Unaufhaltsam zum Schafott

Homburg. Maria gegen Elisabeth - ein Machtkampf zweier starker und dennoch so unterschiedlicher Königinnen, der Historiker und Schriftsteller beschäftigt hat, und auch heute noch auf der Bühne lebendig ist. Mit dem Trauerspiel "Maria Stuart" von Friedrich Schiller gastierte nun die Landesbühne Sachsen-Anhalt aus Eisleben in Homburg

Homburg. Maria gegen Elisabeth - ein Machtkampf zweier starker und dennoch so unterschiedlicher Königinnen, der Historiker und Schriftsteller beschäftigt hat, und auch heute noch auf der Bühne lebendig ist. Mit dem Trauerspiel "Maria Stuart" von Friedrich Schiller gastierte nun die Landesbühne Sachsen-Anhalt aus Eisleben in Homburg. Es ist ein Klassiker, der viele junge Theaterzuschauer in den Saalbau lockte. Sie wurden mit einer guten, weitgehend werktreuen Inszenierung belohnt. Die Bühne ist symbolisch gehalten, schwarz für den Kerker und weiß für die Freiheit, den Hof. Entsprechend tragen Marias Anhänger genauso wie sie selbst schwarze Kleidung, die Anhänger der in königliches Rot gekleideten Elisabeth hellgrau. Genauso wie die Charaktere in Schillers Drama verwischen diese Gegensätze im Laufe des Stücks. Elisabeth und Maria sind die zwei Fixsterne, um die die Männer wie Satelliten kreisen oder zwischen ihnen hin- und hergezogen werden. Es geht um Macht und Intrigen, ebenso um menschliche Gefühle. Martina Bode lässt in ihrer Inszenierung die zwei Königinnen ihren Kampf nicht nur mit Worten sondern durchaus handgreiflich austragen, aber so geschickt, dass es wie ein ohnmächtiges Ringen um die eigene Würde und Stellung ist, bei dem keine wirklich die Siegerin sein kann. Friederike Butzengeiger (Maria) und Annette Baldin (Elisabeth) verkörpern ausgezeichnet ihre Rollen. Sie sind gleich starke Gegnerinnen, die eine impulsiv und auf ihre weibliche Anziehungskraft bauend, die andere staatsmännisch, mehr Königin als Frau und dennoch oft zögerlich. Beide sind sie Täterinnen und auch Opfer im großen Spiel um die Macht. Den Männern um sie herum geht es um die eigene Stellung oder bestenfalls um ihre Integrität oder um die Staatsräson. So ist letztlich keine der beiden Königinnen die wirkliche Gewinnerin. Maria geht hoch erhobenen Hauptes zu ihrer Hinrichtung, während Elisabeth zwei ihrer engsten Berater verliert und letztendlich im Licht der Nachwelt als Mörderin dastehen wird.

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