Eichen-Prozessionsspinner an den Weihern: Stadt will Schädlingen zu Leibe rücken

Eichen-Prozessionsspinner an den Weihern : Stadt will Schädlingen zu Leibe rücken

Gleich mehrere Bäume sind an den Jägersburger Weihern von den Raupen des Eichen-Prozessionsspinners befallen.

Einigen aufmerksamen Bürgern, die in Jägersburg zwischen Brück- und Schlossweiher unterwegs waren, fielen sie auf, die Warnhinweise an einigen Eichen. Und diese Warnungen sind nötig, sind die Bäume doch von den Raupen des Eichen-Prozessionsspinners befallen, einem Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner. Jan Emser von der Pressestelle der Stadt Homburg. „Es sind aktuell rund 15 Eichen im Bereich Schloss- und Brückweiher betroffen. Diese Bäume wurden mit den besagten Warnhinweisen versehen. Auch wurden zur Sicherheit einige Bereiche komplett mit Absperrband versehen.“

Entsprechend der Informationen Emsers präsentiert sich dann auch aktuell die entsprechende „Gefahren-Zone“, vor allem betroffen scheint der Wegebereich zwischen dem Schloss- und dem Brückweiher in Höhe der Minigolfanlage. Hier wurden auch Bereiche mit einem Spielplatz und Sitzbänken von der Stadtverwaltung abgesperrt. Der aktuelle Zustand ist endlich, das machte die Stadtverwaltung deutlich. So kündigte Jan Emser gegenüber unserer Zeitung an, dass man dem Befall Anfang der kommenden Woche zu Leibe rücken werde. Ein private Firma werde dann die so genannten Gespinste, also den Larvenschutz der Raupen, entfernen. Von eben diesen Raupen geht vor allem für Menschen durchaus eine Gesundheitsgefahr aus. Und die liegt ganz konkret in den so genannten „Brennhaaren“.

Dabei handelt es sich um den natürlichen Schutz der Raupe vor Fressfeinden wie Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, dem Kuckuck und auch dem Puppenräuber-Käfer. Doch was die Raupe für diese natürlichen Feinde unappetitlich und wenig schmackhaft machen soll, birgt für den Menschen durchaus eine gesundheitliche Gefährdung. Denn: Diese Brennhaare brechen sehr leicht, sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen und werden bei entsprechender Windlage sehr weit getragen. Geraten sie auf die Haut, lösen sie dort unter Umständen eine toxische Reaktion aus, die so genannte Raupendermatitis. Ursache dafür ist ein Eiweiß-Gift, das in den Brennhaaren enthalten ist.

Wer sich nun vor einer möglichen Gefährdung schützen will, dem seien diese Hinweise ans Herz gelegt: Hautbereiche wie Nacken, Hals, Unterarme und Beine schützen, auf keinen Fall Raupen oder Gespinste berühren. Falls es doch zu einem, wenn auch nur angenommenen, Kontakt kommt, sollten schnellstmöglich die Kleider gewechselt werden, Duschen und gründliche Haarreinigung mit eingeschlossen. Wer tatsächlich mit einer Raupe oder einem Brennhaar in Berührung gekommen ist, der kann eine mögliche Raupendermatitis an folgenden Symptomen erkennen: Quaddeln auf der Haut, Hautentzündungen und auch insektenstichartige Knötchen auf der Haut.

Im aktuellen Fall in Jägersburg schätzt die Stadtverwaltung das Gefährdungspotenzial eher als gering ein. Jan Emser: „Generell ist zu sagen, dass die Verteilung der Härchen bei der derzeitigen Wetterlage aufgrund des immer wieder einsetzenden Regens nicht großflächig möglich ist. Es wird empfohlen, zu den betroffenen Bäumen Abstand zu halten. Da die Gespinste meist in den oberen Bereichen von Bäumen vorzufinden sind, ist eine Gefährdung für Kinder sehr gering.“ Für einen Baum bedeutet der Befall mit dem Eichen-Prozessionsspinner eine deutliche Belastung, fressen die Raupen doch die Gewebeflächen der Blätter komplett auf und lassen nur das „Blattgerippe“ übrig. Auf Dauer kann es so zu so genanntem Kahl- oder Lichtungsfraß kommen und damit verbunden zu einer nachhaltigen Schädigung des Baumes, sollte der über mehrere Jahre hinweg vom Eichen-Prozessionsspinner befallen sein.

An zahlreichen Stellen  hinterlassen die Raupen der Eichen-Prozessionsspinner ihre Spuren, hier sieht man deutlich die „Prozession“. Foto: Peter Roggenthin/dpa

Seinen Namen trägt der Falter übrigens, weil die Raupen in Gruppen von bis zu 20 gemeinsam auf Nahrungssuche gehen – wie eine Prozession. Für dessen Bekämpfung gibt es, je nach Umfang des Befalls, unterschiedliche Möglichkeiten. So können größere Flächen vom Flugzeug aus, Einzelbäume vom Boden aus chemisch behandelt werden. Dies wird vor allem von Umweltverbänden aber kritisch betrachtet. Auch ein Absaugen der Nester ist möglich. Eine weitere Option ist der Einsatz eines speziellen Bakteriums, dass zu einem Fressstopp bei den Raupen führt.