Urlaubspläne 2019 : Man schenkt sich gerne eine Reise

Die ersten Buchungen für den Sommer laufen schon an. Zwischen den Jahren hatte man viel Zeit, Pläne zu schmieden.

Wenn man Erwachsene fragt, was sie sich an Weihnachten wünschen, bekommt man oft die spontane Antwort: „Nichts. Wir haben schon alles.“ Aber ganz so bescheiden sind die Wünsche dann doch nicht, denn viele Leute schenken sich zwar keine Socken oder Handtaschen, sondern sie gönnen sich gemeinsame Zeit, zum Beispiel gerne in Form von einem schönen Urlaub.

Das wissen auch die Reise-Anbieter, die gerade vor Weihnachten ihre ansprechenden, bunten Kataloge herausbringen, vor allem, wenn es um Kreuzfahrten geht. Denn hier, so die Erfahrung der Reisekaufleute, wird immer noch lieber zu gedruckten Katalogen gegriffen als zum Internet. Obwohl das Internet die Urlaubsplanung insgesamt revolutioniert hat, weil die Reiselustigen nun von zu Hause aus auf Hotelsuche gehen und über entsprechende Plattformen den ihnen genehmen Urlaubsort buchen können, ohne ein Reisebüro zu konsultieren.

Aber eben nicht immer - und schon gar nicht bei Kreuzfahrten, da schätze man noch Kataloge, persönliche Beratung und eine professionelle Buchung im Reisebüro.

Wo geht’s nun 2019 hin? Der Trend geht schon lange zum Heimaturlaub, 2019 wird wohl das zehnte Rekordjahr in Folge sein, betont der Deutsche Tourismusverband. Deutschland sei für Deutsche nun mal das Urlaubsland Nummer eins, gefolgt von Spanien, Italien und Österreich. Und innerhalb Deutschlands teilen sich Mecklenburg-Vorpommern und Bayern Platz eins auf der Beliebtheitsskala. Mit leichter Schlagseite für den Norden, denn die Ostsee ist spürbar günstiger als Bayern. Außerdem trug der lange und heiße Sommer 2018 dazu bei, auch den Norden Deutschlands fest als Urlaubsort zu etablieren, da das Argument vom angeblich schlechten Wetter diesmal über viele Wochen Lügen gestraft wurde.

Normalerweise sind Regen, Kälte und ein grauer Himmel die Faktoren, die die Menschen scharenweise auf Internet-Reiseportale und in die Reisebüros treiben. Aber eben auch der Gabentisch mit einem Reisegutschein im Umschlag als Geschenk. „Wir hatten schon einen tollen Jahresanfang“, freut sich Manuela Welker vom Reisebüro Sonnenklar in der Saarbrücker Straße, „die Kunden nehmen unsere Frühbucherrabatte gerne an, vor allem Familien, die Buchungssicherheit brauchen.“ Die Rabatte gingen noch bis Ende Januar, „ich bin mir sicher, dass viele Leute ihre Reiseentscheidung zwischen den Jahren getroffen haben und noch vor Ende Januar buchen wollen.“

Trends ließen sich so früh aber noch nicht ausmachen. Natürlich seien Kreuzfahrten nach wie vor beliebt, aber sie seien auch deutlich im Preis gestiegen. Wer jetzt eine Kreuzfahrt buche, tue dies meist schon im Vorgriff auf 2020. „Kreuzfahrten werden extrem früh gebucht und ganz bewusst geplant, auch finanziell. Oft wird ein Jahr darauf hin gespart.“ Im letzten Jahr waren Griechenland und Kroatien als Sommerziele sehr beliebt, „vor allem in Kroatien kommen ständig neue Hotels hinzu“. Griechenland war stark nachgefragt, weil die Türkei gemieden wurde, „aber die Türkei ist nun mal sehr günstig und bietet viel fürs Geld. Mal sehen, wie die Türkei dieses Jahr läuft,“ sagt Manuela Welker. Und was geht sonst noch? Fernreisen nach Südostasien oder Südafrika sind bei Paaren sehr gefragt, auch Städtereisen und Kurzurlaube in einem Wellness-Hotel kommen bei Erwachsenen gut an, „vor Weihnachten kamen mehrere Kunden, um ihrer Partnerin oder ihrem Partner eine Städtereise nach Rom oder nach Madrid zu schenken.“ Auch Reisegutscheine wurden an Weihnachten häufig verschenkt, „dann können sich die Beschenkten selbst ein Ziel aussuchen.“

Bei Hotels hat Manuela Welker einen Trend festgestellt: „Viele Paare fragen explizit nach Hotels ohne Kinder. Hotels mit der Maßgabe „for adults only“ nehmen zu.“ Die Reisekauffrau findet das nicht schlimm: „Auf der anderen Seite gibt es ja auch perfekt ausgestattete Kinderhotels, gerade hat auf Teneriffa wieder einen tolle Anlage aufgemacht mir einem Disneyschloss im Pool.“ Sie habe Verständnis, dass gerade Erzieherinnen oder Lehrerinnen im Urlaub mal kein Kindergeschrei hören wollen, „es geht nicht darum, dass man Kinder nicht mag, sondern, für jeden Kunden den idealen Urlaub zu finden. Die Leute bezahlen viel Geld dafür, damit sie unbeschwerte Wochen ganz nach ihren Wünschen verbringen können.“ Das müsse man respektieren.

Natürlich ist gerade für Saarländer das Nachbarland Frankreich das Urlaubsland Nummer eins, vor allem die Bretagne, die Atlantikküste und die Cote d’Azur sind begehrte Ziele, aber auch die Provence ist sehr beliebt, besonders im Frühjahr. Aber hier laufen die meisten Buchungen nicht übers Reisebüro, die Familien reservieren ihre Unterkünfte meist selbst, sie haben Kontakte zu Ferienhausvermietern oder zu ihren Stammhotels. Die Urlaubsziele sind immer auch ein soziales Barometer. Doch es ist dabei nicht ausschlaggebend, welche entfernten Kontinente man besucht hat, sondern welche Annehmlichkeiten man sich gegönnt hat. Da ist ein pauschaler Karibik-Urlaub oft billiger als ein Schlemmer-Urlaub in einem französischen Landhaushotel.