Unterirdisch tut sich nichts

Homburg. In knapp sechs Wochen, nämlich Ende November, geht die Saison "unter Tage" zu Ende, dann werden die Homburger Schlossberghöhlen für zwei Monate ihre Tore schließen

Homburg. In knapp sechs Wochen, nämlich Ende November, geht die Saison "unter Tage" zu Ende, dann werden die Homburger Schlossberghöhlen für zwei Monate ihre Tore schließen. Genau in dieser Zeit könnte endlich wahr werden, was die Stadt schon seit langem in Aussicht stellt: Mit der Installation einer Echtzeit-Video-Überwachungsanlage könnten die inzwischen zwar sanierten, aber aus vielerlei Gründen - fehlende Überwachung, zeitliche Rahmenbedingungen für geführte Touren - bislang nicht genutzten "neuen" Etagen des Homburger Wahrzeichens für Besucher zugänglich werden. In einer schriftlichen Stellungnahme der Stadt liest sich diese Hoffnung so: "Die Videokameras in den Schlossberghöhlen sollen möglichst bis zum Jahresende installiert werden. Zusätzlich soll ein Audio-Guide per MP3-Player erstellt werden, so dass die Besucher auf diesem Weg an Informationen kommen, während Sie durch die Höhlen laufen. Mit der Installation der Kameras und dem Audio-Guide soll dann auch der Zugang der neu erschlossenen Bereiche, die so genannten Ebenen zwölf und 13, also der beiden weiteren Ebenen, die saniert und mit den entsprechenden Sicherheitstechnik ausgestattet wurden, möglich sein."Der aufmerksame Leser unserer Zeitung wird nun stutzen. Und das zu Recht. Denn im Oktober des vergangenen Jahres las sich diese Absichtserklärung durchaus vergleichbar. Damals hatte man die Winterpause als ideale Zeit für die Handwerker ausgemacht, um in der Ruhephase und abseits der Besucherströme die Echtzeit-Videoüberwachung zu installieren. Damals war auch noch die Rede von "Informationssäulen" gewesen, die es dem Besucher ermöglichen sollten, an ausgewählten Punkten des Rundgangs Details zu den Höhlen und ihrer Geschichte zu erfahren. Doch aus dem einen wie aus dem anderen wurde bis zum Start der Saison 2012 nichts. Ein halbes Jahr später, im Juli dieses Jahres, ließ die Stadt in unserer Zeitung verlauten, dass man nach den Sommerferien die Video-Anlage einbauen wolle.

Die Verzögerung vom Jahreswechsel 2011/2012 hin zum Sommer 2012 begründete man damals mit einem Blitzeinschlag, denn der habe das Element für die farbige Lichtanlage zerstört. Jetzt muss der Blitzschutz erneuert und verbessert werden. Verständlicherweise will vorher niemand riskieren, dass man die teure Videotechnik einbaut, und beim nächsten Gewitter entsteht ein richtig großer Schaden. Nun, bislang scheint sich jeglicher weiterer "Schaden" in erster Linie auf das Erscheinungsbild und die Nutzbarkeit der Schlossberghöhlen zu begrenzen. Denn: Ohne die geforderte Video-Überwachung ist es derzeit nicht möglich, die Schlossberghöhlen auf eigene Faust zu erkunden. Und auch die Investition in die Sanierung und Aufbereitung der beiden zusätzlichen Stockwerke kann sich so noch nicht in Sachen "mehr Attraktivität" und damit "mehr Besucherzahlen" auswirken. Jetzt hofft man also auf den Jahreswechsel 2012/2013, um das Angebot in den Schlossberghöhlen doch noch zu komplettieren.

Doch hinter vorgehaltener Hand hört man in diesen Tagen auf den Fluren des Homburger Rathauses durchaus leisen Zweifel daran, ob sich nun umsetzen lässt, was seit langem in Aussicht gestellt ist.

Sollte sich dies bewahrheiten, dann gibt es am Ende des Jahres erneut keine schöne Bescherung, sondern wieder nur einen "Murmeltiertag".