VHS Homburg: Für große Aktionen zu wenig Personal und Räume

Bildungseinrichtung präsentiert Programm : VHS Homburg hinkt weiter hinterher

Die Einrichtung hat im Vergleich zu anderen weniger Personal und keine eigenen Räume. Daher gibts auch keine Teilnahme an der „Langen Nacht der Volkshochschulen“. Sie bietet dennoch einiges.

Menschen, die in der Öffentlichkeit eine gewisse Bedeutung erlangen, verbindet man oft mit besonderen Orten: König Ludwig II. und sein Schloss Neuschwanstein, Philipp Scheidemann und den Balkon am Reichstag, Napoleon und sein Waterloo. Nun hat Willi-Günther Haßdenteufel weltweit in der Geschichte mit Sicherheit nicht die Bedeutung der drei Genannten, in Homburg ist er aber unzweifelhaft als Leiter der Volkshochschule und früherer Didaktik-Leiter des Homburger Gymnasiums Johanneum schon eine Person mit erhöhter öffentlicher Wahrnehmung. Und: Er hat mit den Jahren, wenn auch unfreiwillig, auch einen Ort gefunden, der untrennbar mit ihm verbunden ist: die Haupttreppe im Berufsbildungszentrum Homburg. Von dort muss er zwangsweise seit langem die Infoabende der VHS gestalten, so auch am Mittwochabend.

Konkret ging es da um die Sprachkurse, die der Bildungsträger in Homburg auch im Studienjahr 2019/2020 anbietet. Wer mag, der kann auf unterschiedlichsten Anforderungsebenen Fremdsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Arabisch und Chinesisch lernen. Schüler mit Migrationshintergrund haben zudem die Möglichkeit, sich Deutsch als Fremdsprache anzueignen. Auf all dies ging Haßdenteufel von „seiner“ Treppe aus ein, aber nicht nur darauf. So erinnerte er an die Weimarer Verfassung aus dem Jahr 1919, in der die Volksbildung, und damit auch die Volkshochschulen, erstmals gesetzlich verankert war. „Ziel war es, mündige Bürger zu erziehen. Das gilt bis heute.“ Volkshochschulen seien damals wie heute wichtige Institutionen in der Bildungs- und Kulturlandschaft. „Dem will auch die Volkshochschule Homburg gerecht werden.“ An dieser Stelle, „ich muss mich fast entschuldigen“, ging Haßdenteufel für die Unkundigen auf den Umstand ein, dass er seit vielen Jahren Infoabende im Treppenhaus und von der Treppe aus eröffnen muss. „Es ist eigentlich schade: Anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Volkshochschulen wird bundesweit gefeiert.“ So gebe es am 20. September bundesweit die „Lange Nacht der Volkshochschulen“, allerdings nicht in Homburg. Haßenteufel: „Wir können da nicht mithalten. Die Volkshochschule Homburg hat weder die räumlichen noch personellen Voraussetzungen. Die drittgrößte Stadt des Saarlandes hat kein eigenes Volkshochschul-Gebäude und leistet sich darüber hinaus nur einen ehrenamtlichen Leiter.“

Immerhin könne man aber mit den Infoabenden eine angenehme Atmosphäre schaffen, in der sich Interessierte über die Angebote der Volkshochschule informieren könnten. „In lockerer Runde sollen Sie“, so Haßdenteufel direkt an die Gäste gewandt, „herausfinden, welche Sprache, welches Niveau eines Kursus für Sie interessant ist. So ist dieser Abend gedacht.“ Dieser Abend habe zudem, auch mit der Einzelvorstellung der Dozenten, die Funktion, der Volkshochschule ein Gesicht zu geben. „Fast alle Dozentinnen und Dozenten sind heute Abend hier. Man weiß also ganz genau, wer die einzelnen Sprachen unterrichtet.“ Damit, so Haßdenteufel, sei eine Hemmschwelle vor Beginn des Unterrichts überwunden.

Er verwies auf die vielen anderen Angebote der Volkshochschule Homburg. „Wir haben uns auch diesmal wieder angestrengt und ein Angebot aus den vielfältigsten Bereichen zusammengestellt. Und ich denke, dass das, was wir hier zusammengebracht haben, sich sehen lassen kann.“ So habe man im Sommer den Computersaal der VHS komplett auf den Kopf gestellt. „Und ich darf zu durchaus interessanten Einzelveranstaltungen einladen.“ Hier nannte er aktuelle Themen wie den Klimawandel oder Foodsharing. Sein Credo: „Mit Volkshochschule geht Bildung weiter!“

Danach gehörte „die Treppe“ den Dozenten der Sprachangebote, die in aller Kürze zum einen ihr Angebot skizzierten, zum anderen auch gleich Schauplatz und Ort des Geschehens nannten. Danach ging es zum Kern des Abends, in Einzelgesprächen konnten die Gäste mit den Unterrichtenden Kontakt aufnehmen und konkret klären, ob und welches Kurs-Angebot das richtige ist. Auch die Geschäftsstelle der VHS mit Geschäftsstellenleiterin Isabelle Keßler und Haßdenteufels Stellvertreter Hans Burgard – er unterrichtet auch – standen den zahlreichen Gästen des Infoabends Rede und Antwort.