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Staatsanwaltschaft fordert neun Monate für Homburger OB

Plädoyers im Schneidewind-Prozess : Freiheitsstrafe auf Bewährung oder Freispruch?

Am Mittwoch war nun doch nicht letzter Verhandlungstag vor dem Landgericht. Erst eine Woche später, am 27. Januar, wird das Urteil gegen den derzeit suspendierten Homburger Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) gesprochen.

Der siebte Prozesstag blieb Oberstaatsanwalt und Verteidigung vorbehalten – die Plädoyers standen an. Und wie erwartet gingen die Einschätzungen beider Seiten weit auseinander. Während Ersterer den Tatnachweis der Untreue als gegeben ansieht und deshalb neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung forderte, geht der Verteidiger Schneidewinds auf Freispruch. Der Oberstaatsanwalt bleibt knapp unter seinem Antrag vor zwei Jahren, als er zehn Monate forderte. Er begründete dies damit, dass der suspendierte OB Fehler eingeräumt, sich selbst nicht bereichert habe und ihm auch an der Schadensregulierung gelegen sei. Der Verteidiger verneint hingegen den Vorwurf, sein Mandant habe bei dem Einsatz der Detektei und der Fortsetzung des Vertrages grob fahrlässig gehandelt. Er habe hingegen versucht, Schaden von der Stadt abzuwenden und dabei auch auf die Ratschläge seiner engsten Mitarbeiter gehört. Wobei schon deutlich wurde, dass der Anwalt die Schuldfrage gern an den damaligen Rechtsamtsleiter weiterreichen möchte. Dieser hatte Schneidewind mit seiner Zeugenaussage schwer belastet. Ob der Versuch mit Erfolg gekrönt wird, werden wir am 27. Januar hören, wenn die Vorsitzende Richterin das Urteil verkündet.