Streit um die Stelen

Der Streit um die Friedhöfe in Homburg ist um ein Thema reicher. Die Stelenwände für Urnenbestattung auf dem Jägersburger Friedhof sind derzeit voll belegt, Bestattung in dieser Form sind nun nicht möglich. Deshalb gibt es jetzt Ärger.

Seit den heftigen Kontroversen um die angekündigte Nutzungseinschränkung der Bestattungsstätten in Websweiler und Altbreitenfelderhof ist das Thema "Friedhof" in Jägersburg ein brisantes. Und als ob das nicht genug wäre, gab es da am Dienstag anlässlich der Sitzung des Ortsrates noch ein bisschen mehr Verärgerung. Denn: Die Stelenwände für Urnenbestattung auf dem Jägersburger Friedhof sind derzeit voll belegt, Bestattung in dieser Form sind gegenwärtig nicht möglich. Das Thema zur Sprache brachte Martin Vollmar (SPD ), der stellvertretende Ortsvorsteher. Und er zeigte sich einigermaßen verwundert angesichts dieser Situation. "Ich frage mich einfach, wie es dazu kommen kann. Denn das ist ja nichts, was von heute auf Morgen geschieht. Da kann man schon ein bisschen vorausschauend planen." Zudem, und hier schlug Vollmar den Bogen zu den Diskussionen der vergangenen Wochen rund um die Friedhöfe in Websweiler und Altbreitenfelderhof, gebe es eben in Websweiler noch keine Stele für Urnenbestattungen. Gerade diese Bestattungsform war den Bürgern aber seitens der Stadt als Alternative für den geplanten Wegfall von klassischen Erdbestattungen angeboten worden (wir berichteten mehrfach). Vor diesem Hintergrund mahnte Philipp Vollmar von der CDU an, dass es seitens der Homburger Stadtverwaltung nun endlich an der Zeit sei, sich um die Jägersburger Friedhöfe zu kümmern. Michael Banowitz von der Homburger Bauverwaltung zeigte sich einigermaßen überrascht von der Information, "ich habe keine Kenntnis davon, dass es bei den Stelen irgendeinen Engpass gibt. Ich werde das aber entsprechend recherchieren".

Das tat auch unsere Zeitung, mit dem Ergebnis: In der Tat sind alle Stelenplätze in Jägersburg belegt, dies bestätigte auf Nachfrage Jürgen Kruthoff, Pressesprecher der Stadt Homburg. "Wir bedauern sehr den Engpass, der sich in Bezug auf die Urnenbestattung in Jägersburg ergeben hat, und bitten um Entschuldigung bei den betroffenen Angehörigen." Als Erklärung für diese missliche Situation nannte Kruthoff Unstimmigkeiten mit der ursprünglich beauftragten Firma. "Die Kreisstadt Homburg hat am 30. Januar 2015 den Auftrag zur Durchführung von Wegebauarbeiten auf städtischen Friedhöfen und in städtischen Grünanlagen im Rahmen eines Jahresvertrages an eine Neunkircher Garten- und Landschaftsbaufirma erteilt. Neben den Wegebauarbeiten sollten auch die Montage von Urnenstelen mit diesem Vertrag abgearbeitet werden." Das Unternehmen habe die einzelnen Aufträge allerdings meist mangelhaft ausgeführt, die Stadt habe mit Mahnungen entsprechend reagiert, ohne Erfolg. Im April 2016 habe man den Vertrag einvernehmlich aufgelöst - mit Nebenwirkungen: "Diese Baufirma war mit der Erstellung eines neuen Urnenstelenfeldes in Jägersburg beauftragt, den sie allerdings nicht mehr ausgeführt hat. Zu diesem Zeitpunkt waren noch drei freie Kammern in den vorhandenen Urnenstelen verfügbar. Am Tag der Aufhebungsvereinbarung war noch lediglich eine Kammer frei." Man habe zwischenzeitlich entsprechend reagiert und Ende April ein anderes Unternehmen beauftragt, eine neue Stele in Jägersburg aufzustellen, "der Beginn der rund einwöchigen Arbeiten ist für den 9. Mai vorgesehen."