1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Tafel Homburg startet Notausgaben und sucht Ehrenamtliche

Ab Gründonnerstag : Tafel bietet Notausgabe an und sucht Helfer

Angesichts der Corona-Krise und der Gefahr, die für ihre älteren Mitarbeiter und die Abnehmer ausgeht, hatte die Tafel Homburg ihre Türen schon geschlossen, als dies auch Schulen und Kindergärten Mitte März taten.

Die Tafel hatte damals erklärt, dass gerade viele Ehrenamtliche schon etwas älter seien und dadurch auch gefährdeter, wenn sie sich mit dem Corona-Virus infizieren. Dennoch wollte sie auch weiterhin Menschen unterstützen, die Hilfe benötigen. Deswegen ist die Einrichtung auch bei den großen Hilfsaktionen in Homburg und St. Ingbert mit im Boot.

Das ist ganz im Sinn der deutschlandweiten Tafelbewegung, denn deren Vorsitzender Jochen Brühl hatte sich mit einem Appell an die Bevölkerung und die Politik gewandt: „Die Tafel-Arbeit wird von älteren Menschen getragen. Jeden Tag leisten sie freiwillig körperlich und psychisch anspruchsvolle Hilfe und einen wertvollen Dienst an der Gesellschaft. Männer und Frauen im Rentenalter schleppen, säubern und sortieren nicht nur die Lebensmittel, sondern wenden sich unseren Kundinnen und Kunden zu. Diese sind oftmals einsam und ausgegrenzt. Jetzt brauchen die helfenden Lebensalten unseren Schutz, unsere Solidarität und Unterstützung. Ich möchte jüngere Menschen motivieren, die kurzfristig auftretende Lücke der Hilfe zu füllen und sich zu engagieren.“

 Nun richtet die Tafel Homburg ab Gründonnerstag, 9. April, auch Notausgaben in ihren beiden Ausgabestellen in St. Ingbert und Homburg ein. Der allerdings anders laufen wird, als gewohnt. Aufgrund der derzeitigen Corona-Einschränkungen sei der Normalbetrieb der Tafel nicht möglich, hieß es dazu vom Vorstand. Dienstags und Donnerstags werde daher jeweils von 11 Uhr bis 12 Uhr an der Haustür nur das vom Ministerium gespendete Schulobst und Gemüse abgegeben. Die Abgabe an Bedürftige erfolge je nach Haushaltsgröße. Die abholenden Einzelpersonen werden gebeten, die vorgegebenen Schutzmaßnahmen und -Abstände einzuhalten.
Die Tafel sucht in Homburg und auch in St. Ingbert engagierte Menschen, um diese Notausgabe stemmen zu können. Praktisch soll das dann so ablaufen: Es werden zwei Teams gebildet, sodass in jeder Ausgabe etwa acht Personen einmal in der Woche zusammen arbeiten. Interessierte können sich unter Angabe der Telefonnummer per E-Mail tafel-homburg@web.de bei der Homburger Tafel melden.

Auf ihrer Internetseite informiert die Einrichtung über neue Entwicklungen. Unter anderem auch zum abgesagten Auftritt des Homburger Frauenkabaretts, der zugunsten der Einrichtung geplant war. Termine zur Rückerstattung des Eintrittsgeldes hatte man angesichts der Verlängerung der Ausgangsbeschränkung verschieben müssen auf einen Zeitpunkt, wenn die Tafel Homburg wieder im regulären Arbeitsbetrieb sei.

Viele Besucherinnen und Besucher verzichteten bereits auf eine Rückzahlung. Das sei für die Tafel Homburg in diesen schwierigen Zeiten eine finanzielle Entlastung, hieß es dazu weiter.

www.tafel-homburg.de