Partnerschaft mit Uganda: Universitäts-Augenklinik hilft Uganda

Partnerschaft mit Uganda : Universitäts-Augenklinik hilft Uganda

Beschlossen wurde eine Klinikpartnerschaft über fünf Jahre vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2023.

Vor gut einem Jahr besuchten Dr. Babar Qureshi und Annette Linn von der CBM (Christoffel-Blindenmission) die Universitäts-Augenklinik in Homburg, um über eine mögliche Krankenhaus-Partnerschaft mit dem „Mengo Eye Hospital“ in Kampala, der Hauptstadt von Uganda, zu sprechen.

Dr. Qureshi und Professor Berthold Seitz, der Leiter der Universitäts-Augenklinik, kennen sich schon länger und arbeiten auch seit Jahren im ICO (International Council of Ophthalmology) Board zusammen. Dr. Qureshi erklärte, dass er die klinische Kooperation zwischen deutschen Augenkliniken und Christoffel-Blindenmission-Partnerkliniken erleichtern möchte.

Der Austausch von Menschen, Wissen und Ideen würde dazu beitragen, die Qualität der Augenheilkunde und die Einrichtung von Spezialkliniken in den von der von der Blindenmission unterstützten Projekten zu verbessern, so Qureshi. Zudem sollten durch die Partnerschaften die Christoffel-Blindenmission-Partnerkliniken eine Nachhaltigkeit der medizinischen Verbesserung und später eine Unabhängigkeit von der Blindenmission erlangen.

Um sich ein besseres Bild von einer CBM-Partnerklinik zu verschaffen, besuchten Professor Seitz und seine Kollegin, die Professorin Käsmann-Kellner, die Augenklinik im Mengo Krankenhaus im Oktober 2017.

Nach dem erfolgreichen Aufenthalt in Uganda konnten sich die beiden Homburger Augen-Experten eine gemeinsame Partnerschaft gut vorstellen und luden daher die Verantwortlichen der Augenklinik in Mengo und der CBM zu einer gemeinsamen Detail-besprechung nach Homburg ein.

„Es wurde viel besprochen – die Köpfe haben geglüht, doch am Ende konnte eine für alle Seiten vorteilhafte Vereinbarung getroffen werden“, betonte Professor Berthold Seitz. Vor einigen Tagen wurde nun in Anwesenheit des Vorsitzenden der Christoffel-Blindenmission Germany und des Vorstandssprechers der Christoffel-Blindenmission International, Dr. Rainer Brockhaus, das so genante MoU (Memorandum of Understanding) - also der Kooperationsvertrag-, unterschrieben.

Beschlossen wurde eine Klinikpartnerschaft über fünf Jahre vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2023. Die geplante Fördersumme für dieses fünfjährige Projekt beläuft sich auf etwa vier Millionen Euro.

Das vorrangige Ziel ist ein fünfstöckiger Anbau an das Gebäude der Augenklinik in Mengo, in dem neue OP- und Ambulanz-Räume mit Anpassung des Hygienestandards, neue Geräte und Instrumente sowie eine neue Krankenhaus-Software untergebracht werden.

Innerhalb der fünf Jahre wird zweimal im Jahr ein paralleler Austausch von Ärzten und Hilfspersonal stattfinden, so Seitz. Die Assistenzärzte aus Homburg können drei Monate in Mengo hospitieren und lernen dort die Katarakt-Chirurgie, die Oberärzte aus Uganda kommen im Gegenzug für einen Monat nach Homburg, um eine besondere Behandlung (Hornhaut, Netzhaut, Glaukom, Phako, Kinderaugenheilkunde, Orthoptik, Low Vision und Neuroophthalmologie) zu lernen.

Diese so genannten Sandwich-Fellowships umfassen auch einen einwöchigen Besuch eines der leitenden Ärzte der Universitäts-Augenklinik in Uganda. Darüber hinaus ist der Austausch von OP-Schwestern und Orthoptistinnen geplant. Gemeinsame Forschungsprojekte sollen besonders seltene tropische Augenerkrankungen betreffen.

Der erste Austausch-Block ist für August 2019 und der zweite für März 2020 vorgesehen. Zur praktischen Vorbereitung für unsere Zusammenarbeit blieben die Direktorin des CBM Mengo Partnerkrankenhauses in Uganda, Dr. Rose Nakyanzi Ntate Mutumba und Dr. Lisbon Aliraki, Leiter der Augenklinik des Mengo Krankenhauses, von Dienstag bis Freitag zur Hospitation in der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes.

(V. l. vorne) Dr. Rainer Brockhaus, Vorsitzender der CBM Germany und Vorstandssprecher von CBM International, Professor  Berthold Seitz, Direktor der Universitäts-Augenklinik des Saarlandes und Dr. Rose Nakyanzi Ntate Mutumba, Direktorin und Augenärztin des CBM Mengo Partnerkrankenhauses in Uganda unterzeichnen das Abkommen.

Sie konnten dadurch vorab die Klinikabläufe - etwa die Netzhaut-und Hornhautsprechstunde mit Diagnostikbereich, die intravitreale operative Medikamenteneingabe in den Glaskörper des Auges sowie die Hornhautbank bis hin zur Hornhaut-Transplantation im OP -, kennenlernen. Ziel des Austausches ist, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu helfen.

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