Wanderung durch die Welt des Jazz

Homburg. Jazz und eine gute Portion mehr als das boten am vergangenen Samstagmorgen die Society Syncopators beim Jazzfrühschoppen auf dem historischen Homburger Marktplatz. Graeme Bell, die australische Jazzlegende, sagte über die Formation aus Melbourne einmal: "Die Society Syncopators sind derzeit ganz einfach einer der Top-Jazz-Bands aus Australien

Homburg. Jazz und eine gute Portion mehr als das boten am vergangenen Samstagmorgen die Society Syncopators beim Jazzfrühschoppen auf dem historischen Homburger Marktplatz. Graeme Bell, die australische Jazzlegende, sagte über die Formation aus Melbourne einmal: "Die Society Syncopators sind derzeit ganz einfach einer der Top-Jazz-Bands aus Australien." Ob Bells Einordnung so zutrifft, davon konnten sich die zahlreichen Besucher des zweiten Jazzfrühschoppens der Saison mangels unmittelbarer Vergleichsmöglichkeit zwar wohl kein Urteil machen, der Applaus auf offener Szene allerdings ließ vermuten, dass Bell nicht so falsch liegt. Auch getragen durch die gute Stimmung, kein Wunder angesichts des strahlenden Sonnenscheins und der sommerlichen Temperaturen, wanderten die Syncopators souverän durch die Welt des Jazz, sie nur auf traditionelle Formen festzulegen, wäre zu simpel gedacht. Die musikalische Bandbreite hat dabei System und entspringt nicht unkritischer Wahllosigkeit, sichert ein breiteres Repertoire doch auch ein breiteres Publikum. So reihte sich so mancher hochwertige Gassenhauer in das anspruchsvolle Programm, dem Publikum gefiel es. "Bei vielen Jazzgeschichten kommt mir das Programm so statisch und gezwungen vor. Hier allerdings ist das ganz anders, das Ganze ist wie ein Best of der Jazzgeschichte. Mal ganz klassisch, mal völlig unerwartet. Das hat was", begeisterte sich Zuhörer Armin Völker. Der war eigentlich wegen des Nostalgiemarktes, am vergangenen Samstag kongenialer Partner des Jazzfrühschoppens auf dem historischen Marktplatz, nach Homburg gekommen. "Das ist natürlich eine gelungene Kombination. Erst ein bisschen zwischen den Ständen hindurch streifen, dann etwas Kühles zum Trinken bei gutem Jazz genießen. Diese Kombination könnte es für mich öfter geben." So lieferten die Jungs von "Down under" ihre Musik nicht nur für die Gäste des Jazzfrühschoppens, sondern noch für den halben Nostalgiemarkt. Am kommenden Samstag wird man auf diese gelungene Symbiose verzichten müssen, dann sollen und müssen es die Musiker der Maryland Jazzband of Cologne mit ihrem New-Orleans-Jazz ohne die Unterstützung eines zusätzlichen Publikumsmagneten richten. Dass das gelingen könnte, dafür stehen die Zeichen nicht schlecht. Seit mehr als 50 Jahren ist die Kölner Formation nun in Sachen Jazz international unterwegs. "Erst ein bisschen zwischen den Ständen hindurch streifen, dann guten Jazz genießen."Armin Völker