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Zunderbaum Homburg: Vereinbarung zum Zunderbaum

Zunderbaum Homburg : Vereinbarung zum Zunderbaum

Homburg beseitigt künftig das Schmutzwasser und Kirkel ist im Gegenzug für das Niederschlagswasser zuständig.

Wenn zwei in einem Boot sitzen, dann macht es Sinn, wenn beide in die gleiche Richtung rudern. In Sachen Industriegebiet Zunderbaum sind es Kirkel und Homburg, die im besagten Boot sitzen – das Areal liegt auf den Gemarkungen beider Kommunen. In Sachen Rudern geht es mal gegeneinander, aktuell auch mal miteinander - so bei der Unterzeichnung eines Vertrags zur Bewirtschaftung des Geländes. Hier wurde am Mittwoch per Unterschrift einiges in Sachen Kosten und Verantwortlichkeit beim Infrastruktur-Betrieb des Zunderbaums besiegelt.

Im Detail geht es um die Beseitigung von Schmutzwasser, Oberflächenwasser, die Verteilung des EVS-Verbandbeitrags, den Brandschutz auf dem Gelände und den Winterdienst. Mit dem Vertragsabschluss  ist nun festgelegt, dass Homburg für die Beseitigung des Schmutzwassers Rechnung trägt. Die Stadt ist damit verantwortlich für die entsprechenden Anlagen und erhebt hier für den gesamten Zunderbaum sowohl die Kanalanschlusskosten als auch die Kanalnutzungsgebühren. Kirkel ist im Gegenzug für die Beseitigung des Niederschlagswassers zuständig,  Gebühren landen hier in der Kasse der Burggemeinde.

Bei den Beiträgen zum Entsorgungsverband Saar trägt die Stadt Homburg 63 Prozent der Kosten, Kirkel 27. In Sachen Brandschutz sind die beiden Kommunen eigenständig jeweils für ihren Teil des Industriegebietes Zunderbaum zuständig, sollen sich jedoch gegenseitig unterstützen. Schließlich ist Homburg für den Winterdienst auf dem gesamten Zunderbaum verantwortlich, entsprechende Kosten werden Kirkel in Rechnung gestellt. So weit, so gut, so einvernehmlich. Als allerdings der Homburger Stadtrat jüngst über diese öffentlich-rechtliche Vereinbarung abstimmen sollte, da kam vor allem das zur Sprache, was zwischen den beiden Kommunen eben nicht einvernehmlich ist: die Regelung des Verkehrs.

Zum Hintergrund: Als es in Kirkel darum ging, vor allem Altstadt für die Konversion des ehemaligen Bundeswehr-Depots zum Industriegebiet zu gewinnen, war es eine Bedingung, dass keine zusätzliche Verkehrsbelastung in der Gemeinde entsteht. So ließ sich Kirkel im Vertrag zur Entwicklung des Zunderbaums, abgeschlossen mit dem Land und der Stadt Homburg, zusichern, dass die zweite Zufahrt  zwischen Altstadt und Kleinottweiler nur als Notzufahrt dienen dürfe. Dem stimmte Homburg damals zu – und hadert seitdem mit dem Umstand, dass der Verkehr, zumindest offiziell, nur über die B 423 abgewickelt wird.

Doch Vertrag ist eben Vertrag. In der vergangenen Woche nun, als der Homburger Stadtrat über die Zuständigkeiten bei der Infrastruktur zu beraten und zu beschließen hatte, war es CDU-Fraktionssprecher Michael Forster, der die aktuell für Homburg missliche Verkehrssituation im Bereich des Zunderbaum nicht zum ersten Mal zur Sprache brachte. „Unser Ansinnen ist es, dass wir mit der Gemeinde Kirkel nochmals in Verhandlungen hinsichtlich der Zufahrt zum Zunderbaum treten. Wir erwarten von der Gemeinde Kirkel hier auch mal ein Entgegenkommen in Richtung der Stadt Homburg. Denn, und das beweist nun auch die Realität, die verkehrliche Belastung, die Lärmbelastung liegt auf Seiten der Stadt Homburg.“ Eine zusätzliche Abfahrt auf der anderen Seite des Zunderbaums würde, da war sich Forster sicher, keine Verkehrsmehrbelastung für Altstadt bringen, denn die Fahrzeuge würden unmittelbar in Richtung Autobahn fahren. Im Gegenzug würde eine Öffnung der Notzufahrt aber viele Homburger entlasten.

„Deswegen setzen wir uns dafür ein, über die aktuelle Regelung mit der Gemeinde Kirkel noch einmal zu reden.“ Unterstützung bekam Forster für seinen Vorschlag von der SPD und Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD). Er bestätigte, dass man sich in Gesprächen befinden. Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) machte unterdessen gestern im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass man sich durchaus zusammensetzen könne, er als Verwaltungschef aber an den geltenden Vertrag gebunden sei. Um diesen zu ändern, bedürfe es eines entsprechenden Beschlusses des Gemeinderates. Komme es zu Verhandlungen mit dem Ziel, den bestehenden Vertrag zu ändern, „dann muss man sehen, was man uns als Gemeinde anbieten kann.“