VHS Homburg soll in Hohenburgschule einziehen

Ankündigung des Kulturbeigeordneten : VHS soll ein festes Zuhause bekommen

Die Volkshochschule Homburg soll in einer sanierten Hohenburgschule eine volle Etage erhalten. Das hat Homburgs Kulturbeigeordneter Raimund Konrad jetzt angekündigt. Geplant ist in dem Gebäude noch mehr, etwa ein kleines Stadtmuseum.

Wenn die Mitgliederversammlung der Volkshochschule (VHS) Homburg ansteht, dann geht es nicht nur um Routinen wie die Zahl der Kurse, die Zahl der Teilnehmer, den Kassenbericht und die Entlastung des Vorstandes. Vielmehr dreht sich seit Jahren vieles im Rechenschaftsbericht von VHS-Leiter Willi-Günther Haßdenteufel um die räumliche Situation der Bildungseinrichtung: Zu wenig Platz, auf zu viele Standorte in der Stadt verteilt, kein richtiges und auch repräsentatives Zuhause. Dreh- und Angelpunkt ist dabei immer die Zukunft der Hohenburgschule. Dort sieht Haßdenteufel den einzig geeigneten Standort für die VHS, seit Jahren kämpft er dafür, dass seine Einrichtung dort ein festes und vorzeigbares Heim erhält – jenseits der aktuelle Nutzung einiger Räume.

Am Montagabend nun bekräftige Haßdenteufel diesen Wunsch, zeigte sich aber im Rund der Teilnehmer der Mitgliederversammlung nach all den Jahren des Ringens um die Hohenburgschule als Sitz der VHS einigermaßen entmutigt. „Wer kämpft, der kann verlieren. Ich habe so langsam das Gefühl, dass ich diesen Kampf nicht gewinnen werde“, so sein Fazit anlässlich der aktuellen Situation. „Ich bin jetzt seit 17 Jahren Leiter der Volkshochschule Homburg, ich habe mich immer für diese Weiterbildungseinrichtung eingesetzt. Und mein Ziel war es immer, eine räumliche Heimat für die Volkshochschule Homburg zu finden.“ Anders als in anderen Städte im Umkreis, so in Neunkirchen, St. Ingbert und Zweibrücken, sei das räumliche Erscheinungsbild der Volkshochschule Homburg traurig, „wir haben keine räumliche Heimat“. Dabei sei, so Haßdenteufel überzeugt, Weiterbildung eine wichtige Säule der Gesellschaft. „Wer hier spart, muss das Geld an anderer Stelle ausgeben. Bildung kostet nunmal Geld. Und die Deutschen sind eigentlich dazu aufgefordert, in die Köpfe zu investieren – viel anderes haben wir nicht.“

Nach Haßdenteufels Rechenschaftsbericht, der abseits der räumlichen Lage ein positives Bild des zurückliegenden Geschäftsjahres zeichnete, lag der Ball dann in Sachen „Hohenburgschule“ im Feld der Stadt. Die hatte in Vertretung von Bürgermeister Michael Forster den ehrenamtlichen Kulturbeigeordneten Raimund Konrad in die Mitgliederversammlung entsandt. Und Konrad brachte, für Haßdenteufel überraschenderweise, durchaus konkrete Hinweise mit, wie es mit der VHS in der Hohenburgschule weitergehen soll. „Was die räumliche Ausstattung angeht, sehe ich das optimistischer als Willi-Günther Haßdenteufel. Wir sind im Moment dabei, die Hohenburgschule neu zu planen. Wir wollen sowohl das Alte Rathaus am Marktplatz renovieren und sanieren als auch die Hohenburgschule.“ Laut Konrad seien die ursprünglichen Pläne, die Hohenburgschule an einen privaten Investor zu verkaufen, vom Tisch. „Wir haben intern beschlossen, also: ich spreche hier für einen bestimmten Teil der Stadt und des Stadtrates, dieses Gebäude selbst von städtischer Seite aus zu renovieren und zu nutzen.“ Dazu gebe es schon grobe Pläne.

Diese Planungen seien, so Konrad, nicht ganz einfach bei einem so alten Gebäude. Und dann kam eine Aussage, die Haßdenteufel, das konnte man in seinem Gesicht deutlich ablesen, sichtlich überraschte. „Wir wollen in dieses Gebäude eine volle Etage für die Volkshochschule reinbringen“, so Konrad. Auch seien ein kleines Stadtmuseum, ein Ausstellungsbereich für Künstler, ein Bereich für Senioren, das Stadtarchiv und eine Aula geplant. Diese Sanierung rückte Konrad auch in den Kontext mit den Plänen, die Eingangssituation der Schlossberghöhlen neu zu gestalten.

Der Kulturbeigeordnete: „Mit anderen Worten: Wir versuchen hier in der Stadt ein Ensemble zu schaffen, bei dem die Volkshochschule mit eingebunden ist, bei dem die Hohenburgschule im Besitz der Stadt bleibt.“ Er selbst sei schon ein bisschen ungeduldig, räumte Konrad ein, er gehe aber, entsprechende Zuschüsse vorausgesetzt, davon aus, „dass sich dort in den kommenden zwei Jahren ganz wesentlich etwas tun wird“.

Diesen Ausblick Konrads zu räumlichen Veränderungen kommentierte Willi-Günther Haßdenteufel schlicht und knapp mit „das wäre erfreulich“ – in seiner Zurückhaltung durchaus nachvollziehbar, wurden in den vergangenen Jahren doch immer wieder räumliche Perspektiven für die VHS aufgezeichnet. Von denen wurde allerdings keine jemals Realität, noch immer finden Auftaktveranstaltungen des Bildungsträgers im Treppenhaus der Paul-Weber-Schule statt.

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