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Uniklinikum (UKS) in Homburg schränkt Besuchszeiten wegen Corona ein

Kostenpflichtiger Inhalt: Pro Patient ein Besucher am Tag : Uniklinikum in Homburg schränkt Besuchszeiten wegen Corona ein

Um seine Patienten vor dem Coronavirus zu schützen, schränkt das Uniklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg die Besuchszeiten drastisch ein. Wie gehen andere Kliniken mit dem Risiko um?

Nur noch zwei Stunden täglich, von 16 bis 18 Uhr, können Patienten in Homburg ab sofort Angehörige oder Freunde empfangen. Dabei gilt: Pro Patient nur ein Besucher am Tag. So soll verhindert werden, dass jemand das Coronavirus in die Kliniken einschleppt, sich der Krankheitserreger auf den Stationen ausbreitet. Bisher sah die Hausordnung in der Winterzeit allgemeine Besuchszeiten von 8 bis 20 Uhr vor, in der Kinderklinik bis 19 Uhr – und eine zweistündige Mittagsruhe.

„Wir bitten die Besucher um Unterstützung beim Schutz ihrer Angehörigen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Universitätsklinikums. „Besuche sollten auf das Notwendigste verringert werden, nach Möglichkeiten sollten andere Kommunikationswege wie beispielsweise Telefonate genutzt werden.“

Vor einer Woche war am UKS der erste Corona-Fall im Saarland bekannt geworden, ein Oberarzt der Kinderklinik hatte sich vermutlich bei einem Ärztekongress in Frankfurt infiziert. Daraufhin war an der Klinik kurzzeitig ein Aufnahmestopp verhängt, das Haus aber nicht geschlossen worden. Dafür seien die Sicherheits- und Schutzmaßnahmen erhöht worden, hieß es aus dem saarländischen Gesundheitsministerium.

Wie gehen andere Krankenhäuser mit der potenziellen Gefahr durch Besucher um? „Im Moment gibt es keine generelle Einschränkung“, sagt Kristin Schäfer, die Sprecherin des Klinikums Saarbrücken. Aber: „Wir sind wachsam.“ Bis zum 15. März hat das Klinikum auf dem Winterberg alle Veranstaltungen im Haus abgesagt – etwa für Schwangere und Eltern mit Babys oder Krebspatienten. Ansonsten gilt laut Schäfer die Maßgabe: „Wir entscheiden alles individuell.“

Das Kreiskrankenhaus in St. Ingbert, das mit dem Klinikum Saarbrücken kooperiert, hatte die Besuchszeiten sowohl für das Krankenhaus als auch die Geriatrische Rehaklinik auf täglich 12 bis 12.30 Uhr sowie 17 bis 18 Uhr zurückgefahren. Besucher sollen einen Mund- und Nasenschutz tragen, wer einen Verdacht auf eine Corona-Erkrankung oder Grippe hat, soll sich über die Klingelanlage an der Pforte melden.

Das Knappschaftsklinikum mit Standorten in Püttlingen und Sulzbach hatte am vergangenen Freitag „drastische Maßnahmen“ zum Schutz vor dem Coronavirus angekündigt. Seitdem sind beide Häuser des Trägers nur über den Haupteingang zu betreten, wo Klinikmitarbeiter alle Menschen mit Erkältungssymptomen ansprechen sollen. Wer sich behandeln lassen will, wird über einen separaten Zugang in die Klinik geleitet – während Besucher mit Symptomen sofort umdrehen müssen. „Zwar ist das neuartige Coronavirus für die meisten Menschen harmlos, jedoch müssen wir unsere Patienten schützen“, sagte Klaus-Dieter Gerber, der ärztliche Direktor des Knappschaftsklinikums.