelfristig die Industrie gestärkt und ein bedeutsamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden“, teilt Kruthoff weiter mit. Bosch und Schaeffler hatten kürzlich angekündigt, Wasserstoff-betriebene Fahrzeuge anschaffen, sobald es in Homburg eine H2-Tankstelle gibt.