Stadt Homburg untersucht Zwischenfall an der Kläranlage

Erbach voller Schaum : Rätsel um Zwischenfall an Kläranlage

Seit Jahresbeginn fließt in der Mastau Schaum auf dem Erbach. Die Stadtverwaltung hat eine Prüfung angekündigt.

Die Stadtverwaltung tappt noch im Dunkeln, was den Zwischenfall an der Homburger Kläranlage ausgelöst hat. Klar ist aber: Laut Stadt dauert er noch an. Die Grünen hatten unter Berufung auf Bürger berichtet, dass der Erbach um den 3. oder 4. Januar in der Mastau bei Beeden nach Ablauf aus der Kläranlage schaumiges Wasser mitführt, das bis in die Blies fließt (wir berichteten). Auch von einem starken Geruch nach Waschpulver direkt hinter dem Auslauf war die Rede, der inzwischen zurückgegangen zu sein scheint. Ein Bürger hatte am 5. Januar ein Youtube-Video von den Verunreinigungen bei Facebook verlinkt. Bis mindestens zum 22. Januar soll der Schmutzbelag, der als sich nicht auflösender Schaumteppich von mehreren hundert Metern darherkam, bestanden haben.

WInfried Anslinger, Fraktionmitglied der Homburger Grünen im Stadtrat, hatte am 8. Januar die Stadt um schnellstmögliche Stellungnahme gebeten. Auf Anfrage unserer Zeitung räumt die nun ein, seit 17. Januar von den Problemen zu wissen. Sprecher Jan Emser schreibt: „Zunächst wurde davon ausgegangen, dass es sich um eine einmalige Angelegenheit handelt. Es hat sich nun herausgestellt, dass es leider regelmäßig zu Problemen kommt. Inwiefern das Ereignis von der Kläranlage herrührt, kann noch nicht gesagt werden.“ Der Stadt seien bis dato „keine Beeinträchtigungen für Lebewesen oder die Umwelt bekannt“.

Wie dieses Video eines Bürgers vom 3. Januar zeigt, läuft der Erbach mit Schaum verschmutzt aus dem Ablauf der Homburger Kläranlage. Der Bereich davor ist unauffällig. Foto: Screenshot Youtube

Auch ist unklar, welche Art von Störung genau vorliegt, „da es entweder im Kanal, also schon vor der Kläranlage, oder eventuell auch in der Kläranlage zu Vorkommnissen gekommen sein kann“, so Emser. Die Stadt werde nun eine Schad­stoffmessung veranlassen. Das habe man vor dem Hintergrund des ursprünglich vermuteten Einzelfalls nämlich noch nicht getan. Nicht auszuschließen ist derzeit, dass es Einleitungen aus Privathaushalten sind, die zu den Problemen führen. Emser: „Sofern im Kanal ein Stoff eingeleitet wurde, muss dies untersucht werden. Dieses Verfahren ist sehr aufwändig, da an jedem Einleitpunkt im Kanal eine Beprobung stattfinden muss.“ Solange man den Auslöser nicht ermittelt habe, könne man nicht ausschließen, dass sich immer wieder Schaum in dem Bereich bildet.

Nach dem Ablauf aus der Homburger Kläranlage läuft das Wasser dann stark verunreinigt weiter Richtung Blies. Foto: Screenshot Youtube

Der Entsorgungsverband Saar (EVS), der die Anlage betreibt, habe deren Reinigungsleistung überprüft, unmittelbar nachdem er die Schaumbildung festgestellt habe. Ergebnis laut Sprecherin Marianne Lehmann sei, dass die Anlage „einwandfrei funktioniert“. Lehmann: „Ein Störfall im Sinne einer Fehlfunktion oder Defiziten im Betrieb auf der Kläranlage Homburg bestand beziehungsweise besteht definitiv nicht. Ebenso besteht kein Zusammenhang zwischen der Betriebsstabilität der Kläranlage und der beobachteten Schaumbildung. Darüber hatten wir die Stadt Homburg umgehend informiert.“

Im Vorfeld der anstehenden Stadtratssitzung am 21. Februar will der EVS der Stadt Homburg seine Untersuchungsergebnisse zum Betrieb der Kläranlage Homburg nochmals vorstellen, so Lehmann: „Wir unterstützen die Stadt Homburg bei der weiteren Ursachenforschung mit sämtlichen uns zur Verfügung stehenden Mitteln.“

Videos des verschmutzten Erbachs finden sich hier:

https://www.facebook.com/hardy.welker.1/videos/2856333331258821

https://www.youtube.com/watch?v=MLsJbOQYmkA&feature=youtu.be

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