Stadtrat Homburg: Stadtrat für Grundschule in Jägersburg

Stadtrat Homburg : Stadtrat für Grundschule in Jägersburg

Einstimmig hat sich der Homburger Stadtrat für eine Wiedereröffnung der Grundschule Jägersburg als Dependance ausgesprochen. Ein entsprechender Antrag geht nun ans Bildungsministerium, das letztlich entscheidet.

Der Ortsrat Jägersburg wünscht es sich, an anderer Stelle sieht man es durchaus kritisch, der Homburger Stadtrat hat sich am Donnerstagabend aber nun deutlich positioniert. Er stimmte einstimmig dafür, dass die Grundschule Jägersburg als Dependance der Luitpoldschule wiedereröffnet wird. Nun ist das Bildungsministerium am Zug, das eine entsprechende Aufforderung erhalten wird. Hier wird entschieden, ob dem Antrag entsprochen wird und Jägersburg erneut eine Grundschule bekommt.

Ortsvorsteher Jürgen Schäfer (SPD) hatte das Ansinnen zuvor in der Sitzung ausführlicher erläutert. Die Schülerzahlen seien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Seit der Schließung der Grundschule würden die Schüler allerdings nach Erbach gefahren. Er führte weitere Argumente ins Feld, um zu zeigen, dass es in Jägersburg ausreichend Kinder gebe. In Kürze sei ein Anbau am Kindergarten für über 30 Kinder vorgesehen, die Nachmittagsbetreuung im Hort in Jägersburg sei bereits jetzt ausgebucht.

Zudem gebe es in dem Ortsteil ein Gebäude, das ohne größere Investitionen genutzt werden könne, das der ehemaligen Schule. So seien etwa Heizung und Sanitäranlagen erneuert worden. Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) machte klar, dass er die Wiedereröffnung befürworte. Die Zahlen bei den Kindern stimmten. Grundsätzlich solle es in Orten, in denen es möglich sei, auch eine Grundschule geben, so Schneidewind weiter. Das habe den Vorteil der kurzen Wege für die Kinder.

Durch die Bank wurde der Antrag positiv gesehen, es gab jedoch einige Rückfragen. So wollte etwa Jürgen Portugall (CDU) wissen, ob man finanziell in der Lage sei, die Betreuung, die an der Luitpoldschule hervorragend ausgestaltet sei, auch in Jägersburg zu leisten. Die Jägersburger Kinder, antwortete der OB, gingen bereits heute in die Nachbetreuung im Hort vor Ort. Der sei randvoll, es gebe Wartelisten.

Positiv kommentiert wurde das Ansinnen zudem von Axel Ulmcke (FWG), hier werde ein Fehler der Vergangenheit korrigiert, wenn es denn zur Wiedereröffnung komme, sagte er. Auch Winfried Anslinger (Grüne) sah Vorteile in einer Wiedereröffnung etwa für Vereine und alle sozial Tätigen. Eine Schule erachtete auch Wilfried Bohn (SPD) als wichtig für die Entwicklung eines Ortes. Er verwies da auf das Beispiel Beeden.

Bedenken äußerte Marianne Bullacher (Allianz der Vernunft), Lehrer und manche Eltern sähen die Wiedereröffnung durchaus kritisch. Da keine neuen Lehrer eingestellt werden könnten, fielen künftig Fahrzeiten zwischen Luitpoldschule und Dependance an, man reiße ein eingespieltes Lehrerteam auseinander. Sie plädierte dafür, das Thema gemeinsam mit Lehrern und Eltern zu besprechen, um zu sehen, wie der Bedarf sei, wie ein pädagogisches Konzept aussehen könnte. Ihr Antrag wurde später abgewiesen.

Ansgar Hoffmann (CDU) betonte, die pädagogische Situation sei zu bewältigen, die Lehrer müssten eben auch einmal fünf Minuten von ihrer Pause abzwacken. Er wollte wissen, ob die Verwaltung es wirklich stemmen könne, eine mögliche Jägersburger Dependance so auszustatten wie die Luitpoldschule.

Der OB verwies auf einen „glücklichen“ Umstand: Ein Teil des Umbaus sei ohnehin vonnöten, da am Kindergarten gebaut werden soll. Die Kinder sollen in dieser Zeit in die Schule umsiedeln. Ein Teil der Umbaukosten fiele daher ohnehin an. Nur so sei das bauliche Thema zu stemmen. Das Gebäude eigne sich dann für vernünftigen Schulunterricht. Barbara Spaniol (Linke) betonte, dass sie sicher sei, wenn die Schülerzahlen stimmen, „dann kommt das“.

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte die Stadt mit, dass mit der Sanierung des Kindergartens eventuell noch in diesem Jahr begonnen werde. Eine Schulnutzung sei generell wohl erst möglich, wenn die Kindergartenkinder zurückgezogen sind. Da der Umbau des Kindergartens sicherlich länger als ein Jahr dauern werde, und er auch noch nicht terminiert sei, „ist eine Schulnutzung, sofern das Ministerium zustimmt, vor Sommer 2020 beziehungsweise 2021 kaum denkbar“.

 Ebenfalls ein Streitthema in den vergangenen Wochen war der Neubau der maroden und im Moment für den Verkehr gesperrten Brücke über den Lambsbach zur Emilienruhe in Kirrberg. Bislang ging es immer um zwei Varianten: eine reine Fußgängerbrücke oder eine Autobrücke für Fahrzeuge bis zu 60 Tonnen. Eine Brücke, die lediglich bis zu 7,5 Tonnen belastbar ist, könne man aber ebenfalls berechnen, sagte der OB. Der Rat beschloss einstimmig, den Ersatzneubau, die Beauftragung der Planung, Statik und die öffentliche Ausschreibung dieser Variante (Bericht folgt).

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