Voller Tank, voller Service

Homburg. Freundlich lächelnd empfängt Erdogan Feka den nächsten Kunden, der mit seinem schwarzen Polo an die Zapfsäule rollt. "Willkommen bei Shell" lautet seine Begrüßung. Wie immer bietet der 22-Jährige den vollen Service an: Auftanken, Ölstand prüfen, Scheibenwischwasser auffüllen, Scheiben putzen, Reifendruck prüfen

 Tankwart Erdogan Feka prüft bei den Autos seiner Kunden auch den Ölstand. Foto: SZ/Dauelsberg

Tankwart Erdogan Feka prüft bei den Autos seiner Kunden auch den Ölstand. Foto: SZ/Dauelsberg

Homburg. Freundlich lächelnd empfängt Erdogan Feka den nächsten Kunden, der mit seinem schwarzen Polo an die Zapfsäule rollt. "Willkommen bei Shell" lautet seine Begrüßung. Wie immer bietet der 22-Jährige den vollen Service an: Auftanken, Ölstand prüfen, Scheibenwischwasser auffüllen, Scheiben putzen, Reifendruck prüfen. Feka hat einen Beruf, der heute längst nicht mehr so alltäglich ist wie noch vor einigen Jahrzehnten: Er ist Tankwart an der Shell-Station in der Bexbacher Straße in Homburg. Dieser schon totgesagte Beruf erlebt zurzeit eine Art Renaissance. So auch an den vier saarländischen Tankstellen von Stefan Kuhn, zwei davon befinden sich in Homburg. Der Vorteil eines Tankwartes aus Kuhns Sicht: "Der Kunde muss sich nicht selbst die Hände schmutzig machen." Er selbst stamme noch aus der Zeit, in der ein solcher Service normal war. Das kann man von seinem Angestellten Erdogan Feka nicht behaupten. Dem 22-Jährigen fällt spontan nur ein Tankwart ein, der ihm einmal in seiner Kindheit in Koblenz begegnet ist. Er hält die Wiedereinführung aber für sinnvoll. "Ich bin ja auch dafür da, um die Kunden zu beraten", sagt er, während er die Motorhaube des Polos hochklappt. "Viele Leute fahren zum Beispiel mit zu wenig Öl", ergänzt Kuhn. Das sei schlecht für den Motor. Beim schwarzen Polo ist der Ölstand allerdings in Ordnung. Dafür füllt Feka das Scheibenwischwasser auf und passt den Reifendruck an. "Das wichtigste ist, die Leute sicher auf die Straße zurückzuschicken", sagt der Tankwart, der den Beruf schon seit 2008 ausübt. Geschult wurde er von seinem jetzigen Chef, Stefan Kuhn. Der bildet an seiner Station in St. Wendel neue Tankwarte aus. In zwei bis drei Tagen bekommen sie unter anderem Grundkenntnisse über den Konzern, über die verschiedenen Kraftstoffe, Ölwechsel sowie die richtige Kundenansprache vermittelt. Doch lohnt sich der personelle Aufwand auch? Der Service werde durchaus nachgefragt, betont Kuhn.An der Station in der Bexbacher Straße nutzten etwa 40 bis 60 Kunden die Leistungen von Erdogan Feka und seinem Tankwart-Kollegen, mit dem er sich im Schichtbetrieb abwechselt. "Ich habe sogar schon erlebt, dass ältere Frauen erst einmal wieder weggefahren sind, wenn der Tankwart noch nicht im Dienst war", sagt Kuhn.

Wird der Service nicht gewünscht, sei das auch kein Problem: "Dann geht der Tankwart einfach zum nächsten Kunden." Diejenigen, die den Service in Anspruch nehmen, zahlen in den meisten Fällen auch die freiwillige Servicegebühr von einem Euro. "Erdogan hat auch viele Stammkunden, die sogar noch mehr zahlen", sagt Kuhn, "er ist eben sehr hilfsbereit". Sein Angestellter ist inzwischen dabei, die Scheiben des Polos zu reinigen. Fünf Minuten ist Feka in etwa mit einem Auto beschäftigt - inklusive Auftanken. Der Polo-Fahrer ist zufrieden, zahlt bereitwillig den Euro für den Service und fährt davon. "Auf Wiedersehen und gute Fahrt!" sagt der Tankwart. "Der Kunde muss sich nicht selbst die Hände schmutzig machen."

Stefan Kuhn

HINTERGRUND

Für jedes Unternehmen ist es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besonders wichtig, sich mit erstklassigem Service vom Wettbewerber zu unterscheiden. Vor diesem Hintergrund hat die SZ die große Aktion "Saarlands Bester Service" ins Leben gerufen. Infos dazu gibt es - natürlich kostenlos und unverbindlich - bei Ihrer Saarbrücker Zeitung unter Telefon (06 81) 5 02 55 30 oder per E-Mail an die Adresse besterservice@sz-sb.de. Infos zur Aktion im Internet unter www.saarbruecker-zeitung.de/besterservice. red