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Trauermonat November steht vor der Tür

Mehrarbeit für die Verwaltung Homburg : Trauermonat November steht vor der Tür

Besinnung wird nicht zuletzt durch Gedenktage ausgedrückt. In Sachen Friedhöfen kommt auf die Homburger Verwaltung Arbeit zu.

Noch kann man getrost vom goldenen Herbst sprechen. Doch der November steht schon in den Startlöchern. Und damit beginnt für viele die Zeit der Einkehr, der Besinnung und der Erinnerung. Im Volksmund wird der November auch als Trauermonat bezeichnet. Das hat seinen Grund. Denn diese 30 Tage stehen wie keine anderen im Jahr für die Vergänglichkeit alles Irdischen.

Das findet seinen Niederschlag auch im kirchlichen Kalender. Auftakt ist hier der kommende Montag und der Feiertag „Allerheiligen“ am 1. November. Da gedenkt die katholische Kirche ihrer Heiligen. Am 2. November feiert die katholische Kirche dann Allerseelen als Gedenken an die Verstorbenen. Zwei Sonntage vor dem ersten Advent, in diesem Jahr am 14. November, begeht Deutschland den Volkstrauertag als Erinnerung an die Toten beider Weltkriege und die Opfer von Krieg, Flucht, Vertreibung und Gewaltherrschaft. In diesen Tagen immer noch eine Mahnung angesichts zunehmender Konflikte überall auf dieser Welt. In Homburg hat man bis zur Corona-Krise in den Jahren zuvor diesen Tag mit einer zentralen Veranstaltung am Hauptfriedhof begangen. In diesem Jahr plant man gegenwärtig wieder eine solche Veranstaltung.

Eine Woche später, am 21. November, ist dann Totensonntag oder auch Ewigkeitstag als Erinnerung der evangelischen Christen an ihre Verstorbenen. Auf den Mittwoch zuvor fällt der evangelische Buß- und Bettag. Dieser Buß- und Bettag ist in Deutschland ein Feiertag der evangelischen Kirchen. Dieser geht auf Notzeiten in der Vergangenheit zurück. So wurden im Lauf der Geschichte immer Buß- und Bettage mit aktuellem Anlass angesetzt. So sollte im Angesicht von Notständen und Gefahren die ganze Bevölkerung zu Umkehr und Gebet aufgerufen werden. Seit Ende des 19. Jahrhunderts nun wird ein allgemeiner Buß- und Bettag am Mittwoch vor dem Totensonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, begangen. 2021 fällt der Buß- und Bettag auf den 17. November.

Die Gedenk- und Feiertage im November (Allerheiligen am 1. November, Allerseelen am 2. November, Volkstrauertag am 14. November, Buß- und Bettag“am 17. November, Totensonntag am 21. November) haben dabei jenseits ihrer spirituellen Bedeutung nur wenig Auswirkungen auf das tägliche Leben.So ist von diesen Tagen nur Allerheiligen am 1. November in einigen Bundesländern, so im Saarland, ein gesetzlicher Feiertag. Beim Volkstrauertag, dem Buß- und Bettag (nur in Sachsen ein gesetzlicher Feiertag) sowie dem Totensonntag handelt es sich zudem um einen so genannten „stillen Feiertag“ oder „stillen Tag“. Die im jeweiligen Feiertagsgesetz geregelten Einschränkungen verbieten dann beispielsweise themenfremde öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen, den Schankbetrieb oder musikalische Darbietungen.

Ganz praktisch bedeutet dieser Trauermonat auch Arbeit für die Homburger Stadtverwaltung: Vor dem Feiertag Allerheiligen am kommenden Montag werden auf allen Friedhöfen der Kreisstadt Homburg durch den Baubetriebshof Säuberungs- und Pflegearbeiten durchgeführt.

Das bedeutet, dass seit diesem Montag keine privaten Arbeiten an Gräbern mehr gestattet sind, „um eine erneute Verschmutzung von Wegen und Anlagen zu vermeiden. Das Niederlegen von Grabschmuck auf Gräbern nach diesem Termin ist selbstverständlich möglich“. Und mit Blick auf die Frostmonate werde in den Tagen nach Allerheiligen auch das Wasser auf den Friedhöfen abgestellt.

Was zu diesen Tagen auch dazu gehört, das sind die Sammlungen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge. Seit dem 23. Oktober und noch bis zum 21. November werden diese Spendensammlungen auch in Homburg laufen. Die Homburger Stadtverwaltung in ihrem Hinweis auf diese jährliche Aktion: „Eine Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern, Soldaten der Bundeswehr mit ihren Reservisten, Vereine und Organisationen sowie auch Schüler werden im genannten Zeitraum im Saarland für den Volksbund sammeln.“ Man bitte alle Bürger um Unterstützung, „damit der Volksbund weiterhin seine Aufgabe wahrnehmen kann, die lautet: ‚Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden!‘. Weitere Informationen über die Sammlung und den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge finde man auf der Homepage des Volksbunds unter www.volksbund.de.

 Im Vorfeld des Feiertags Allerheiligen werden auf den Friedhöfen in Homburg Säuberungs- und Pflegearbeiten durchgeführt.
Im Vorfeld des Feiertags Allerheiligen werden auf den Friedhöfen in Homburg Säuberungs- und Pflegearbeiten durchgeführt. Foto: Thorsten Wolf

Wer abseits von kirchlichen Feiertagen und weltlichen Gedenktagen seinen Blick auf den November, den „grauen Monat“ richtet, der kann dem heranziehenden Winter mit seinen Nebelmorgen und seiner Melancholie auch schöne Momente des Innehaltens abgewinnen.