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Trio „Wood & Keys“ verzückt Publikum in Schwarzenacker

Konzert : Trio „Wood & Keys“ begeisterte Publikum

() Das Nino-Deda-Trio „Wood & Keys“ gastierte mit „Holz und Tasten“ in der schmucken, akustisch feinhörigen Kirche Maria Geburt in Schwarzenacker. Prodekan Markus Hary begrüßte als Pfarrer der Kirchengemeinde ein erwartungsfrohes Publikum und mit ihm die beiden Künstlerinnen Katja Fischer und Susanne Dorscheid auf mancherlei Blockflöten zwischen Tenorflöte und Sopranino sowie Nino Deda auf Tasteninstrumenten wie E-Piano und Einzelbass-Akkordeon.

Was sich so bescheiden mit „Wood and Keys“ angekündigt hatte, erwies sich gegenüber einer zunehmend begeisterten Zuhörerschaft als brillantes Feuerwerk unterschiedlicher Musikstile zwischen Renaissance und Barock sowie zündender Rhythmen nach süd- und nordamerikanischen Standards.

Der erste Programmteil widmete sich höfischer Musik der Elisabethanischen Zeit aus England, aus Irland, Italien und Deutschland. Hier musste der berühmte Kanon von Johann Pachelbel solche Ohrwürmer von den britischen Inseln parieren wie die fein ineinander verwobenen Variationen aus „Green Sleeves“ oder auch italienische Kostbarkeiten von Montalbano oder Vivaldi. Die überaus charmante Moderation der beiden Flötistinnen war dazu die beste Hörhilfe.

Der zweite Teil des Konzertes ging mit gleicher kammermusikalischer Präzision zu zeitgenössischer Tanzrhythmik über, wie man sie wohl vom Tango-Akkordeon oder vom Keyboard her kennt, aber auf Blockflöten eher selten zu hören bekommt. Bei „Por una Cabeza“, einem argentinischen Tango von Carlos Gardel, beim herrlich swingenden „Puttin‘ on the Ritz“ von Irving Berlin oder gar zum Schlenker in die jiddische Musiktradition mit Sholom Secundas „Bei mir bist de scheyn“ geriet das Publikum in Schwarzenacker mit Ovationen schier aus dem Häuschen.

Es konnte vom Trio im Nachkonzert nur mit meditativen Klängen beruhigt werden wie mit dem berühmten „Air“ aus Bachs dritter Orchestersuite. Auch sie erklang auf den beiden Blockflöten von Katja Fischer und Susanne Dorscheid oder auf dem E-Piano von Nino Deda im Continuo-Part so überzeugend, als hätte sie der Thomaskantor um 1720 für die Hofmusik in Köthen wie selbstverständlich für „Wood and Keys“ eingerichtet.