Theatergastspiel : Mords-Spannung mit britischem Humor

Im Saalbau amüsierten sich die Zuschauer bei der Agatha-Christie-Kriminalkomödie „Ein Mord wird angekündigt“.

Agatha Christie: Der Name der englischen Schriftstellerin steht für Spannung, aber auch für ein gerüttelt Maß an britischem Humor. Beides garantiert gute Unterhaltung, und so konnte eigentlich gar nichts schief gehen beim Theaterstück „Ein Mord wird angekündigt“, das am Donnerstagabend im Saalbau gespielt wurde.

Die Handlung stammt aus dem 1950 erschienenen gleichnamigen Roman, der der vierte aus der Reihe mit der bekannten Figur Miss Marple ist. Das Ensemble „Berliner Kriminal Theater“ brachte vor etwa 250 Zuschauern die turbulente Geschichte auf die Bühne. Dabei ging es tatsächlich, wie ja der Titel sagte, darum, dass in der Zeitung per Annonce ein Mord angekündigt wird. Auch Uhrzeit und Ort werden dabei preisgegeben – im Haus von Letitia Blacklock (Katrin Martin) soll um 18 Uhr jemand sterben. Was dann tatsächlich geschieht, weil plötzlich das Licht erlischt, Schüsse fallen und anschließend eine Leiche auf dem Boden liegt.

Nun treten Inspektor Craddock (Karl-Heinz Barthelmeus) und Miss Marple (Gundula Piepenbring) auf den Plan, die nach und nach ein kompliziertes Ränkespiel um ein mögliches Millionenerbe aufdecken. Mehrfach wurde dabei das Publikum auf die falsche Fährte geschickt. Und als man gegen Ende dachte, nun sei der Fall endgültig geklärt, nahm alles doch noch eine ganz andere Wendung.

Toll bei dem Berliner Ensemble war, dass keiner der Schauspieler hinter den anderen zurückblieb. Allerhöchstens kann man von zusätzlichen Glanzpunkten sprechen, die beispielsweise Susanne Meyer als osteuropäische Haushälterin Mitzi setzte. Sie brachte mit ihrem Temperament und dem unrealistischen Traum von einer Karriere in Hollywood immer wieder Fahrt in die Angelegenheit. Vielen gefiel auch Vera Müller als Letitias arme Freundin Bunny, die von dieser wegen zu großer Mitwisserschaft vergiftet wird. Oder: Wer sich den eingebildetsten aller narzisstischen Schnösel vorzustellen vermag, landet ungefähr bei dem jungen Edmund Swettenham, den Peter Dulke großartig in Szene setzte.

Karin Raffael aus Homburg fand das Stück nur anfangs ein bisschen zäh, dann aber sehr spannend. Ihr hatte Vera Müller als Bunny am besten gefallen. Das empfand auch Monika Schindler aus Homburg so. Ihr Mann Gerhard war „sehr zufrieden“, denn das Stück sei kurzweilig gewesen. Ins Lob stimmte auch Karl-Josef Klees aus Pirmasens ein: „Schauspielerisch war es hervorragend, sehr überzeugend. Die verschiedenen Rollenwechsel des Ensembles waren sehr lebendig. Es war außerordentlich anregend, das war ein sehr gutes Ensemble. Mir persönlich hat der Inspektor am besten gefallen.“