Umgehung ist weiter vordringlich

In den betroffenen Orten und von der Homburger Stadtverwaltung ist die Entscheidung zur B 423-Umgehung begrüßt worden. Diese steht auch im neuen Bundesverkehrswegeplan – und zwar in der Rubrik „vordringlicher Bedarf“.

Einfach mal über die Straße gehen, ohne zehn Minuten warten zu müssen, bis der Verkehrsstrom kurz abreißt. Schlicht mehr Ruhe im stark von durchfahrenden Lastwagen und Autos geplagten Ort: Volker Motsch, der derzeit den Ortsvertrauensmann von Schwarzenbach vertritt, träumt schon einmal, wie es sein könnte, wenn die B 423-Umgehung fertig wäre.

Die Chance darauf gibt es jedenfalls weiter. Am Mittwoch hatte der Bundestagsabgeordnete Alexander Funk (CDU ) mitgeteilt, dass die Ortsumgehung der B 423 für Schwarzenbach und Schwarzenacker auch im neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) enthalten ist (wir berichteten). In der alten Version stand sie zwar ebenfalls genau so drin. Doch wenn ein neuer Plan vom Bundesverkehrsministerium aufgestellt wird - das komme etwa alle zehn Jahre vor - werde alles, was noch nicht verwirklicht wurde, wieder auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis: Das Projekt sei mit einem Investitionsvolumen von 26,8 Millionen Euro in der Rubrik "vordringlicher Bedarf" des neuen Plans vermerkt worden, so Funk weiter. Und er mahnt Taten an: Nun sei das Land gefordert, das Planfeststellungsverfahren unmittelbar einzuleiten und zügig Baurecht zu schaffen, damit mit der Realisierung des Ortsumgehung begonnen werden könne. "Noch einmal darf das Wirtschaftsministerium die Chance auf eine Umsetzung nicht riskieren", warnte Funk.

Homburgs Oberbürgermeister Schneidewind zeigte sich gestern sehr erfreut über die Nachricht zur geplanten Umgehungsstraße. Er dankte der Landtagsabgeordneten Elke Eder-Hippler (SPD ) für ihre Bemühungen und sprach seinen Dank allen aus, die sich für "diese wichtige Infrastrukturmaßnahme" eingesetzt haben. "Besonders freue ich mich, dass die gemeinsame Arbeit vor allem der großen Parteien in Homburg sowie auf Landes- und Bundesebene dazu beigetragen hat, dass wir in unseren Planungen weiter fortfahren können", so Schneidewind.

Die lang erwartete Umgehung werde die bestehenden Ortsdurchfahrten merklich entlasten und den Verkehr von der A8 in Richtung Homburg und umgekehrt führen, unterstrich Elke Eder-Hippler . Zugleich wies sie die Kritik von Funk, das Wirtschaftsministerium habe es versäumt, das notwendige Baurecht zu schaffen, zurück. Diese sei an der falschen Stelle angebracht. Die Planungen für die Ortsumgehung seien zu der Zeit, als die Grünen-Verkehrsministerin Simone Peter zuständig war, "auf Eis gelegt" worden.

Einöds Ortsvorsteher Karl Schuberth begrüßte die Entscheidung zur Umgehung. "Wir arbeiten seit Jahrzehnten daran, haben das durchgesetzt gegen erheblichen Widerstand vor allem aus dem ,grünen Bereich'." Diese hätten versucht, "das Ganze zu verhindern", führte Schuberth aus. Das sei insbesondere so gewesen, als die Grünen an der Landesregierung beteiligt waren. "Dennoch haben wir es geschafft", dass die geplante Umgehung auch in den neuen Bundesverkehrswegeplan komme. "Das war nicht so einfach." Viele Politiker in der Saarpfalz - außer den Grünen - hätten sich darum bemüht, besonders habe sich auch Gustav Herzog, Mitglied des Bundesverkehrsausschusses, dafür eingesetzt. Wenn die Straße es nicht in den neuen Plan geschafft hätte, dann "wäre es rum gewesen", machte Schuberth klar. Es werde noch einige Jahre dauern, bis tatsächlich gebaut wird, sagte er. "Er hoffe, dass bis 2020 Baumaßnahmen laufen."

Auch Schwarzenbachs stellvertretender Ortsvertrauensmann Motsch weiß, dass nun weiter Geduld gefragt ist. Die vorherige Jamaika-Regierung habe das Umgehungsstraßen-Projekt nachrangig behandelt, dadurch sei es ein gutes Stück nach hinten geworfen worden. Umso mehr freue er sich, dass es wieder vorangetrieben werden konnte. Nun könne man Hoffnung schöpfen, dass es in den nächsten zehn bis 15 Jahren soweit vorwärts gehe, dass die Straße tatsächlich komme.