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Verzögerung: Sportzentrum Erbach wird frühestens 2021 saniert

Kostenpflichtiger Inhalt: Bauprojekt verzögert sich : Sportzentrum wird nicht vor 2021 saniert

Frühestens nach dem Ende der Fastnachtsveranstaltungen im nächsten Jahr könnte es losgehen – mindestens ein Jahr später als gedacht. Aktuell spreche man sich mit den Fördermittelgebern ab und schreibe Leistungen aus. Neun Millionen Euro soll das Vorhaben kosten.

Ein Baubeginn nach der Fastnacht 2020 – das hatte der damalige Homburger Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) im Dezember 2018 im Hinblick auf die Sanierung des Sportzentrums Erbach in Aussicht gestellt. Damals hatten Stadt Homburg, Saarpfalz-Kreis und Innenministerium eine Pressekonferenz zu vom Land geförderten Projekten im Kreis veranstaltet. Und Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) betont, dass das Land vier Millionen Euro für die Sanierung des Homburger Sportzentrums beisteuert. „Mein Wort gilt. Wenn ich etwas zusage, dann halte ich es!“, hatte Bouillon da klargestellt.

Jetzt, gut über ein Jahr später, kann von einem Baubeginn indes noch längst keine Rede sein. Wie ist also der Stand des Unterfangens? „Aktuell ist mit dem Beginn der Bauarbeiten nicht zu rechnen. Wir gehen eher davon aus, dass die eigentlichen Arbeiten nicht vor dem Ende der Faschingsveranstaltungen 2021 beginnen werden“, erklärt Stadtsprecher Jürgen Kruthoff.

Mit einer solchen Aussage habe die Stadt auch auf Anfragen reagiert, die eine Nutzung der Halle – etwa für Betriebsversammlungen oder Prüfungen der Medizinischen Fakultät – für die nähere Zukunft angefragt hätten. Die kommenden Monate nutze man nun dafür, die Planungen weiter auszuarbeiten. Kruthoff: „Die Arbeiten am Projekt laufen also weiter, sprich eine Abstimmung mit den Fördermittelgebern in Land und Bund, die Ausschreibungen der Architektenleistungen sowie später die Ausschreibungen der einzelnen Gewerke werden erfolgen. Die notwendigen Voruntersuchungen sind weitgehend erfolgt.“

Und was ist mit den geplanten Kosten? Dazu könne man sagen, „dass wir im Grunde nicht planen, was alles gemacht werden müsste oder könnte, sondern wir planen nach dem möglichst sinnvollen Einsatz der vorhandenen Mittel“. Und diese Förderung bestehe zum einen in den von Bouillon versprochenen vier Millionen Euro Landesgeldern. Diese seien an einen 50-prozentigen Eigenanteil gekoppelt, sodass die Stadttochter und Gebäude-Eigentümerin HPS GmbH die gleiche Summe beisteuern müsse.

Die zweite Säule der Förderung komme vom Bund und belaufe sich auf 850 000 Euro. „Hier beträgt der Förderanteil 90 Prozent, so dass wir in diesem Bereich auf gut 900 000 Euro kommen und in der Summe bei knapp neun Millionen Euro liegen“, erläutert Kruthoff weiter. Es würden also bei der Planung Sanierungsarbeiten erfolgen, die maximal knapp neun Millionen Euro kosten werden.

Spätestens wenn die Ausschreibungen erfolgen, können wir auch die genauen Vorhaben beschreiben. Da diese Vorgänge auch in den Gremien beschlossen werden müssten, werde man die Details auch erst dann benennen können. Es liege laut Kruthoff aber auf der Hand, was alles im Rahmen der Sanierung zur Erneuerung ansteht: „Heizung/Lüftung, Wärmedämmung/Isolierung/Dach, die Gebäudetechnik, die Elektrik sowie die Sanitäranlagen werden sicherlich dazu gehören.“

Der Bund als Zuschussgeber habe noch Änderungswünsche zu den von der Stadt eingereichten Anträgen gehabt, die eingearbeitet werden müssten. Das dauere an, heißt es weiter aus der Stadt-Pressestelle.

Das Saar-Innenministerium erklärt auf Anfrage, es sei als Oberste Bauaufsicht (OBA) mit dem Vorhaben bisher nicht befasst gewesen. Am 27. August 2019 habe man einen Erlass aufgehoben, wonach die Stadt der OBA verschiedene geprüfte Bauvorlagen und Bauscheinentwürfe vorlegen und absegnen lassen muss, ehe sie eine Baugenehmigung erteilen darf. Eine Abstimmung zwischen Stadt und Land sei damit nicht mehr erforderlich. Gemäß der Zusage von Minister Bouillon werde das Land über vier Jahre je eine Million an Zuschuss bereitstellen. „Es handelt sich bei der Förderung nicht um Landeszuschüsse, sondern um kommunale Bedarfszuweisungen“, schreibt Ministeriumssprecherin Katrin Thomas. Bislang liege zwar rein formal ein Antrag mit einer Skizzierung der Maßnahme vor, die konkreten Projektunterlagen seien allerdings noch nicht eingereicht worden. „Es fehlen somit prüffähige Kosten- und Planungsunterlagen, die Voraussetzung einer Bewilligung sind. Allerdings handelt es sich auch um ein großes Vorhaben“, so Thomas weiter.