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Vermieter in Homburg zeigen sich in Corona-Krise solidarisch

Entgegenkommen in der Corona-Krise : Vermieter zeigen sich solidarisch

In der Corona-Krise gibt es auch in Homburg Beispiele von Mieterlass und -stundung.

 Unter der Corona-Krise leiden finanziell besonders stark diejenigen, die zwangsweise ihre Geschäfte und Gastronomiebetriebe stilllegen mussten. In Luxemburg hatten erste Städte schon vor über einer Woche angekündigt, auf Mieteinnahmen in ihren Gebäuden zu verzichten. In Saarbrücken gab es mehrere Immobilienbesitzer, die Traditionsgaststätten eine entsprechende Erleichterung einräumten.

Und auch in Homburg finden sich solch strahlende Beispiele von gelebter Solidarität. Beispielsweise hat der Vermieter des Restaurants zum Schießhaus in Sanddorf für die nächsten Monate die Pacht erlassen, wie die Restaurantbetreiber am 25. März bei Facebook freudig mitteilten.  Die Homburger Wirtschaftsförderin Dagmar Pfeiffer berichtet auch von einem großen Vermieter mehrerer Objekte in Homburger 1A-Lagen, der nach individuellen Lösungen mit seinen Mietern sucht. Namen will sie nicht nennen.

Eine andere Mieterin, die derzeit entsprechende Unterstützung erfährt, ist Dorothee Rouget, die in der Saarbrücker Straße das Bastelgeschäft Creadoro betreibt. Ihr Vermieter kam auf sie zu und erließ für April sowohl Miete als auch Nebenkosten. Auf Anfrage erklärt der Mann, der namentlich nicht genannt werden will, dass dieser Schritt für seine langjährige Mieterin „eine Frage der Solidarität sei. Wir sitzen alle in einem Boot, jeder kann etwas beitragen. Frau Rouget hat keine Einnahmen, ich kann mich beteiligen, damit das Defizit gemildert wird“. Sollte die Schließung bis Mai andauern, sei er ebenfalls gesprächsbereit, ihr weiter entgegenzukommen. Möglicherweise würden dann aber Nebenkosten, Grundsteuer, Müllabfuhr oder ähnliches fällig. Auch am Nachbarhaus sei er mit seiner Schwester beteiligt, dort sind ein Hermes-Versand und der T-Shirt-Service Shirt X Press ansässig. Dort habe die Schwester die Miete ebenfalls erlassen, die Nebenkosten würden dort fällig.

Dorothee Rouget verschafft das Aussetzen der Mietzahlungen derweil vielleicht ein wenig Zeit zum Durchschnaufen: „Wenn ich sie weiterzahlen müsste, würde ich vielleicht zwei bis drei Monate durchalten. Ohne ein bisschen länger.“  Man habe schon vor der verordneten Schließung bemerkt, dass in der Stadt wenig los gewesen sei. Rouget setzt nun auf den Online-Handel. Sie macht mit bei dem vom Stadtmarketing beworbenen Portal „Wir in Homburg“ (wir berichteten). Dieser Tage hat sie dort Stoffe und Nähgarn mit Bildern und Texten eingestellt, vorher hatte sie nur Bastelartikel dort angeboten. Man könne sich diese im Stadtgebiet (Umkreis 20 Kilometer) bringen lassen. Ein Vorteil liege in der schnellen Lieferung. Weil die Ratsapotheke, die ohnehin einen Ausfahr-Service betreibt, Bestellungen mitnimmt, kann die Lieferung binnen eines Tages in der Stadt erfolgen.

Bisher sei die Nachfrage nach solchen Produkten aber eher gering gewesen. „Gerade Stoffe sind Artikel, die die Leute gerne anfassen“, sagt Rouget. Sie muss noch vor der Corona-Krise bestellte Waren bezahlen. Gerade Stoffe ordere man lange im Voraus. Und auf modischen Sachen bleibe sie nun wohl ebenso sitzen wie auf Osterartikeln: „Die kann ich wieder ins Lager stellen, die brauche ich nicht mehr.“