Stadt Homburg versteigert Musikanlage von Ex-Oberbürgermeister Schöner

Auktion nach Untreue-Prozess : „Schöners“ Musikanlage wird versteigert

Für Homburgs Ex-Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU) brachte die Musikanlage richtig viel Ärger, einen Gerichtsprozess und eine Verurteilung. Jetzt wird sie versteigert.

Die Stadt versteigert die Musikanlage auf der Internet-Auktionsseite des Zolls. Niemand habe sie gebrauchen können, die Anlage einfach im Keller stehen zu lassen, um sie dann wegzuschmeißen, sei nicht in Ordnung. Daher habe man diesen Schritt gewählt, sagte Bürgermeister Michael Forster (CDU), der derzeit die Amtsgeschäfte in Homburg führt, unserer Zeitung. Es sei ihm wichtig gewesen, dass das über eine öffentliche Plattform laufe. Das Geld soll der Stadt zugutekommen.

Es gibt bereits einen Bieter, am Freitagnachmittag stand sein Gebot bei 3000 Euro.

Schöner hatte die digitale Soundanlage mit Mischpult, Lautsprechern und zehn Mikrophonen noch als OB aus einem Spendenfond der Stadt angeschafft. Sie kostete rund 12 500 Euro. Das Geld war der Erlös aus seinem 60. Geburtstag, die Musikanlage sollte ausdrücklich für die musikalische Früherziehung der städtischen Musikschule eingesetzt werden. Doch hatte sie die Musikschule nie erreicht und wurde erst nach längerer Suche im Probekeller der Band „Madhouse“ in Jägersburg gefunden, in der Schöner damals Schlagzeug spielte. Deswegen und weil Arbeiter eines kommunalen Bautrupps während seiner Amtszeit auf seinem privaten Grundstück Gartenarbeiten erledigt hatten, wurde er nach einem Geständnis zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Große Strafkammer des Landgerichts wertete die Sache mit den Spendengeldern als Untreue und die Angelegenheit mit den Gartenarbeiten als Vorteilsannahme.

Als Bewährungsauflage muss Schöner der Stadt Homburg die 12 465 Euro für die Anlage ersetzen und 5000 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen.