Warmer Klang auf vier Saiten

Homburg. In Zimmer zehn ist in Homburgs Musikschule das Cello zu Hause. Warme Töne werden dem Instrument nachgesagt, der menschlichen Stimme ähnlich, und nicht zuletzt ein großer Tonumfang. Heute ist es Julia Bunte, die sich das Saiteninstrument zwischen die Beine klemmt und den Bogen in die Hand nimmt

Homburg. In Zimmer zehn ist in Homburgs Musikschule das Cello zu Hause. Warme Töne werden dem Instrument nachgesagt, der menschlichen Stimme ähnlich, und nicht zuletzt ein großer Tonumfang. Heute ist es Julia Bunte, die sich das Saiteninstrument zwischen die Beine klemmt und den Bogen in die Hand nimmt. Seit fünf Jahren lernt die 13-Jährige, darauf zu spielen, hat mit einer wesentlich kleineren Version begonnen, einem halben Cello. Diese und noch kleinere Varianten werden angeboten, damit sich auch jüngere Kinder an das Instrument heranwagen können. Einschränkungen gebe es nicht, sagt Lehrerin Birgitta Lauer-Müller (Foto: SZ). "Damit anfangen kann man von fünf bis 80 Jahren." Die Stunde beginnt mit dem Stimmen der Saiten, C,G,d,a - ein bisschen höher hier, ein bisschen tiefer da, dann kann's losgehen. Zunächst mit einer kleinen Improvisation, die Lehrerin spielt einen Ton, Julia antwortet darauf. Und schon da wird klar, warum sich viele in den Klang verlieben. Julia kam über die musikalische Früherziehung an die Schule, und wollte anschließend ein Instrument spielen. "Ich habe das Cello ausprobiert, mich hat interessiert, wie das ist", sagt sie. Gehört habe sie es vorher nicht so häufig. "Es ist was ganz Neues und hat mir gleich Spaß gemacht." Die Begeisterung hat bei ihr angehalten, sie ist dabei geblieben. "Der Erstkontakt ist ziemlich wichtig", sagt Birgitta Lauer-Müller. Generell sei es gut, dass man Schauen und Probieren darf, dabei erlebt, welche Instrumente es gibt. "Viele kommen gar nicht erst in Frage, weil sie zu Hause nicht bekannt sind." Das Cello habe es schon etwas schwerer, sei etwas Besonderes, sagt sie. Zum einen, weil Blasinstrumente gerade im Saarland häufiger gewählt würden, und zum anderen denke man bei Streichinstrumenten zunächst eher an die Geige. Die Begeisterung bei Erwachsenen sei oft schneller da. Hier ist der Wunsch, das Instrument zu lernen, gewachsen. Das liege wohl am warmen, wohltuenden, etwas tiefem Klangbild, "das man auch in sich trägt". Das ist zu hören, wenn Julia sich ihrem nächsten Stück widmet, einem Rondo von Bernhard Romberg. Es zählt zur Romantik, einer Zeit, als das Cello eine Renaissance erlebte. Bei ihr klingt das schon ziemlich professionell. Im Moment ist sie mit den verschiedenen Lagen beschäftigt. Das erfordert viel Konzentration und Übung. Denn anders als bei einer Gitarre gibt es keine abgeteilten Griffhilfen, Cellisten müssen sich so zurechtfinden. 20 bis 30 Minuten übt Julia täglich, "wenn ich dazu komme". "Das geht bei vielen nicht immer, dann müssen drei bis vier Mal pro Woche reichen", sagt ihre Lehrerin, die sich schon in der Ausbildung aufs Unterrichten, die Musikpädagogik, spezialisiert hat. Von ihrem Instrument ist sie bis heute begeistert: Vielseitig, sei das Cello, gebe die Möglichkeit, sich solistisch zu betätigen genauso wie in Gemeinschaft zu spielen. Es könne in Klassik, Jazz und Pop eingesetzt werden, decke Höhen und Tiefen gleichermaßen ab. Viele gute Gründe also, um sich darauf einzulassen - nicht nur für Julia Bunte.

 Birgitta Lauer-Müller
Birgitta Lauer-Müller

Auf einen BlickEin Violoncello ist ein Saiteninstrument und wird mit einem Bogen gestrichen. Gehalten wird es aufrecht zwischen den Beinen, meistens steht es auf einem ausziehbaren Stachel aus Metall. Bespannt ist das Cello heute mit vier Saiten: C, G, d , a. Das Griffbrett ist glatt, es gibt keine Bünde, also kleine Erhöhungen, als Orientierungshilfe wie bei der Gitarre. red Hintergrund19 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an der Musikschule Homburg. Angeboten wird Einzelunterricht in Klavier, Keyboard, Akkordeon, Violine, Cello, Gitarre, Blockflöte, Querflöte, Klarinette, Saxofon, Blechblasinstrumenten, Schlagzeug, Percussion und Gesang. Zudem gibt es musikalische Früherziehung für Vier- bis Sechsjährige sowie Musik und Tanz für die Kleinsten zwischen eineinhalb und vier Jahren mit ihren Eltern. Auch musikalische Ensembles gehören zum Angebot. 25 Minuten Einzelunterricht pro Woche kosten monatlich 33 Euro, 45 Minuten 66 Euro. Der Preis für die musikalische Früherziehung liegt bei 22 Euro monatlich. Ensembles kosten nichts. Anmeldung und Info: Carola Ulrich, Leiterin der Städtischen Musikschule Homburg, Gerberstraße 34, 66424 Homburg, Telefon (0 68 41) 17 29 42. ust