Unbekannter droht Mastauhof mit Brandstiftung

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus Wut über Pferdeäpfel? : Mastauhof mit Brandstiftung bedroht

Bereits zwei Schreiben wurden dort angebracht. Grund des Ärgers sind offenbar Pferdeäpfel auf den Feldwirtschaftswegen. Die Polizei ermittelt auch wegen ähnlicher Drohungen in Bierbach.

Mit dem Nikolaustag verbinden die Meisten nur freudiges. Schließlich wird da nicht nur an den beliebten christlichen Heiligen erinnert, es gibt am 6. Dezember bei vielen auch ein kleines Geschenk, etwa einen Schokoladen-Nikolaus. Doch für Nicole Maas vom Mastauhof in Schwarzenbach hielt dieser Tag in den letzten beiden Jahren unschöne „Geschenke“ parat – Drohbriefe nämlich, die sich gewaschen hatten.

2018 habe man das erste Schreiben entdeckt, angebracht an die Tore eines der drei Hofzufahrten auf dem Privatgelände, schildert Maas. In krakeliger Schrift steht da auf einem Blatt Papier „Achtung! Wenn weiter der Freizeitweg zugeschissen wird von den Pferden dann wird es auch gegen die Pferde was unternommen.“ „Wir haben uns dabei noch nichts gedacht“, sagt Maas. Bis man 2019 ein ähnliches Schreiben fand, diesmal gepinnt an einen Baum in der Hofeinfahrt. Es schrie noch mehr Wut aus der Krakelschrift – und eine Drohung: „Wenn ihre Pferde weiter den Freizeitweg zuscheißen ohne das ihr es an die Seite machen kann es sein das mal etwas in Flammen aufgeht“. Unterschrieben ist das Pamphlet mit „Eure Umweltschützer“.

Maas erstattete Anzeige bei der Polizei. Es gehe hier zum einen darum, dass die wohl gemeinten Wege keine Freizeitwege seien, sondern für jedermann zugängliche Feldwirtschaftswege. „Dann ist es eine Verleumdung, weil er uns konkret angegriffen hat und nicht beweisen kann, dass das von unseren Pferden herrührt. Die können es gar nicht gewesen sein, weil sie nicht geritten werden.“ Doch ohnehin seien Pferdeäpfel keine Verschmutzung über das übliche Maß hinaus.

Der Hof ist keine Reitanlage, dort stehen lediglich drei eigene Pferde. In erster Linie handelt es sich bei dem Hof um einen Milchkuhbetrieb. Besonders im Sommer stehen die Tiere auch auf den eigenen Flächen inmitten der Mastau.

„Es ist ärgerlich, sich mit solchen Leuten rumärgern zu müssen. Zum Glück ist noch nichts passiert“, sagt Maas, die auch einen Verdacht hat, wer die Schreiben gekritzelt hat. „Ich befürchte, dass das Anwohner sind, die sich generell aufregen. Wir haben hier relativ viel Landwirtschaft mit mehreren Landwirten.“ Da komme es aufgrund der trockenen Sommer zur Staubbelastung, wenn man die Ernte einbringen müsse und es nicht geregnet habe. Oder zur Geruchsbelastung, wenn man mit Gülle dünge und diese nicht schnell durch Regen in den Boden in den Boden eindringe. „Da können wir auch nix für.“

Konkret liege man mit niemandem im Streit, im Gegenteil sei man darum bemüht, mit Radfahrern oder Spaziergängern, die sich um den Hof herum aufhielten, gut auszukommen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das etwas Persönliches ist. Ich glaube, da will sich jemand wichtigmachen.“ Als Sicherheitsvorkehrung habe man nun Kameras installiert. Vom Gang an die Presse erhofft man sich auch Hinweise auf den Übeltäter.

Die Polizei ermittelt derweil noch in einem weiteren Fall, der ähnlich gelagert ist. Am 23. November 2019 hätten die Besitzer von Stallungen am Bliestal-Freizeitweg in Höhe Bierbach Anzeige erstattet. Auch hier handele es sich um den Vorwurf, dass Pferde ihre Notdurft auf dem Weg verrichteten. Die Ermittlungen liefen, so ein Sprecher. Die zuständige Sachbearbeiterin sei aber diese Woche nicht im Haus. Daher konnte er keine weiterführenden Informationen geben.

Über Hinweise freut sich die Polizei Homburg, Tel. (0 68 41) 10 60.