Tonnenschwere Bausteine am Kran

Rund 1,3 Millionen Euro hat die Homburger Karlsberg-Brauerei in fünf neue Gär- und Silotanks investiert. Diese wurden jetzt mit maximalem technischen Aufwand aufgestellt. Und das sorgte für sehenswerte Bilder.

Was sich am vergangenen Wochenende auf Saarlands Straßen und vor allem über den ganzen Montag hinweg rund um die Karlsberg-Brauerei abgespielt hat, das war schon sehenswert: Mit maximalem technischen Aufwand wurden am Firmensitz an der Karlsbergstraße fünf neue Gär- und Lagertanks angeliefert und aufgestellt, jeder mit einem Gewicht von 23 Tonnen, einer Länge von 22 Metern und einem Fassungsvermögen von 4000 Hektolitern.

1,3 Millionen Euro hat sich das Unternehmen die Investition kosten lassen. Mit dem Mehr an Gär- und Lagermöglichkeit geht es aber nicht schlicht darum, größere Kapazitäten zu schaffen. Vielmehr sollen die Sonderanfertigungen es der Brauerei ermöglichen, Spezialitätenbiere in kleineren Mengen herzustellen. "Eine weitere Kühlzone im unteren Bereich der Tanks ermöglicht dies", so Markus Meyer, Geschäftsführer der Brauerei.

Hinter dieser kurzen Erläuterung stand gestern viel Arbeit. Mit zwei Schwerlastkränen wurden die Tanks aufgerichtet, zentimetergenau in Position gebracht und dann in ihrem Fundament verankert. "Diese Tanks wurden speziell für uns angefertigt, die Anschlüsse passen genau. Das ist jetzt ein bisschen wie Lego", so Meyer mit einem Augenzwinkern. Die Arbeiten selbst gingen von Beginn an sehr entspannt vonstatten, Aufgeregtheiten gab es keine. Allerdings musste man als Beobachter ein bisschen Geduld mitbringen. Dafür wurde man aber mit durchaus spektakulären Bildern belohnt: Während der eine Kran ständig beschäftigt war, die Tanks von den großen Aufliegern der 35 Meter langen Spezial-Lkw zu wuchten, wurden die Silos dann mit dem Zweiten in eine vertikale Lage gebracht - bis jeder Tank bis zu seinem Einsetzen in die Verankerung wie ein großes Ausrufezeichen in der Luft stand.

Für dieses "Spiel mit den ganz großen Bausteinen" zeichnete Carl Klein vom Unternehmen als Projektleiter verantwortlich. Klein hatte schon am Vortag den Transport der Tanks mit fünf riesigen Schwerlasttransportern überwacht, gestern hatte er mit stoischer Ruhe ein wachsames Auge auf die Arbeiten. "Das ist geübte Technik", so Klein gelassen, "ich war jetzt bei allen Tanks, die jetzt hier schon stehen, mit dabei. Das heute ist eigentlich für mich nichts Besonderes."

Besonders seien aber die neuen Tanks selbst, die mittels einer dritten Kühlzone im "Konus", also dem unteren Bereich des Tanks, auch in der Lage seien, kleine Mengen an Bier zu vergären. Dies sei, erläuterte Klein, mit den bisher vorhandenen 26 Tanks nicht möglich gewesen.

Carl Klein zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf, auch und vor allem beim Transport der fünf Ungetüme, "wenn die Tanks unbeschädigt an einem vorbeifahren". Pro Tank rechne er mit einer Dauer von eineinhalb bis zwei Stunden für das Aufstellen, "ich denke, dass wir damit bis 16 Uhr fertig sind". Endgültig angeschlossen sein sollen die fünf neuen Tanks dann morgen, am Mittwoch, 21. September.

Zum Thema:

Auf einen Blick Mit einem Investitionsvolumen von 1,3 Millionen Euro hat die Homburger Karlsberg-Brauerei fünf neue Gär- und Silotanks errichtet. Eine Bildergalerie der Arbeiten von gestern gibt es auf unserer Facebook-Seite "Saarbrücker Zeitung/Homburger Rundschau". thw