Stadtwerke : 18 Brunnen sprudeln für Homburg

Mochten manche Tage auch noch so heiß sein, an keimfreiem, gut gefiltertem Trinkwasser mangelte es nicht.

Die Kreisstadt Homburg ist für seine hohe Wasserqualität bekannt. Damit dies so bleibt, investieren die Stadtwerke kontinuierlich in Anlagen und Netze. Im Jahr 2015 galt dies besonders anlässlich des 60-jährigen Bestehens für das Wasserwerk in der Brunnenstraße. Mit einem Investitionsvolumen von drei Millionen Euro erfolgte eine Runderneuerung mit Blick auf die  nächsten Jahrzehnte. Im neuen Anbau in Richtung Sanddorf sind seit vergangenem Jahr eine neue Aktivkohleanlage, eine UV-Desinfektion sowie ein neues Blockheizkraftwerk in Betrieb. Es erzeugt selbst den Strom für den Betrieb der Pumpen und Anlagen. Die Wärme wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Filtert die Aktivkohleanlage das geförderte Grundwasser, sorgt die Desinfektion mit UV-Licht zusätzlich für gutes Trinkwasser – und dies ohne den Einsatz von Chlor. Auch während der umfangreichen Arbeiten ist es dem Mitarbeiter-Team im Wasserwerk gelungen, die Anlage konstant in Betrieb zu halten. Aber wie kommt eigentlich das Trinkwasser in die Haushalte?

In Homburg stammt die Trinkwasserförderung aus den 18 Brunnen der Stadtwerke, ausschließlich aus Grundwasser. Der Homburger Buntsandstein ist hierbei ein hervorragender natürlicher Filter. So zeichnet sich das Trinkwasser als weiches Wasser aus. Regelmäßig erfolgen chemische und mikrobiologische Kontrollen, um die hohe Qualität der Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Neben der Anlage in der Brunnenstraße, am Stadtpark,  steht auch das Wasserwerk in Kirrberg zur Förderung und Aufbereitung des Trinkwassers zur Verfügung. Sieben Hochbehälter mit einem Gesamtfassungsvermögen von 11 260 Kubikmeter sind für die Wasserversorgung im Einsatz.

Das Trinkwasser kommt über ein Leitungsnetz von 370 Kilometern Gesamtlänge in die Haushalte und in die Betriebe in Homburg. Zusätzlich betreiben die Stadtwerke Druckerhöhungsstationen, um Trinkwasser in Aussiedlerhöfe und höhere Siedlungsanlagen zu bringen. Diese befinden sich in Schwarzenbach, Einöd, am Universitätsklinikum, in Jägersburg für Altbreitenfelderhof und in Altbreitenfelderhof für Websweiler. Pro Tag verbraucht ein Homburger Bürger durchschnittlich 101 Liter Trinkwasser. Dank der regelmäßigen Überwachung vieler Werte gehört Trinkwasser zu den am besten überwachten Lebensmitteln in Deutschland. Jährlich werden über drei Millionen Kubikmeter Trinkwasser gefördert – also umgerechnet in etwa 20 Millionen gefüllte Badewannen. Die vorhandene Kohlensäure würde die Leitung angreifen und muss daher im Wasserwerk dem Trinkwasser entzogen werden.

Wer das Gebäude in der Brunnenstraße betritt, dem fällt zunächst einmal über der Pumpenhalle ein riesiges Wandbild auf, mit dem der Homburger Maler Heinrich Lau im Jahr 1955 den damaligen Siedlungsstand dokumentierte. Es wurde zwischenzeitlich restauriert. Einige Meter weiter befindet sich die Schaltzentrale. „Unsere große Schalttafel wurde 1998 zurückgebaut und dient heute nur noch als Ansicht. Mittlerweile geht alles nur noch über Computer. Das Uniklinikum gehört übrigens nicht unserem Wassernetz an, es verfügt über ein eigenes Netz“, berichtet der Leiter Jürgen Peter. Derzeit werden die Filter stückweise erneuert und mit Polyethylen (PE) ausgekleidet.

„Dadurch, dass wir im Mauerwerk viele Undichtigkeiten hatten und es sehr teuer wäre, das alles zu zerpressen, kleidet man nun die Filter mit PE aus. Zwei Filter sind bereits in Betrieb, der dritte wird gerade umgebaut. Dann folgt nächstes Jahr noch der vierte“, erklärt der stellvertretende Leiter Stephan Wendling.

Leiter Jürgen Peter (links) und sein Stellvertreter Stephan Wendling stehen vor der alten Schalttafel in der Zentrale des Homburger Wasserwerkes. Foto: Stefan Holzhauser

Im Keller des Gebäudes laufen sämtliche Leitungen von allen Brunnen zusammen. Und nebenan befindet sich noch die Aktivkohleanlage, in der für zwei Brunnen eine separate Aufbereitung erfolgt. An der Brunnenstraße können sich auch Schulklassen rund um das Thema Trinkwasser vor Ort informieren. „Anhand eines nachgebauten Brunnens und Teilen des Netzes im Hof, können wir den Kindern die einzelnen Abschnitte des Wassergewinnungspozesses veranschaulicht darstellen. Außerdem stellen wir den Lehrern Unterrichtsmaterialien zur Verfügung“, sagt  Stadtwerke-Pressesprecher Jürgen Schirra.

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