Was wird aus dem Erdbeerland in Homburg?

Gewerbegebiet : Erdbeerland ist eigentlich Gewerbeland

Bürgermeister Forster: Am Eingang von Homburg bietet das Areal eine Industrie- und Gewerbefläche in bester Lage.

Mit den Jahren hat sich das Industriegebiet Zunderbaum in Homburg recht ordentlich entwickelt. Für die Stadt selbst hat diese Entwicklung vor allem mit Blick auf die dort generierten Gewerbesteuereinnahmen allerdings eine geringere Bedeutung als für die Nachbargemeinde Kirkel, denn: Auf deren Gemarkung liegt ein Großteil des ehemaligen Bundeswehrdepots.

Homburgs Hoffnung auf eine steuerträchtige Ansiedlung liegen deswegen seit vielen Jahren auf dem Gewerbegebiet G 9, dem so genannten „Erdbeerland“, einer Brachfläche zwischen der Zufahrt zum Zunderbaum und dem Lappentascher Hof an der Bexbacher Straße/B 423. Gegenwärtig kann man sich kaum vorstellen, dass hier auf Sicht eine Zukunftsperspektive für die Einnahmesituation der Stadt entstehen soll, nahezu soweit das Auge reicht ist nichts zu sehen außer eine eher ungepflegte Wiesenfläche. Doch genau hier warten immerhin über 30 Hektar Land darauf, mit Gewerbe und Industrie erschlossen zu werden.

In der Vergangenheit bestimmte vor allem ein „Umlegeverfahren“ die Entwicklung des Areals (wir berichteten). Mit diesem Schritt sollte der auf 39 Eigentümer aufgeteilte „Flickenteppich“ in vermarktbare Grundstücke umgewandelt werden. Zum Hintergrund: Eine solche Umlegung, auch Baulandumlegung genannt, ist ein gesetzlich normiertes, förmliches Grundstücksflächentauschverfahren, das im Baugesetzbuch geregelt ist. Bei einer solchen Umlegung sollen Grundstücke geschaffen werden, die nach Lage, Form und Größe für eine bauliche oder sonstige Nutzung geeignet sind.

Als der Stadtrat nun anlässlich seiner ersten Sitzung der neuen Legislatur-Periode vor einigen Tagen zusammenkam, da stand auch das Erdbeerland auf der Tagesordnung (siehe auch Infobox) – allerdings nicht in Sachen einer konkreten Weiterentwicklung, sondern weil man im Zuge der noch ausstehenden Erschließung eine Rechnung für umfangreiche Vermessungsarbeiten für das Umlegeverfahren bezahlen musste.

Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) nutzte diesen Anlass aber im Vorfeld der Sitzung in einem Pressegespräch dazu, seine Vorstellungen für die Zukunft des Erdbeerlandes zu skizzieren und dessen Bedeutung zu betonen. „Das ist der Start in eine Entwicklung in Homburg, die wir auf jeden Fall verstärkt weiterverfolgen müssen – nämlich der Schritt in Richtung Erschließung des Erdbeerlandes.“ Dort habe man, so der Homburger Verwaltungschef, eine Industrie- und Gewerbefläche in bester Lage, „die uns Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Wir hoffen, dass sich dort Industrie und Gewerbe ansiedeln.“ Explizit nannte Forster hier auch mittelständische Unternehmen als potentielle Ansiedlungen. Und: „Gerade mit Blick auf neue Technologie wäre es wünschenswert, wenn wir einen Bereich hätten, der eine gewisse Gründerszene mitbedient.“ Dort solle und wolle man Leute dazu anhalten, sich selbstständig zu machen und „einen gewissen Transfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft hinein – und auch umgekehrt – zu generieren. Das versuchen wir dann auch mit unserer Wirtschaftsförderung zu gewährleisten“.

Noch ist das Gewerbegebiet G 9 an der B 423, das so genannte Erdbeerland, eine Brachfläche, hier sieht die Stadt aber viel Entwicklungspotential für eine zukunftsträchtige Ansiedlung von Unternehmen. Foto: Thorsten Wolf

Ein Vorbild für diese von Forster skizzierten Ideen könnte da das Gründerzentrum im Saarpfalz-Park in Bexbach sein. Dort wurden mit den Jahren nach Aufgabe der Saarpfalz-Kaserne durch eine erfolgreiche Konversion eben die Rahmenbedingungen für zahlreiche Unternehmensgründungen und Gewerbeansiedlungen geschaffen, inzwischen eine unbestrittene Erfolgsgeschichte.

Mehr von Saarbrücker Zeitung